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West Highland White Terrier: Berühmt aus der Werbung, beliebt als Begleithund

West Highland Terrier 03 Der West Highland White Terrier, kurz Westie, ist in Deutschland seit Jahrzehnten beliebt. Sein flauschiges und reinweißes Fell braucht viel Pflege, diese genießt er aber in vollen Zügen. Hierzulande wird der einstige Jagdhund fast ausschließlich als Begleithund gehalten. Um den quirligen Hund auf Dauer bei Laune zu halten, solltest Du ihn im Alltag mit abwechslungsreichen Spielen und Ausflügen fordern.
Besonderheiten
  • Ausgeprägter Jagdinstinkt
  • Aufmerksam und intelligent
  • Löst Aufgaben selbstständig
  • Tapfer und wetterfest
  • Lebensfreudig

Rasseportrait: West Highland Terrier

HerkunftSchottland
KlassifikationJagdhund, heute Begleithund
Größe25 – 28 cm
GewichtHündinnen 6 – 7 kg, Rüden 7 – 10 kg
KörperbauMuskulös, kompakt, mittellange Stehrute
AugenDunkel und weit auseinanderstehend
OhrenDreieckig, aufrecht stehend und nach vorn geneigt
Fell & FarbeEinfarbig weiß
BesonderheitenEng mit Cairn Terriern verwandt
CharakterBegabte Jäger, furchtlos, freundlich
PflegeTägliche Fellpflege ist nötig
GesundheitSeltene aber schwere Erbkrankheiten, Gentests für die Zucht erforderlich
ZuchtIn Deutschland weit verbreitet

Das Erscheinungsbild des West Highland White Terriers: Klein, weiß und kantig

Westies haben strahlend weißes Fell, das regelmäßig getrimmt und in Form gebracht werden muss. Markant ist auch der flauschige Schnurrbart, der manchmal recht wild absteht. Auch die Backen, die Ohren und der Hinterkopf sind mit mittellangen Wuschelhaaren bedeckt, wodurch der Kopf deutlich breiter wirkt. Die optimale Widerristhöhe für Rüden und für Hündinnen wird mit 28 cm angegeben, wobei der Geschlechterunterschied deutlich zu erkennen ist. Hündinnen wiegen in der Regel zwischen 6 und 7 Kilogramm, Rüden können bis zu 10 Kilogramm auf die Waage bringen.

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Der West Highland White Terrier vom Wuschelkopf bis zur senkrecht getragenen „“Zeigefinger““-Rute

  • Der Kopf wird nicht vorgestreckt, sondern möglichst gerade gehalten. Trotz der reichen Behaarung ist der deutlich ausgeprägte Nasenstopp deutlich erkennbar.
  • Gut sichtbar ist der schwarze Nasenschwamm, der leicht aufgestülpt und reltiv groß ist. Auch die Lefzen und der Gaumen sind bei den meisten Westies schwarz gefärbt.
  • Die dunklen Mandelaugen werden von markanten Augenbrauen umrahmt.
  • Die breiten und dreieckigen Ohren stehen gerade ab und sind nach vorn gerichtet.
  • Der Körper ist kompakt und der Kopf wirkt durch seine Behaarung proportional leicht vergrößert. Die kurzbeinigen Hunde sind gerade gebaut und die Rippen füllen die gesamte Körpermitte aus.
  • Die mittellange Rute wird meist gerade nach oben getragen wie ein Finger. Zur Spitze hin verjüngt sie sich leicht und sie ist mit mittellangem Haar bedeckt, das die natürliche Form nicht verschleiert.
  • Das weiße Fell ist mittellang am Rücken, am Kopf und an der Rute, an der Unterseite des Körpers wächst es lang und muss regelmäßig getrimmt werden.

Geschichte: Gut sichtbarer Boden- und Heckenjäger

Genetisch ist der West Highland White Terrier eng mit anderen englischen und schottischen Rauhaar-Terriern verwandt. Schon im 16. Jahrhundert wurden die verschiedenen Terrier zur Jagd auf Dachse, Otter, Füchse und andere im Bau lebende Tiere eingesetzt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die verschiedenen Rassen reingezüchtet und nicht mehr untereinander gekreuzt. Woher die britischen Jagdhunde ferner stammen, ist weitgehend unbekannt. Wahrscheinlich ist, dass die Kelten bereits kleine Jagdhunde mit rauem Fell einsetzten und die britischen Terrier aus Kreuzungen von spanischen, norwegischen und indigenen Jagdhunden entstanden.

Nahe Verwandte des Westies

  • Skye Terrier (anerkannt seit 1887)
  • Dandie Dinmont Terrier (anerkannt seit 1888)
  • Scottish Terrier (anerkannt seit 1897)
  • Cairn Terrier (direkter Vorfahre)
  • Border Terrier (anerkannt seit 1920)
  • Norwich Terrier (anerkannt seit 1932)

Die Entstehung des West Highland White Terriers

Zwischen den weißen Westies und den bunten Cairn Terriern aus dem schottischen Hochland besteht eine enge Verwandtschaft. Gerüchten zufolge geht die Zucht der Hunderasse auf Colonel Edward Malcolm zurück, der seinerzeit Gutsherr von Poltalloch im Westen Schottlands war und um 1900 eine Zuchtlinie eröffnete, die auf Cairn Terrier mit großem Weiß-Anteil abzielte. Grund dafür war ein tragischer Jagdunfall: Der Colonel verwechselte seinen hellbraunen Cairn Terrier bei der Jagd mit einem Fuchs und erschoss ihn versehentlich. Untröstlich über den tragischen Verlust seines geliebten Hundes machte er sich zum Ziel, weiße Hunde zu züchten, die bei der Jagd gut zu erkennen sind.

