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Xoloitzcuintle – Der älteste Nackthund der Welt

Xoloitzcuintle Um südamerikanische Nackthunde drehen sich viele Mythen: Angeblich haben sie sich seit Jahrtausenden kaum verändert und wurden von amerikanischen Ureinwohnern verehrt. Den schönen Haarlosen wurden sogar magische Kräfte nachgesagt! Heute gehört der Mexikanische Nackthund zu den bekanntesten exotischen Rassen, obwohl man sie hierzulande fast nie sieht. Wir klären auf, woran das liegt und warum Nackthunde nicht immer nackt sind.
Besonderheiten
  • Haarlos (50 % jedes Wurfs)
  • Sehr selten
  • Welpen sind sehr teuer
  • Drei Größen
  • Fähiger Wachhund

Rasseportrait: Xoloitzcuintle

Aspekt Details
Andere Namen Perro Pelón Mexicano, Xolo, Mexikanischer Nackthund
Herkunft Mexiko
Klassifikation Hunde vom Urtyp
Größe Standard 46 – 60 cm, Medium Size 26 – 45 cm, Miniature 25 – 35 cm
Gewicht Nicht festgelegt
Körperbau Länger als hoch, sehr muskulös, langer Hals
Augen Mandelförmig, individuelle Färbung (grau, dunkel, braun, bernsteinfarben)
Ohren Fledermausohren, vorzugsweise stehend
Fell & Farbe Haarlos mit/ohne Flaum an der Rute und auf dem Kopf oder kurz behaart, alle Farben kommen vor
Besonderheiten Seltene Rasse, kleine Variationen kommen häufiger vor als große
Charakter Wachsam, anhänglich, verschmust, skeptisch gegenüber Fremden
Pflege Sonnenschutz im Sommer, Jacke im Winter
Gesundheit Lebenserwartung 13 – 18 Jahre, behaarte Tiere sind gesünder als nackte
Zucht Hairless muss immer mit Coated verpaart werden, hoher Kaufpreis für nackte Welpen

Äußere Merkmale des Xoloitzcuintle – Ein Hund wie vor 3000 Jahren

Äußerlich haben sich südamerikanische Kleinhunde seit Jahrtausenden kaum verändert. Sie werden in allen Größen gezüchtet: Vom Minihund mit einer Widerristhöhe von etwa 25 cm bis hin zum großen Wachhund mit 60 cm Höhe sind alle Größenordnungen dabei. Die edlen Vierbeiner mit dem ursprünglichen Äußeren wurden nicht grundlos nach dem dunklen Aztekengott Xolotl benannt.

Xoloitzcuintle

Größenordnungen der mexikanischen Nackthunde

  • Standardgröße: 46 bis 60 cm Widerristhöhe, selten wiegen sie über 25 kg. Amerikanische Rassestandards geben bis zu 67 cm an.
  • Medium Size: 26 bis 45 cm Widerristhöhe
  • Miniature Xolo: Widerristhöhe zwischen 25 und 35 cm

Rassestandard

  • Die Kopfform bei der Standard-Varietät unterscheidet sich leicht von den kleineren Varietäten. Im Rassestandard wird nur die Standard-Varietät mit breitem, keilförmigem Schädel beschrieben. Behaarte Miniature Xolos gleichen eher Chihuahuas mit Deerhead. Der Stopp ist gut definiert aber nicht zu kantig.
  • Der Fang ist etwa so lang wie der Schädel, gerade und sehr kräftig. Bei den meisten Hairless Dogs ist das Gebiss nicht komplett. Der Nasenschwamm kann schwarz, braun, rosa oder gefleckt sein.
  • Bei manchen Xolos hängt die Zunge lahm aus dem Mund, was laut Rassestandard ein schwerer Zuchtfehler ist. Die rosafarbene Zunge kann dunkel gefleckt sein.
  • Die mittelgroßen Mandelaugen haben einen sehr intelligenten Ausdruck und sollten farblich zur Haut- und Fellfärbung passen. Alle Farben von Dunkelbraun (fast schwarz) über Braun und Bernsteinfarben bis zu hellem Gelb sind erlaubt. Blaue Augen kommen trotz der entfernten Verwandtschaft zu sibirischen Arktishunden nicht vor.
  • Die sehr beweglichen Fledermausohren sind lang und haben eine eher feine Struktur. Bei Aufregung werden sie aufrecht getragen, entspannt stehen sie im Winkel von 50 bis 80 Grad vom Körper ab. Bei behaarten Xolos waren bis vor wenigen Jahen auch Knick- und Rosenohren erlaubt, heute ist die Beschreibung für beide Typen einheitlich.
  • Der elegante und schlanke Hals ist ein typisches Merkmal der Rasse. Bei Welpen wirft die Nackenhaut leichte Falten, die im Erwachsenenalter verschwinden.
  • Der Körper ist leicht langgestreckt und sehr stark gebaut, die Bauchlinie zieht sich nur leicht auf und endet in langen, starken Lenden.
  • Flache und gut bemuskelte Schultern verleihen den Hunden viel Bewegungsfreiheit. Auch die Hinterläufe sind gut bemuskelt und nur leicht gewinkelt. Herausstehende Hüftknochen („Kuhhöcker“) sind höchst unerwünscht.
  • Die dünne und leicht gebogen getragene Rute kann beim nackten perro pelón leichte Flaumhaare aufweisen, die von der Spitze zum Ansatz hin kürzer werden. Bei behaarten Hunden bildet sich keine Bürste, sie ist gleichmäßig kurz behaart.

