Cookies

Cookie-Nutzung

Hundephysiotherapie

Was dem Menschen gut tut, kann auch für einen Hund nicht verkehrt sein. Getreu dem Motto hat sich in den vergangenen Jahren die Anzahl der Hundephysiotherapeuten in Deutschland vervielfacht. Die Krankengymnastik dient der Schmerzlinderung, Beweglichkeit und einer Kräftigung und Entspannung der Muskeln. Darüber hinaus kannst du die Physiotherapie für deinen Hund einfach auch als Wellnesskur nutzen.
Besonderheiten
  • für verschiedene Erkrankungen
  • unterschiedliche Behandlungsformen
  • keine anerkannte Ausbildung
  • 30-50 Euro je Behandlungseinheit
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Die Hundephysiotherapie eignet sich zur Behandlung verschiedener Erkrankungen von Muskeln, Gelenken, Knochen und Sehnen. Darüber hinaus kann die Therapie das allgemeine Wohlbefinden deines Hundes steigern.
  • Es gibt in der Hundephysiotherapie sehr unterschiedliche Behandlungsformen, die jeweils auf spezifische Beschwerden abzielen.
  • Die Kosten je Behandlungseinheit (meist 30-45 Minuten) liegen zwischen 30 und 50 Euro. Gegebenenfalls fallen beim Einsatz spezieller Geräte weitere Kosten an.

Wozu eignet sich Hundephysiotherapie?

Im Prinzip verfolgt die Physiotherapie bei Hunden den gleichen Ansatz wie beim Menschen. Das Ziel der Maßnahmen ist die Reduktion oder sogar Beseitigung von Schmerzen. Gelenke werden geschmeidiger und beweglicher, die Kraft der Muskeln nimmt zu. Hunde, die von ihren Besitzer*innen nicht ausreichend gefördert werden, lernen hier Ausdauer und Kondition kennen. Insgesamt steigert die Hundephysiotherapie damit die Lebensqualität der Tiere deutlich. Ziele sind also insgesamt die Folgenden:

  • Schmerzlinderung
  • Wiederherstellung und Erhaltung der Beweglichkeit
  • Bewusstmachung von gesunden Bewegungsabläufen
  • Aufbau und Erhalt der Muskulatur
  • Förderung des Heilungsprozesses vor und nach Operationen
  • Linderung von Altersbeschwerden

Welche Krankheiten behandelt ein Hundephysiotherapeut?

Insgesamt kann die Physiotherapie bei Erkrankungen von Knochen, Gelenken, Nerven und Muskeln positive Effekte erzielen. Mögliche Krankheitsbilder, die ein Hundephysiotherapeut behandeln kann, sind beispielsweise:

  • degenerative Skeletterkrankungen
  • Arthrose
  • Wirbelsäulenerkrankungen
  • Folgen einer Operation oder traumatischer Verletzungen
  • unerklärliche Bewegungseinschränkungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Erkrankungen von Muskeln, Bändern und Sehnen
  • neurologische Erkrankungen
  • Atemwegserkrankungen
  • Lähmungen
  • fehlender Ausdauer und Kondition
  • Übergewicht
  • Ödeme und Erkrankungen des Lymphsystems
  • rheumatische Erkrankungen
  • Alterserscheinungen

Doch auch ohne Leiden bietet sich der Gang zum Hundephysiotherapeuten an. Nicht nur ängstliche Hunde können sich hier ausgiebig entspannen und genießen etwas Wellness.

Natürlich hat nicht jede*r Hundephysiotherapeut*in das volle Leistungsspektrum im Angebot. Eine Recherche über Anbieter in deiner Umgebung hilft hier weiter.

Wie läuft eine Therapie ab?

Am Anfang einer therapeutischen Behandlung steht die ganzheitliche Betrachtung des Tieres. Das heißt, der oder die Therapeut*in betrachtet nicht nur das aktuelle Problem, sondern auch die Lebensumstände des Tieres. Wichtige Punkte sind hier beispielsweise:

  • Art der Haltung, z. B. andere Tiere im Haushalt
  • Ernährung
  • Bewegung und Auslauf
  • kognitive Forderung
  • Hundesport

Der zweite Schritt ist eine Ganganalyse, durch die der Therapeut die Haltung und den Bewegungsablauf des Tieres studiert. Das anschließende Abtasten dient dem Erkennen von Schmerzpunkten, Verspannungen oder auch Verkürzungen der Muskulatur.

Anschließend wird anhand des Befundes eine Therapie zusammengestellt, die individuell auf deinen Hund zugeschnitten ist. Meist erfordert diese ca. 6-10 Termine, um akute Schmerzen zu lindern. Bei chronischen Erkrankungen hingegen ist eher eine regelmäßige Behandlung erforderlich.

