Cookies

Cookie-Nutzung

Thai Ridgeback: Ein Unikat unter den Pariahunden

Thai Ridgeback 03 Thai Ridgebacks sind in vielen Punkten besonders: Weltweit gibt es nur drei Rassen mit sogenanntem Ridge, die seltsamerweise nicht sehr eng miteinander verwandt sind. Die über Jahrhunderte isoliert aufgewachsenen Hunde ähneln den halbwilden Pariahunden aus Australien, Amerika und Afrika, da sie sich durch natürliche Selektion entwickelten. Wir haben alles Wissenswerte über die seltene Rasse in Erfahrung gebracht:
Besonderheiten
  • Rückenfell wächst gegen den Strich
  • Sehr guter Springer
  • Ausgeprägter Schutzinstinkt
  • Jagd- und Wachhund
  • Hund vom Urtyp

Rasseportrait: Thai Ridgeback

Aspekt Details
Andere Namen Mythaidog, Thai Lang-An
Herkunft Thailand
Klassifikation Hunde vom Urtyp
Größe Widerristhöhe bei Rüden 56 – 61 cm, bei Hündinnen 51 – 56 cm
Gewicht Nicht festgelegt, meist um die 40 kg
Körperbau Breit, länger als hoch, sehr kräftig
Augen Mittelgroß und mandelförmig, dunkelbraun oder bernsteinfarben, ernster Blick
Ohren Seitlich ansetzende, spitze Stehohren
Fell & Farbe Sehr kurz, einfarbig schwarz, rot, blau oder isabell
Besonderheiten Runzeln an der Kehle und am Kopf (keine Falten)
Charakter Wachsam, starker Jagdtrieb, starker Schutzinstinkt
Pflege Pflegeleichtes Fell
Gesundheit Dermoid Sinus erblich bedingt, empfindlich gegen Kälte
Zucht Kleine Züchtercommunity in Deutschland

Merkmale des Thai Ridgebacks – der mysteriöse Gargoyle aus Thailand

Die starken und respekteinflößenden Hunde sind auf den thailändischen Inseln weitgehend unabhängig von anderen Rassen entstanden. Deshalb unterscheidet sich die Physiologie auch von allen ähnlichen Hunden, die wir kennen. Mit einer durchschnittlichen Widerristhöhe von 56 bis 61 cm für Rüden sind sie etwas größer als australische Dingos, aber deutlich kleiner als europäische Wölfe oder Mastiffs. Hündinnen sind mit einer Widerristhöhe zwischen 51 und 56 cm kleiner und auch schmaler gebaut. Ein bestimmtes Gewicht wird im Rassestandard nicht vorgegeben, Halter und Züchter geben aber an, dass ihre Hunde um die 40 Kilogramm wiegen.

Thai Ridgeback 03

Der Hund, der wie eine Statue aussieht

  • Der eindrucksvolle Kopf ist kaum mit anderen Rassen zu vergleichen. Am nächsten kommt die flache Schädelform dem Pit Bull, der Fang ist aber deutlich länger, jedoch nicht ganz so lang wie der Schädel. Im Gesicht und an der Kehle runzelt sich die Stirn.
  • Am keilförmigen Fang liegt die Haut straff an. Der Nasenschwamm ist schwarz, bei blauer Fellfarbe darf er auch blau sein. Die Zunge ist schwarz gefleckt.
  • Die mittelgroßen Augen sind dunkelbraun oder bernsteinfarben. Auch hellgraue oder blaue Augen kommen vor, werden im Rassestandard aber nicht erwähnt.
  • Straffe Stehohren setzen seitlich am Schädel an und werden nach vorn gerichtet. Sie laufen spitz zu, ohne kupiert zu werden.
  • Ein mittellanger, leicht gebogener Hals geht in einen breiten Rücken mit kräftigen Lenden und leicht abfallender Kruppe über. Am Hals sollte die Haut keine Wamme bilden, bei den meisten Hunden entwickelt sich aber zumindest eine lose Kehlhaut. Die Rippen sollten gut gebogen, aber nicht fassförmig sein und der Bauch ist gut aufgezogen.
  • Die Schultern sind schräg nach hinten gelagert und die Knie sind gut gewinkelt. Vorder- und Hinterläufe sind sehr gut bemuskelt und sprungbereit. Vorn und hinten sind die Pfoten oval geformt und die Zehenknochen gut zu erkennen (wie bei einem Gargoyle).
  • Die Rute wird leicht gekrümmt und aufrecht getragen. Am Ansatz ist sie stark und dick, zur Spitze hin verjüngt sie sich. Die Unterseite der Rute ist nicht länger behaart als der Körper.