Einzigartige Färbung für jeden Hund

Die Vielfalt der Farben und der Verteilung von feinen Härchen bei nackten Xolos verleiht den meisten Vertretern der Rasse einen individuellen, nicht zu verwechselnden Look. Alle Farben sind erlaubt, wobei einfarbige und dunkle Farben in der Zucht bevorzugt werden.

Hairless (perro pelón)

  • Am gesamten Körper wächst kein Haar, stellenweise wird weicher Flaum aber akzeptiert.
  • Auf dem Kopf wächst bei manchen Hunden ein sichtbarer mittellanger Schopf aus spärlichem Haar.
  • Auch an der Rute wachsen manchmal ein paar Haare.
  • Es gibt verschiedene Hauttypen, von eher dicker und fester Haut bis hin zu sehr dünner, elastischer Haut. Der Hauttyp hängt nicht zwingend mit der Größe der Hunde zusammen.

Coated (behaart)

  • Am gesamten Körper wächst kurzes, gleichmäßiges und glattes Haar.
  • Auch die behaarten Xolos haben keine Unterwolle.
  • Die Fellzeichnung ist beim behaarten Typ sehr gut zu erkennen.

Diese Farben kommen häufig vor

  • Schwarz
  • Seal (braun)
  • Charcoal (bläulich-grau)
  • Grau (aschgrau hell bis dunkel)
  • Braun in allen Schattierungen (dunkel, rötlich bis blond)
  • Leberfarben
  • Gestromt
  • Cremetöne (Champagner bis gelblich-weiß) sind seltener als dunkle Farben und Mischfarben
  • Black-and-Tan mit roten Lohabzeichen
  • Tricolor
  • Weiße Abzeichen in jeder Größe sind erlaubt (oft mit dunklen Tupfen oder Schecken)
  • Alle Farben können einfarbig oder gemischt vorkommen (helle oder dunkle Wolken oder Piebald mit Platten).

Die unglaubliche Geschichte der amerikanischen Urhunde aus Mexiko

Wie Chihuahuas stammen auch Xolos von den Hunden der ersten amerikanischen Ureinwohner ab, die aus Sibirien über die Beringstraße nach Amerika übersiedelten. Wann die FOXI3-Mutation zum ersten Mal auftrat, bleibt umstritten, Schätzungen zufolge könnten die Nackthunde seit etwa 3000 Jahren existieren. Von den präkolumbianischen Genen ist nach der Besiedelung Amerikas durch Europäer kaum noch etwas übrig, das äußere Erscheinungsbild hat sich im Laufe der Jahrhunderte aber kaum verändert.

Hund des Gottes Xolotl

Der ursprüngliche Name Xoloitzcuintli geht auf die aztekische Gottheit Xolotl zurück. Die oft als Hund mit verdrehten Pfoten dargestellte Gottheit repräsentiert das Totenreich und das Unglück. Ihm unterstehen außerdem Blitz und Feuer und er ist Patron des Ballspiels Ulama, das mit Menschenopfern verbunden wird. In der Nahuatl-Sprache bedeutet das Wort so viel wie Diener oder Hofnarr. Spanische Entdecker berichten, dass die Hunde zu vielen Gelegenheiten als Speise angeboten wurden, auch in rituellen Opferungszeremonien ging es den Vierbeinern an den Kragen.

Verwandt oder nicht verwandt?