Begleitend zur Therapie erhältst du in vielen Fällen gezielte Übungen für zu Hause, um den Behandlungserfolg weiter zu unterstützen.

Leistungsangebot von Hundephysiotherapeuten

Im Prinzip bieten Physiotherapeuten fast das gleiche Leistungsspektrum an, das auch bei Menschen vorhanden ist. Das Therapieangebot umfasst:

  • Massagen, körperliche und seelische Entspannung
  • Lymphdrainagen zur Verminderung von Druck und Schmerzen im Gewebe, Verkleinerung von Ödemen, Entspannung der Lymphgefäße
  • aktives und passives Bewegen an Geräten, Stärkung der Muskelkraft
  • Blutegeltherapie, wirkt entzündungslindernd, stillt Schmerzen, regt Lymphabfluss an
  • Atemtherapie zur Lösung von Sekreten oder Schleim, Entspannung und Steigerung der Mobilität
  • Unterwasserlaufband zum schonenden Bewegen der Gelenke, Training des Herz-Kreislauf-Systems, gezieltes Ausdauertraining
  • Elektrotherapie (mit Klebeelektroden), Stimulation geschädigter Nerven, Stärkung der Muskulatur
  • Ultraschalltherapie, Wärme lindert Schmerzen
  • Cranio-Sakrale-Therapie (Osteopathie), Rehabilitation nach Unfällen, Linderung von Dysfunktionen
  • manuelle Therapie (wie Krankengymnastik), Lockerung von Blockaden, Dehnung der Muskulatur, Anregung der Produktion von Gelenkflüssigkeit
  • Dorntherapie (Behandlung der Wirbelsäule), gegen Fehlstellungen
  • Stoßwellentherapie
  • Akupunktur
  • Wärme- und Kältetherapie (Kirschkernsäckchen oder Rotlicht, Eiswürfel oder -handtücher), entspannend und durchblutungsfördernd bzw. abschwellend und schmerzlindernd
  • Neurologie (z. B. Massagen, Reizstimulierung, Stabilisierungstechniken), insbesondere bei Lähmungen und Nervenerkrankungen
  • Vibrationstherapie zur Entspannung, Dehnung und Kräftigung der Muskulatur
  • Magnetfeldtherapie, Anregung der Durchblutung, sanfte Schmerzlinderung, Förderung des Sauerstofftransports
  • Narbenbehandlung zur Steigerung der Elastizität des Narbengewebes

Kosten eines Hundephysiotherapeuten

Die Kosten für den Physiotherapeuten variieren von Anbieter zu Anbieter. Viele rechnen hier einen Ersttermin mit Anamnese als eine erste Stunde separat ab, die folgenden Einheiten von 30-45 Minuten kosten dann durchschnittlich zwischen 30 und 50 Euro. Teilweise gibt es vergünstigte 5er- oder 10er-Karten.

Ausbildung zum Hundephysiotherapeuten

Die Ausbildung zu Hundephysiotherapeut*innen ist auch ohne medizinische Fachkenntnisse möglich. Die Ausbildung umfasst dann nicht nur veterinärmedizinische Grundlagen, sondern auch die Themen Fütterung, Verhaltenslehre und natürlich ganz unterschiedliche Therapieansätze. Die Ausbildung dauert je nach Anbieter einige Wochenenden und wird dann mit einer Abschlussprüfung beendet. Die Preise variieren anbieterabhängig stark zwischen 3.000 und 6.500 Euro.

Verkürzte Ausbildungsoptionen gibt es bisweilen für Humanphysiotherapeut*innen oder Pferdephysiotherapeut*innen. Auch gibt es kombinierte Ausbildungsgänge mit Chiropraxis, Osteopathie oder Akupunktur.

Die Ausbildung in Deutschland ist weder gesetzlich geregelt noch staatlich anerkannt, sodass sich prinzipiell jeder Mensch diesen Titel zulegen kann. Mit dem DIPO gibt es jedoch ein Institut, dessen Ausbildungsgänge anerkannt sind. Weitere empfehlenswerte Ausbildungsinstitute sind zudem:

  • Deutsche Ausbildungsstätte für Hundephysiotherapie nach Blümchen
  • Akademie für Tierheilkunde
  • Ausbildungszentrum Woßlick
  • Triade
  • Vierbeiner Reha-Zentrum Bad Wildungen

Hundephysiotherapie ist kein Ersatz für einen Tierarzt

Das Erstellen von Diagnosen sowie das Verabreichen von Injektionen und Medikamenten bleibt ausschließlich Tierärzten vorbehalten. Hundephysiotherapeuten behandeln die Tiere ausschließlich rein äußerlich durch manuelle Anwendungen. Die Physiotherapie für Hunde ist damit keineswegs ein Ersatz für den Besuch beim Tierarzt.

Weiterführendes

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

nach oben