Der Hund mit dem Rückenkamm

Bis auf den Ridge wächst das Fell am ganzen Körper extrem kurz, sodass die Muskelpartien und Venen sehr gut erkennbar sind. Zum Wuchs des Rigdes gibt es genaue Vorgaben:

  • Der Ridge muss symmetrisch auf der Wirbelsäule liegen.
  • Er darf nicht über die Breite des Rückens hinausgehen.
  • Haarwirbel am vorderen Ende des Ridges werden akzeptiert.

Diese Farben kommen vor

  • Rot mit schwarzer Maske
  • Schwarz
  • Blau (Dilute-Schwarz)
  • Isabella (Dilute-Rot)
  • Das Fell ist immer einfarbig, ohne hellere oder dunklere Schattierungen.

Thai Ridgeback 02

Die Geschichte des Thai Ridgebacks – Pariahund im thailändischen Golf

Der Thai Ridgeback wurde über Jahrhunderte völlig isoliert auf den Inseln im thailändischen Golf gehalten. Er ist nicht direkt mit dem Phu Quoc Ridgeback verwandt und deutlich größer als dieser. Auch die Verbindung zum Rhodesian Ridgeback aus Südafrika scheint nur durch den Ridge gegeben zu sein, der bei allen drei Ridge-Rassen durch das selbe Gen ausgelöst wird. Ein gemeinsamer Vorfahre ist deshalb sehr wahrscheinlich, die Rassen hatten aber seit mindestens 1000 Jahren keinerlei Kontakt und sind eher als entfernte Verwandte zu betrachten.

Tempelhund mit Würde

  • Thai Ridgebacks zogen schon im 16. Jahrhundert um die Tempel auf den Inseln im thailändischen Golf.
  • Auf den Inseln gab es keine anderen Hunderassen. Die Thai Ridgebacks zogen frei umher und es gab keine Zuchtauswahl.
  • Sie dienten zur Abschreckung von Fremden und hielten Ungeziefer und Wildtiere von den Tempeln fern.
  • Gefüttert wurden die Tiere nur nach erfolgreicher Beteiligung bei der Jagd. Durch die harten Bedingungen in den dichten Wäldern sind sie sehr robust und wendig.

Modische Rasse mit langer Geschichte

In Europa, Großbritannien und den Vereinigten Staaten ist die außergewöhnliche Rasse erst seit wenigen Jahren bekannt. Weltweit werden jährlich nur wenige tausend Welpen pro Jahr geboren, die meisten von ihnen immer noch in Thailand. Außerhalb von Thailand leben die meisten Halter in Großbritannien.

Das Wesen des Thai Ridgebacks – Stolzer Beschützer mit Freiheitsdrang

In der Schweiz werden Thai Ridgebacks als möglicherweise gefährliche Rasse gehandelt. Für Pariahunde ist das Leben kein Zuckerschlecken, was man auch dem Thai Ridgeback anmerkt, der immer in Alarmbereitschaft zu sein scheint. Im Vergleich zu anderen halbwilden Rassen ist der Thai Ridgeback dem Menschen aber sehr zugeneigt und liebt die Nähe zu seiner Familie. Für Familien mit kleinen Kindern ist der Vierbeiner mit dem komplexen Charakter allerdings eher ungeeignet. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Diese Verhaltensweisen sind typisch

