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English Toy Terrier – Black and Tan als Uniform

English Toy Terrier 01 Der English Toy Terrier ist ein traditioneller Rattenfänger und eng verwandt mit dem etwas größeren Manchester Terrier. Beide Rassen kommen nur in Black-and-Tan vor – die Färbung wurde für Stallhunde und Arbeitshunde bevorzugt, während Jagdhunde in Großbritannien meist in weiß gezüchtet wurden, um sie besser von Wildtieren unterscheiden zu können. Heute ist der Black-and-Tan Terrier aus England nahezu ausgestorben: Weltweit versuchen Züchter, den Genpool der Rasse durch Einkreuzungen ähnlicher Hunde zu erhalten.
Besonderheiten
  • Wachsam und aktiv
  • Jagt selbstständig Kleintiere
  • Farbe immer Schwarz mit Loh
  • Weltweit wenige Zuchtlinien
  • Sehr selbstbewusster Toy

Rasseportrait: English Toy Terrier

Herkunft England
Klassifikation Begleithund
Größe Widerristhöhe 25 – 30 cm
Gewicht 2,7 – 3,6 kg
Körperbau Feine Knochen und kleine Pfoten, trotzdem muskulös
Augen Klein, dunkel und mandelförmig
Ohren Stehohren, Form ähnlich einer Kerzenflamme
Fell & Farbe Farbe immer black-and-tan, kurzes und glattes Fell
Besonderheiten Stadthund
Charakter Lernfähig, wachsam, anhänglich
Pflege Pflegeleichtes Fell
Gesundheit Xanthinurie, Von Willebrand Syndrom, Juvenile Dilatative Kardiomyopathie und Patellaluxation können durch Gentests vermieden werden, Legg-Calve-Perthes Syndrom und Augenkrankheiten nur durch gute Zuchtauswahl
Zucht Weltweit sehr selten

Der kleine Toyhund mit dem großen Selbstbewusstsein – Erkennungsmerkmale

Der English Toy gehört mit einer idealen Widerristhöhe zwischen 25 und 30 cm zu den Minirassen (Toys). Trotzdem ist er nicht zu zierlich: Er bringt trotz seiner niedrigen Körperhöhe bis zu 3,6 kg auf die Waage, das Mindestgewicht liegt bei 2,7 kg.

English Toy Terrier 02

Ähnliche Rassen in Black-and-Tan

  • Manchester Terrier (der deutlich größer ist)
  • Manchester Toy Terrier (der ETT hat im Vergleich einen kleineren Kopf und größere Ohren)
  • Zwergpinscher (beim Pinscher ist der Stopp ausgeprägter und der Kopf runder)
  • Prager Rattler (durch seine großen, runden Augen und den Apfelkopf vom English Toy zu unterscheiden)

Der Rassestandard

  • Der Kopf ist anders als bei vielen Toyrassen eher länglich mit leicht ausgeprägtem Stopp und flachem Schädel. Die Backen sind nicht betont.
  • Zur Spitze hin verjüngt sich der Fang keilförmig. Der Nasenschwamm ist immer schwarz pigmentiert.
  • Die mandelförmigen Augen sind eher klein und sollten so dunkel wie möglich gefärbt sein.
  • Laut FCI-Rassestandard haben die Ohren die „Form einer Kerzenflamme“. Sie sind dünn beledert und nicht zu groß.
  • Der kompakte Körper erhält seine stramme Haltung durch den langen, anmutig gebogenen Hals und die leicht gebogene Rückenlinie, die an der Kruppe wieder leicht abfällt. Die Brust ist schmal und tief, zu den Lenden hin zieht sich das Profil elegant auf.
  • Zierliche, kompakte Katzenpfoten sind typisch für die Rasse. Die Läufe sind mit feinen Knochen ausgestattet und das Gesäß ist leicht gerundet. Der English Toy neigt zu sogenannten hackney-Bewegungen: Beim Gehen zieht er die Vorderläufe hoch wie ein Zirkuspferd. Dieser Gang ist in der Zucht nicht erwünscht.
  • Auch bei der Haltung der tief ansetzenden Rute kennt der FCI-Standard keinen Spaß: Die „lustige Rutenhaltung“ ist laut Standard unerwünscht (was die meisten Toys nicht interessiert).

