Cookies

Cookie-Nutzung

Nickhautvorfall beim Haustier erkennen und behandeln

Die Nickhaut ist quasi das dritte Augenlid, das viele Tiere haben. Die kleine Hautfalte schützt das Auge vor Schmutz und Fremdkörpern, die zugehörige Drüse versorgt das Auge mit Tränenflüssigkeit. Im Normalfall fällt die Haut kaum auf – anders, wenn es zu einem sogenannten Nickhautvorfall kommt, der die Sicht des Tieres einschränkt und nicht selten operativ behandelt werden muss.
Besonderheiten
  • Diagnose eindeutig
  • Behandlung bei Hunden oft operativ
  • bei kurznasigen Hunderassen häufig
  • schränkt Sehvermögen ein
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Eine veränderte Nickhaut bei deinem Haustier erkennst du sofort, denn es schiebt sich plötzlich ein rötliches Gebilde vom Augeninneren in das Auge hinein. Das kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten.
  • Bei einem anhaltenden nickhautvorfall drohen Folgekrankheiten, sodass du damit in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen solltest. Dieser kann dann eine geeignete Behandlung einleiten.
  • Während ein Nickhautvorfall bei Hunden in der Regel operativ behandelt wird, sind die Ursachen bei Katzen häufiger auf andere Krankheiten zurückzuführen, sodass eine medikamentöse Behandlung ausreichend sein kann.

Was ist ein Nickhautvorfall?

Als Nickhautvorfall oder auch Nickhautdrüsenvorfall wird eine Vergrößerung der Nickhautdrüse bezeichnet. Die Nickhaut ist quasi das dritte Augenlid neben dem oberen und unteren Augenlid, das sich im inneren Augenwinkel befindet und da von einem Knorpel gestützt wird. Auch eine Tränendrüse, die sogenannte Nickhautdrüse, befindet sich hier. Bei einem Nickhautdrüsenvorfall ragt diese Drüse über den Rand des Augenlids heraus. Bekannt ist dieses Phänomen auch unter den Begriffen Nickhautdrüsen-Hypertrophie, Nickhautdrüsen-Hyperplasie oder Cherry Eye.

Optisch erkennst du einen solchen Vorfall an einem rötlichen Gebilde, das in das Auge hineinragt. Es kann sich nach einiger Zeit eine Rötung oder sogar eine Entzündung von Drüse und Bindehaut bilden. Dauert der Vorfall länger an, verringert sich die Produktion von Tränenflüssigkeit und das Auge ist chronisch zu trocken.

Doch: Nicht immer ist eine Veränderung der Nickhaut ein Zeichen für Abnormalität. Auch, wenn die Tiere schlafen, kann sich die Nickhaut manchmal deutlich zeigen – tritt allerding mit dem Aufwachen umgehend wieder zurück.

Der Nickhautvorfall beim Hund

Bei Hunden treten Nickhautvorfälle häufiger bei jungen Hunden und kurznasigen Rassen auf. Wenngleich die Ursache nicht immer eindeutig ist, so ist die Behandlung meist nur operativ möglich.

Ursachen des Nickhautvorfalls

Was einen Nickhautvorfall verursacht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Man geht allerdings davon aus, dass die Erkrankung insbesondere bei kurznasigen Hunderassen genetisch bedingt ist. Sie betrifft besonders häufig

  • Beagle
  • Amerikanischen Cockerspaniel
  • Englische Bulldogge
  • Lhasa Apso
  • Boxer
  • Pekinesen
  • Hovawart

Die meisten Tiere sind dabei jünger als zwei Jahre, wenn der Nickhautvorfall auftritt. Bei älteren Tieren ist die Ursache oft ein trockenes Auge oder auch ein Tumor.

Nicht nur die Drüse kann einen Nickhautvorfall verursachen – auch ein umgeschlagener Blinzknorpel kann die Ursache hierfür sein. Das ist vor allem bei jungen Hunden der Fall. Auch hier hilft meist nur eine OP.

Weitere mögliche Ursachen sind neurologische Erkrankungen wie Ohren- oder Halsentzündungen sowie Verletzungen der Brustwirbelsäule, die zu einer Beeinträchtigung der Nervenbahnen führen.

Doch manchmal gibt es schlichtweg keine rationale Erklärung und ein Nickhautvorfall passiert aus heiterem Himmel.