  • Im Familienkreis übernimmt er die Funktion des Beschützers. Er ist kein One-Man-Dog, sondern kümmert sich um alle Familienmitglieder.
  • Der ausgeprägte Schutzinstinkt zeigt sich bei fremden Besuchern und an der Leine. Kommen andere ihrer Familie zu nahe, gehen sie in Abwehrstellung.
  • Ridgebacks sind extrem territorial und streifen gern durch Haus und Garten, um nach dem Rechten zu sehen. Fremde dürfen keinen Fuß auf das Grundstück setzen.
  • Neue Freunde (tierisch oder menschlich) haben es beim Thai Ridgeback schwer. Erst nach vielen freundlichen Begegnungen lassen sie Nähe zu.
  • Andere Vierbeiner halten Thais eher auf Abstand, solange sie an der Leine geführt werden. Freilaufend zeigen sie sich aufgeschlossener, von aggressiven Rüden lassen sie sich jedoch schnell provozieren.
  • Die Nähe zum Menschen ist den sensiblen Tieren sehr wichtig. Werden sie vernachlässigt oder unterfordert, sind die Möbel im Haus nicht sicher.

Thai Ridgeback 01

Haushund mit Wildhund-Fähigkeiten

  • Thai Ridgebacks können extrem hoch springen. Ohne Anlauf überwinden sie Mauern und Zäune in Menschenhöhe, mit Anlauf schaffen sie noch höhere Hindernisse.
  • Sie sind eigenständige und fähige Jäger. Kleintiere und Vögel sind vor ihnen nicht sicher. Auch fliehende Rehe und größere Säugetiere können ihren Jagdtrieb wecken, wenn sie sichtbar fliehen (Sichtjäger).

Die Erziehung: Drachenzähmen leicht gemacht

Die Erziehung eines Thai Ridgebacks ist eine Herausforderung für unerfahrene Halter. Wenn Du liebevoll mit Deinem Vierbeiner umgehst und trotzdem diszipliniert bleibst, wird er sich aber zum zuverlässigen Familienfreund entwickeln. Wichtig bei der Erziehung ist eine gute Sozialisierung, um unnötige Aggressionen gegenüber Fremden einzuschränken. Schon als Welpe sollte Dein Hund Artgenossen, Freunde und andere Menschen kennenlernen und so viele positive Erlebnisse wie möglich sammeln.

Brauchen territoriale Hunde eine Schutzhundausbildung?

  • Züchter und Halter sind sich nicht einig, wenn es um die Schutzhundausbildung für Rassen geht, die ohnehin kampfbereit und beschützerisch sind.
  • Einige Halter meinen, dass aggressive Hunde so scharf gemacht werden könnten.
  • Andere Quellen stellen fest, dass das territoriale Verhalten der Tiere so sehr gut in geregelte Bahnen geleitet werden kann.
  • Ob mit oder ohne Schutzhundausbildung: Mit einem Thai Ridge an Deiner Seite bleiben potenzielle Angreifer fern.

Nimm Dir Zeit für Deinen Vierbeiner

Der Thai Ridge ist ein unbestechlicher Wachhund, er sollte aber nicht den ganzen Tag allein gelassen werden. Die intelligenten Fellnasen brauchen eine sinnvolle Aufgabe und viel Auslauf. Wenn Du nicht aufpasst, springt Dein vierbeiniger Freund über den Zaun und dreht eigenständig seine Runden durch das Territorium.

Tipps für ein ausgeglichenes Leben mit Thai Ridge

  • Lasse Deinen Hund frei im Garten und im Haus seine Runden drehen.
  • Ihr solltet euch täglich etwa 1,5 bis 2 Stunden sportlich betätigen. Geländeläufe und Jagdspiele gehören zu den Spezialitäten des Thais.
  • Der Jagdtrieb in Verbindung mit großer Kraft und einem enormen Sprungvermögen kann zu gefährlichen Situationen führen: Halte Deinen Vierbeiner zur Sicherheit immer an einer Schleppleine.