Das typische Fell

Das Fell des English Toy Terriers lässt sich eigentlich schnell beschreiben. Es ist kurz, glatt und immer schwarz mit Lohabzeichen. Unter Züchtern und Experten gibt es da noch einiges mehr zu beachten:

  • Die schwarze Grundfarbe ist ebenholzfarben, die Lohabzeichen sind kastanienrot.
  • Von vorn betrachtet reicht die Lohfarbe an den Vorderläufen bis zu den Fußwurzelgelenken. An den Innen- und Rückseiten der Läufe reichen die Lohabzeichen bis zum Ellenbogen.
  • Laut FCI befindet sich auf jeder Zehe ein schwarzer Strich, außerdem sind schwarze „“Daumenabdrücke““ unter dem Kinn und im Zentrum des Mittelfußes erwünscht.
  • An den Hinterläufen wird die Lohfärbung durch einen schwarzen Querstreifen in der Mitte des Unterschenkels getrennt.
  • Der Fang ist lohfarben, Nase und Nasenrücken sind immer schwarz.
  • Weiße Abzeichen sind absolut unerwünscht.

Die Geschichte des English Toy Terriers – Der Zwicker aus dem Rat Pit

Der English Toy Terrier gehört zu einer großen Gruppe von modernen Rassen, die eng miteinander verwandt sind, deren Ursprung aber nicht mehr genau geklärt werden kann. Eine enge Verwandtschaft mit Rattlern wie dem Deutschen Zwergpinscher ist inzwischen belegt, es bleibt jedoch ungeklärt, ob englische Black-and-Tan Terrier zur Entwicklung der Black-and-Tan Pinscher beigetragen haben, oder ob es andersherum gewesen ist. In England entstand der English Toy Terrier aus der gezielten Kleinzüchtung von Manchester Terriern. Beide stammen vom inzwischen ausgestorbenen English Black-and-Tan ab – die korrekte Bezeichnung für die Rasse lautet deshalb auch English Toy Terrier (Black and Tan).

Der Einsatz im Rat Pit

In der englischen Arbeiterschicht im 18. Jahrhundert waren kleine Hunde (mit geringem Futterbedarf) beliebte Rattenfänger im Haus. Das Wetten war damals ein verbreiteter Zeitvertreib, so hatte fast jeder Arbeiter einen eigenen kleinen Rat Pit Hund: Im Rat Pit wurden Ratten ausgesetzt, die danach von den Hunden um die Wette gesucht und getötet wurden. Wer die meisten Ratten fing, bekam den Pot. Vor diesem blutigen Geschäft nutzte man in Europa kleine kurzhaarige Hunde als Stallhunde zur Bewachung von Kutsche und Vieh und zum Fangen von Ratten.

Enge und ferne Verwandte des ETT

  • Der English Toy ist wahrscheinlich die älteste englische Toyrasse (unter 30 cm Widerristhöhe). Viele moderne Toyrassen wurden durch Einkreuzungen mit dem zierlichen ETT entwickelt.
  • Von ihm stammen unter anderem der Rat Terrier (USA), der Russkiy Toy Terrier (Russland) und der Deutsche Jagdterrier.
  • Er teilt gemeinsame Vorfahren mit dem Welsh Terrier, dem Beauceron und den Pinschern (Dobermann, Deutscher Pinscher, Zwergpinscher).
  • Da die Population von English Toy Terrier und Manchester Terrier weltweit dramatisch sinkt, erlauben einige Länder die Einkreuzung von ähnlichen Rassen: In den USA dürfen Manchester Toy Terrier mit entsprechenden Merkmalen als English Toys registriert werden.