Symptome bei Hunden

Das rote Gebilde, das in das Auge hineinragt, führt dazu, dass dein Hund nicht mehr richtig sehen kann. Zudem tränt das Auge häufig, sodass die Folge ein Zusammenkneifen des Auges ist. Manchmal juckt es auch, sodass sich der Hund am Auge kratzt. Wenn der Vorfall über einen längeren Zeitraum anhält, trocknet das Auge meist aus.

Behandlung eines Nickhautvorfalls beim Hund

Die Symptome sind in der Regel eindeutig, sodass die Diagnose durch einen Tierarzt leichtfällt. Vor allem bei älteren Hunden ist es sinnvoll, das Auge auch bezüglich möglicher Tumore zu untersuchen.

Zur Behandlung ist für gewöhnlich eine OP erforderlich. Die rein medikamentöse Behandlung reicht hingegen nicht aus. Dazu werden zwei kleine Schnitte gesetzt und die Nickhaut in ihrer ursprünglichen Position eingenäht. Während der Heilungsphase sind antibiotikahaltige Augensalben und auch eine Halskrause angeraten, damit sich der Hund nicht am Auge kratzen kann.

Ob nach einer OP mit einem weiteren Vorfall zu rechnen ist, hängt davon ab, wie schwerwiegend dieser war. Bei leichten und mittleren Vorfällen stehen die Chancen gut, bei einem starken Vorfall hingegen kann sich ein neuer entwickeln. Um zu verhindern, dass sich ein trockenes Auge bildet, ist es wichtig, die Drüse nicht komplett zu entfernen.

Nickhautvorfall bei der Katze

Auch bei Katzen kann ein Nickhautvorfall auftreten, wenngleich dieser seltener ist. Betroffen sind hier vor allem Britisch Kurzhaar, Perser und andere Rassekatzen. Die Ursachen lassen sich meist anhand der zusätzlich auftretenden Begleitsymptome ermitteln.

  • als Begleiterscheinung von Katzenschnupfen geht ein Nickhautvorfall oft mit starkem Augen- oder Nasenausfluss einher
  • Parasitenbefall, Dehydrierung durch Erkrankungen wie Durchfall und Erbrechen können ebenfalls einen Nickhautvorfall verursachen.
  • Beim sogenannten Haw-Syndrom kommt es zu einem beidseitigen Vorfall ohne weitere Symptome. Als Ursache vermutet man hier Giftstoffe von Endoparasiten (z. B. Bandwürmer) und Endotoxine in Zusammenhang mit einer Magen-Darmstörung.

Daneben können Allergien, Traumata oder auch Verletzungen des Auges einen Nickhautvorfall begründen. Wie bei Hunden sind auch Vorfälle der Nickhautdrüse oder ein Tumor mögliche Ursachen.

Zu unterscheiden sind dabei auch verschiedene Positionen des Augapfels. So neigen Tiere mit einem verkleinerten Augapfel eher zu einem Vorfall, während bei einem gleichzeitigen Einsinken des Augapfels auch Muskelschwund oder das sogenannte Horner-Syndrom den Nickhautvorfall auslösen können.

Der Nickhautvorfall bei der Katze geht nicht weg

Die Ursachen eines Nickhautvorfalls bei einer Katze können vielfältig sein. Obligatorisch solltest du einen Tierarzt aufsuchen, der eine Diagnose stellt und eine geeignete Behandlung anrät. Geht trotz dieser der Nickhautvorfall nach 2-3 Wochen nicht weg, sind in jedem Fall weitere Untersuchungen im Labor ratsam.

Behandlung richtet sich nach der Diagnose

Aufgrund der vielfältigen möglichen Ursachen ist auch die Behandlung nicht immer gleich. Bei bakteriellen Erkrankungen wie einer Bindehautentzündung verabreichen Tierärzte Antibiotika. Allergien lassen sich mit einer Futterumstellung behandeln, bei Parasiten und Würmern hilft meist schon eine Wurmkur.

Nickhautvorfall bei Kaninchen

Bei Kaninchen gelten Verletzungen, Traumata, Infektionen und organische Erkrankungen als Ursachen für einen Nickhautvorfall. Auch hier empfiehlt sich der Besuch eines Tierarztes, da der Vorfall chronisch werden kann und das Sehvermögen des Tieres einschränkt. Allerdings kann sich der Vorfall im Gegensatz zu anderen Tieren von selbst wieder beheben, wenn zum Beispiel andere körperliche Leiden medikamentös behandelt werden.

Weiterführendes

So kannst du das „Cherry Eye“ deines Hundes behandeln (Englisch):

Auch in der REM-Phase kann sich die Nickhaut der Katze ungewöhnlich darbieten:

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

nach oben