  • Mit dem maltesischen Pharaoh Hound ist der Xolo nicht direkt verwandt, obwohl die Ähnlichkeit verblüffend ist.
  • Windhunde und Xolos sind völlig unabhängig voneinander entstanden. Heutige Xolos tragen allerdings sehr viele Gene von europäischen Rassen in sich. Tatsächlich tragen sie nur noch etwa 3 % vorkolumbianischer Gene in sich.
  • Chihuahuas tragen immerhin 4 % vorkolumbianischer Gene in sich und haben zur Entstehung der Miniature Xolos beigetragen. Beide Rassen wurden von Azteken und Inkas gehalten und gegessen.
  • Peruanische Nackthunde (Perro sin Pelo del Perú) stammen direkt von den Vorfahren der Xolos ab.
  • Auch der Hairless Khala trägt das FOXI3-Gen in sich, das unter den amerikanischen Urhunden auftritt.
  • Der El perro pila (Argentine Pila) ist ein weiterer Nachkomme der mexikanischen Nackthunde.
  • Zum Ursprung Chinesischer Schopfhunde gibt es verschiedene Theorien, da sie das FOXI3-Gen mit südamerikanischen Rassen teilen. Bisher wird aber angenommen, dass sie von afrikanischen Nackthunden abstammen.
  • American Hairless Terrier entstanden in den 1980ern durch eine Mutation unter reirassigen Rat Terriern. Bei ihnen sorgt eine andere Genmutation für Haarlosigkeit, sie haben außerdem keine Schopfhaare wie Rassen mit FOXI3-Gen.
  • Afrikanische Nackthundrassen sind heute wahrscheinlich ausgestorben und ihr Ursprung kann kaum untersucht werden. Indische Jonangis sind so gut wie nackt, sie tragen aber kein FOXI3-Gen und sind nicht mit den Südamerikanern verwandt.

Das Wesen des Xoloitzcuintles: Von natürlichen Trieben geleitet

Xoloitzcuintli verlassen sich in vielen Situationen noch auf ihre primitiven Instinkte. Sie graben und klettern, haben ihren eigenen Kopf und zeigen sich scheu bei Fremden. Die aktiven Vierbeiner sind gesellig und lieben die Nähe zum Menschen. Lebt ein Xolo im Haus, sollte im besten Fall immer jemand zuhause sein. Werden sie vernachlässigt oder müssen sie täglich lange alleine bleiben, entwickeln sie destruktive Verhaltensweisen und werden zu unentspannten Nervenbündeln. Am besten sind sie deshalb im großen Familienkreis oder in Haushalten mit mehreren Hunden aufgehoben.

Nackter Kuschelhund für Allergiker

  • Xolos lieben es warm und kuschelig. Dein Begleiter wird – je nach Größe – immer an Deinen Füßen oder auf Deinem Schoß liegen wollen.
  • Von Fremden lässt der Aztekenhund sich nicht anfassen. Unbekannte Besucher bedeuten für ihn Stress.
  • Er ist ein zuverlässiger Wachhund, der Fremde verbellt und im Notfall verbeißt. Größere Xolos können auch als Schutzhunde ausgebildet werden.
  • Ein ausgeglichener mexikanischer Nackthund bellt nur, wenn es etwas zu melden gibt. Gelangweilte und nervöse Tiere bellen alles an, was ihre Aufmerksamkeit erregt (Wind, Vögel, Autos, Geräuschquellen aller Art).
  • Die Vierbeiner sind sensibel und nehmen es sich sehr zu Herzen, wenn sie schlecht behandelt werden. Unfaire Behandlung nagt an ihrem Selbstbewusstsein.

Für wen ist der Xolo der richtige Begleiter?

Da sie in allen Größen gezüchtet werden, kann so ziemlich jeder sich einen passenden Xolo anschaffen. Kleinere Nackthunde passen sich auch an das Stadtleben an, wenn sie tagsüber genug Auslauf bekommen. Sie geen sich mit mehreren kurzen Sport- und Spieleinheiten am Tag zufrieden. Größere Vertreter der Rasse sind geeignete Schutz- und Wachhunde, die aber viel Platz brauchen. Sie sind für sportliche Halter geeignet, die gern im Freien aktiv sind.

Die Erziehung – Einschüchterung führt zu nichts

Beim Umgang mit Xolos ist Fingerspitzengefühl gefragt. Sie lassen sich leicht erziehen, wenn mit positiven Verstärkern gearbeitet wird. Versuche Deinen Hund zu motivieren und sei nicht zu streng, wenn er einen Fehler macht oder etwas nicht versteht. Bestrafungen führen nur dazu, dass Dein Hund das Vertrauen in Dich verliert. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du Deinem Hund alles erlauben solltest – versuche sein Verhalten durch selbstbewusstes, aber sanftes Begrenzen anzuleiten, wenn er mal ungezogen ist oder sich in Gefahr bringt.