English Toy Terrier 01

Das Wesen des English Toy Terriers – Klein aber nicht schüchtern

Der kleine Toy mit dem großen Selbstbewusst sein überschätzt sich in vielen Situationen: Er stürzt sich wagemutig in Büsche, provoziert auch mal größere Hunde und hält sich allgemein für unbesiegbar. Da er das nicht ist, braucht er einen Halter, der ihn beschützt (auch wenn er selbst es andersherum sieht). English Toys können problemlos in Stadtwohnungen gehalten werden und passen sich auch an das Büroleben von Singlehaltern an. Die anspruchslosen Vierbeiner haben aber einen Schwachpunkt: Sie können sich schlecht allein beschäftigen.

Charakterstärken und -schwächen

  • Intelligent und fordernd (möchte beschäftigt werden)
  • One-Man-Dog: Ohne seinen Lieblingsmenschen fühlt er sich nicht vollständig
  • Wachsam ohne Nervosität, aber bellfreudig
  • Verspielt, manchmal zu grob beim Toben
  • Selbstbewusster und aktiver als andere Toy Rassen

Kein Schoßhund für Faulenzer

Die meisten Toy Rassen sind reine Begleithunde, die sich mit gelegentlichen Gassirunden begnügen. Nicht so der ETT: Er möchte Sport treiben, herumalbern und ausdauernd laufen. Obwohl er so klein ist, wird er deshalb für sportliche Halter empfohlen, die sich gern aktiv mit ihrem Hund beschäftigen möchten. Auch für Familien mit Kindern ist er geeignet, er sollte aber nicht unbeaufsichtigt mit unerfahrenen Kindern spielen, da beide Seiten zu wenig Feingefühl beim Toben haben und sich verletzen könnten.

Erziehung: Für alles zu gebrauchen

Mit guter Erziehung kann der englische Winzling fast jede Aufgabe übernehmen: Er eignet sich als Wachhund, hält Ungeziefer fern, spürt Wild auf und kann sogar als Hütehund abgerichtet werden. Ein Schutzhund wäre er auch gern, zum Abwehren von Angreifern it er aber viel zu zierlich. Jede investierte Erziehungsstunde zahlt sich aus, denn die Vierbeiner lernen schnell und lieben es, Neues zu entdecken und sich Lob zu erarbeiten.

Beschäftigungsmöglichkeiten

  • Jagdspiele (Ball, Angel, zerknüllte Zeitung, kurz alles, was sich bewegt)
  • Tricks lernen
  • Begegnungen in der Nachbarschaft und gesellige Unternehmungen (kann überall mit hin)
  • Hundesport (Agility, Obedience, Dog Dancing etc.)

Tipps für ein Leben ohne Kläffen

Jeder Hund bellt mal, wenn er aufgeregt spielt oder etwas Ungewöhnliches bemerkt. Damit das Bellen nicht überhand nimmt, solltest Du ein paar Erziehungstipps beachten:

  • Ein gut sozialisierter ETT ist selten nervös und lässt sich von Straßengeräuschen, Geräuschen im Haus, Besuchern und anderen alltäglichen Reizen nicht aus der Ruhe bringen.
  • Mit Sozialisierung meinen Hundeexperten Gewöhnung: Sogar auf Feuerwerkskracher an Silvester kannst Du Deinen Hund vorbereiten, indem Du ihn früh genug an Feuerwerksgeräusche gewöhnst und sie mit positiven Reizen verbindest. Spiele zum Beispiel ein lautes Feuerwerk bei Youtube ab oder lasse einen Komplizen einen kleinen Knaller im Garten zünden und belohne Deinen Vierbeiner, wenn er nicht bellt.
  • Wenn Dein Hund unerwünscht lange oder oft bellt, solltest Du ihn nicht aufgeregt bestrafen und auf gar keinen Fall schreien. Bleib immer ruhig, und zeige Deinem Hund bestimmend (und eventuell mit Aussicht auf Futterbelohnung), dass er jetzt ruhig bleiben sollte.