Pflege und Gesundheit: Robust durch natürliche Selektion

Thai Ridgebacks sind sehr robust und sind von wenigen Erbkrankheiten befallen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 12 bis 13 Jahren, was normal für Hunde dieser Größe ist. In Europa kann die Rasse ihre gute Gesundheit nur behalten, wenn Züchter ihre Zuchthunde sorgsam auswählen und keine Rassen mit Anfälligkeiten einkreuzen.

Dermoid Sinus – Die „Ridge-Krankheit“

Nur Hunde mit Ridge-Gen können am Dermoid Sinus erkranken. Schon während der embryonalen Entwicklung bilden sich bei diesem Gendefekt zystenartige Tunnel in der Haut, die sich leicht entzünden können und operativ entfernt werden müssen. Nach der chirurgischen Entfernung kann kein neuer Dermoid Sinus entstehen. Betroffene Hunde und solche mit betroffenen Geschwistern sind von der Zucht ausgeschlossen.

Pflege für kurzes Samtfell

  • Das extrem kurze Fell schützt nicht vor Kälte. Der Thai friert schnell und braucht bei kalten Temperaturen und schlechtem Wetter immer eine Jacke.
  • Zum Abbürsten solltest Du einen Noppenhandschuh für kurze Haare nutzen (wie beim Pferd).
  • Grobe Verschmutzungen lassen sich mit einem feuchten Waschlappen abwischen. Baden ist nur selten nötig (wenn überhaupt).
  • Das Fell haart das ganze Jahr über, die Haarmengen halten sich aber in Grenzen.

Thai Ridgeback Welpen vom Züchter kaufen – Spare nicht bei der Anschaffung

Die seltene und bei Hundeliebhabern sehr gefragte Rasse wird in Europa erst seit wenigen Jahrzehnten gezüchtet. Da der Preis für Welpen zwischen 1800 und 3000 Euro betragen kann, werden Thai Ridgebacks leider auch häufig Ziel von illegalen Welpenhändlern. Bevor Du einen Welpen kaufst, solltest Du den Züchter also unbedingt überprüfen und seine Hunde kennenlernen.

Hier findest Du geprüfte Züchter

  • Im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) sind wenige aktive Züchter gemeldet. Die meisten kommen aus Niedersachsen oder NRW.
  • Im Züchterverzeichnis des Clubs für Exotische Rassehunde e.V. sind Züchter aus fast allen Postleitzahlgebieten vertreten.

Checkliste: Diese Dinge solltest Du bei Züchtern prüfen

  • Kann der Züchter die Reinrassigkeit belegen?
  • Gibt es einen Stammbaum, der inzüchtige Verpaarungen ausschließt?
  • Wurden die Welpen und die Elterntiere tierärztlich untersucht?
  • Liegt ein Gentest für DS vor?
  • Sind im Stammbaum schon Fälle von DS vorgekommen?
  • Werden die Hunde im Haus gehalten und sind sie Teil des Familienlebens beim Züchter?

Fazit – Der Wachhund mit besonderem Erscheinungsbild

  • Thai Ridgebacks sind eindrucksvolle und exotische Erscheinungen. Da sie Fremden skeptisch begegnen und ihre Familie instinktiv verteidigen, reichen Drohgebärden völlig aus, um potenzielle Angreifer zu verschrecken.
  • Die Hunde haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und sie können sehr hoch springen. Entdecken sie beim Spielen oder Gassigehen ein flüchtendes Tier, kann das lebensgefährlich werden.
  • Sie sind sehr menschenbezogen. Halter sollten sich 2 bis 4 Stunden täglich mit ihrem Hund beschäftigen, am liebsten im freien Gelände.
[/two_third][/su_toc_container]

Inhaltsverzeichnis

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

nach oben