Je größer, desto mehr Bewegung braucht er

  • Die täglichen Spiel- und Sporteinheiten solltest Du an Größe, Temperament und Alter Deines Hundes anpassen.
  • Kleine Mexikaner beschäftigen sich gern mit dem Köpfchen und mit der Nase. Sie können sich hunderte Kommandos merken und glänzen bei Sportarten wie Dog Dancing oder Obedience.
  • Alle Xolos, ob nackt oder behaart, liegen bei heißem Wetter zu gern faul in der Sonne. Am wohlsten fühlen sie sich, wenn sie frei zwischen draußen und drinnen wählen können.

Pflege und Gesundheit: Die Tücken des FOXI3-Gens

Allgemein ist die Rasse sehr gesund – die durchschnittliche Lebenserwartung variiert je nach Größe und Abstammung zwischen 13 und 18 Jahren. Allerdings bringt die FOXI3-Mutation nicht nur Haarlosigkeit, sondern auch gewisse gesundheitliche Probleme mit sich. Viele Erbkrankheiten treten deshalb nur bei nackten Xolos auf.

Typische Probleme

  • Fehlstellungen der Zähne, fehlende Zähne oder frühzeitiger Zahnverlust
  • Fehlbildungen an den Ohren
  • Gestörte Immunabwehr
  • Hautkrebs
  • Erhöhte Sonnenbrandgefahr
  • Nervenerkrankungen

Diese Probleme treten auch bei behaarten Xolohunden auf

  • Hüft- und Ellenbogendysplasien
  • Magendrehungen bei größeren Hunden
  • Allergien

Sonderbehandlungen für Haarlose

Nackthunde bekommen keine Flöhe, sie riechen wenig (produzieren aber Talg wie alle Hunde) und müssen nicht gebürstet werden. Trotzdem ist die Haut recht anfällig und braucht manchmal speziellen Schutz:

  • Zecken können sich schneller verbeißen als bei Rassen mit dichtem Fell. Sie sind glücklicherweise leicht zu finden und zu entfernen.
  • Bei starker UV-Strahlung kannst Du mit Sonnencreme für zusätzlichen Schutz sorgen. Besonders helle Haut bekommt schneller einen Sonnenbrand als dunkle.
  • Im Winter und bei Regenwetter solltest Du die Haut Deines Hundes mit passenden Hundejacken schützen.

Xoloitzcuintle Welpen beim Züchter kaufen: Darum sind nackte Welpen so teuer

Die Mutation des FOXI3-Gens wird nur heterozygot vererbt (Paare aus Haarlos- und Haar-Genen), deshalb kommen in fast jedem Wurf der Rasse behaarte und unbehaarte Welpen vor. Da nackte Xolos beliebter und wertvoller sind, freuen sich Züchter über eine hohe Zahl von nackten Welpen. Werden zwei nackte Xolos verpaart, treffen mit 25 % Wahrscheinlichkeit zwei Haarlos-Allele aufeinander: Diese homozygote Paarung von Allelen (Haarlos + Haarlos) führt immer zum Absterben des betroffenen Embryos! Seriöse Züchter wählen deshalb nur Paare aus behaarten und unbehaarten Xolos zur Vermehrung.

Hier findest Du geprüfte Züchter

Hinweise für die Züchtersuche

  • Jeder Züchter konzentriert sich auf bestimmte Größen und Farben. Frage zuerst nach, welche Typen der Züchter vermehrt.
  • Kaufe niemals Welpen aus dem Internet. Besuche den Züchter zuhause und lerne Welpen und Mutter vor dem Kauf kennen.
  • Haarlose Xolo-Welpen mit Stammbaum kosten 2000 bis 4000 Euro. Ihre behaarten Geschwister sind deutlich günstiger.

Fazit: Der Xoloitzcuintle ist durch und durch besonders

  • Die Nackthunde kommen in vielen verschiedenen Variationen vor. Behaarung, Körpergröße, Augenfarbe und Fell- oder Hautfarbe variieren. Deshalb ist jeder Xolo ein Unikat.
  • Sie eignen sich als Wachhunde, eine Schutzfunktion können aber nur die Größeren einnehmen.
  • Haarlose Xolos sind allergikerfreundlich und sauber, sie brauchen aber Schutz vor Sonne, Regen und Kälte.
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