Die Gesundheit des English Toy Terriers – Ernste Krankheiten sind selten

Obwohl bei der Rasse einige Erbkrankheiten vorkommen, sind die meisten Welpen dank verantwortungsvoller Zucht in den letzten Jahrzehnten gesund und erreichen ein Alter von durchschnittlich 15 Jahren. Die meisten Erbkrankheiten können durch Gentests ausgeschlossen werden, natürlich trägt auch eine gute Haltung zu einem langen und gesunden Hundeleben bei.

Erbkrankheiten

  • Patellaluxationen (Verspringen des Kniegelenks) können haltungsbedingt oder erblich bedingt auftreten.
  • Juvenile Dilatative Kardiomyopathie ist eine ernste Herzerkrankung, die schon früh zum Tod führen kann.
  • Von Willebrand Syndrom ist eine Form der Blutgerinnungsstörung. Wunden bluten sehr intensiv.
  • Angeborene Taubheit kann ebenfalls vorkommen.
  • Xanthinurie ist eine Überproduktion von Xanthin, das sich im Urin sammelt und zu Blasensteinen führen kann.
  • Räude ist eine durch Milben ausgelöste Hauterkrankung (gleich der Krätze bei Menschen), die nicht erblich bedingt ist. Der ETT ist allerdings sehr anfällig.
  • Für das Legg-Calve-Perthes Syndrom liegt derzeit noch kein Gentest vor. Die schmerzhafte Fehlbildung der Gelenke kann zu verkümmert ausgebildeten Knochen führen.
  • Je größer die Augen, desto häufiger treten Augenkrankheiten wie Grüner Star, Grauer Star oder Linsenluxationen auf.

Nicht für Hitze geschaffen

Der flinke Engländer ist für kühle Temperaturen geschaffen und muss sich bei starker Hitze an einem schattigen Plätzchen abkühlen. Wenn er ohne Belastung stark hechelt, würgt oder mit Herzrasen und schneller Atmung herumliegt, braucht er dringend eine Abkühlung! Das glatte, kurze Fell ist pflegeleicht und isoliert effektiver, wenn abgestorbene Haare herausgebürstet werden.

English Toy Terrier vom Züchter kaufen – Trage zur Erhaltung der Rasse bei

Reinrassige English Toy Terrier sind weltweit zur Seltenheit geworden. Viele Züchter müssen Deckrüden und Welpen aus dem Ausland importieren, um den Genpool gesund und vielfältig zu halten. Die Anschaffung eines Miniwelpen hat ihren Preis, nicht nur wegen der Seltenheit der Tiere, sondern auch wegen der großen Anzahl an Gentests, die bei Zuchttieren durchgeführt werden. Mit Preisen ab 1000 Euro ist zu rechnen, aber auch 2000 Euro für Welpen sollten Dich bei guten Zuchtlinien nicht überraschen.

Hier findest Du Welpen

  • Im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) sind aktuell drei Züchter der Rasse gelistet.
  • Der Klub für Terrier führt vier Züchter der Rasse im Züchterverzeichnis.
  • Hier geht es zu einer English Toy Terrier Zucht in Bayern
  • Hier findest Du einen zertifizierten Züchter in Voerde (NRW)

Darauf sollten Züchter achten

  • Wenn Du nach einem Welpen suchst oder Deinen gesunden English Toy Terrier als Deckrüden oder Hündin für die Zucht einsetzen möchtest, solltest Du Dich genau über die rassetypischen Krankheiten und die möglichen Gentests zur Vermeidung dieser informieren.
  • Auch übermäßig ängstliche oder aggressive Hunde sollten nicht für die Zucht eingesetzt werden, um das ausgeglichene und selbstbewusste Wesen zu wahren.

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