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Das Wesen des West Highland White Terriers: Starker Charakter trotz kleiner Größe

Einen „“typischen““ Westie-Charakter scheint es nicht zu geben – fast alle Quellen und Erfahrungsberichte beschreiben die Hunderasse unterschiedlich. Einig sind sich alle Quellen hinsichtlich der Terrier-Eigenschaften der Hunde: Sie können selbstständig Aufgaben lösen, haben einen starken Jagdtrieb und sie sind sehr verspielt. Trotz ihres freundlichen Gemüts weichen sie in Gefahrensituationen nicht zurück. Sie können neben der Jagd auch als Therapie- und sogar als Rettungshunde eingesetzt werden.

So kann das Leben mit einem Westie aussehen

  • Dank ihres dichten Unterfells sind die Hunde resistent gegen Wind und Wetter und verbringen das ganze Jahr über gern Zeit im Freien.
  • Manche Westies sind gesellig und lassen sich leicht mit anderen vergesellschaften, andere sind skeptisch gegenüber Fremden und akzeptieren keine Konkurrenz im Rudel.
  • Hündinnen verhalten sich öfter aggressiv gegenüber anderen Hündinnen. Generell werden die Hunde aber als sehr sozial beschrieben.
  • Sie sind verrückt nach Spielzeug und Leckerchen.
  • Ihr Mitteilungsbedürfnis und ihre aufmerksame Art äußert sich nicht selten durch Bellen, Jaulen und andere Gesten.

Kein Hund für Singles und Alleinstehende

Der West Highland White Terrier braucht viel Gesellschaft und liebt das Leben inmitten großer Gruppen. Er kann sich selbst beschäftigen und für längere Zeit allein bleiben; das Leben mit nur einem Halter wird ihm auf Dauer aber zu langweilig. Als Familienhund ist er gut geeignet, obwohl er sich nicht alles gefallen lässt. Schlechte Erfahrungen nimmt er bei einer liebevollen Erziehung nicht schwer – kommt er neu in eine Familie oder gibt es im Laufe seines Lebens Nachwuchs unter den Haltern, kann er zusammen mit den Kindern in die neue Situation hineinwachsen.

Erziehung und Haltung von Westie-Welpen: Spielerisches Training ist der Schlüssel zum Erfolg

West Highland White Terrier Welpen sind anpassungsfähig und können in verschiedenen Arbeitsgebieten eingesetzt werden. Sie dienen häufig als Therapiehunde, werden aber auch als Spür- und Rettungshunde eingesetzt. Sie reagieren sehr positiv auf Spieleinheiten und Snacks als Verstärker. Obwohl die Hunde ihren eigenen Kopf haben, lassen sie sich mit Belohnungen leicht trainieren. Achte darauf, Deinen Hund nicht zu sehr zu verwöhnen, sonst wird er kein Kommando mehr ausführen, wenn Du keine Snacks bereitstellst.

So beschäftigst Du Deinen Hund im Alltag

  • Westies lieben Ballspiele – wenn Du es mit dem Spielen übertreibst, kann sich ein regelrechter „“Ball-Wahn““ entwickeln.
  • Verlässt Du das Haus, stelle Deinem Hund genügend Spielzeuge zur Verfügung und lasse den Fernseher oder das Radio an.
  • Mit Suchspielen im Freien hältst Du Deinen Hund körperlich und geistig fit.
  • Dein Hund sollte sich mindestens eine Stunde am Tag sportlich betätigen. Mit Apportierspielen und Agility Training sorgst Du für Action im Freien.

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Charisma ist eine Frage des Trainings

Manche Westies sind echte Frohnaturen und begegnen jedem Fremden freundlich, andere entwickeln individuelle Abneigungen gegen bestimmte Menschen oder Tiere. Verhält sich Dein Hund grantig gegenüber Hunden mit einem bestimmten Geschlecht, einer bestimmten Fellfarbe oder Rasse, oder neigt er dazu, fremde Menschen anzubellen, versuche diese Feinde gezielt aufzusuchen und mit positiven Erfahrungen zu verbinden. Je mehr positive Erfahrungen junge Hunde sammeln, desto gelassener reagieren sie als erwachsene Hunde auf fremde Reize. Eine Ausnahme bilden schnelle Kleintiere – Nagetiere, Vögel und Echsen wecken in den Hunden den Jagdtrieb und müssen gut abgetrennt und geschützt gehalten werden.

Pflege, Ernährung und Gesundheit: Gute Fellpflege ist den Hunden anzusehen

Je besser Du das Fell Deines West Highland White Terries pflegst, desto besser kommen seine reinweiße Farbe und die fluffige Haarstruktur zur Geltung. Die weiche Unterwolle der Terrier fällt kaum von allein aus – das ist vorteilhaft für Asthmatiker und Allergiker, da weniger Haare sich auf Sitzmöbeln und auf dem Fußboden sammeln, für den Hund kann das aber unangenehm werden. Gerade im Sommer solltest Du darauf achten, täglich überflüssige Haare mit einem Trimmkamm aus dem Fell zu entfernen.

Gesunde Haltung für Westies

Das richtige Maß an Bewegung ist entscheidend für die Gesundheit Deines West Highland White Terriers. Fühlt sich der Westie über- oder unterfordert, macht er dies meist mit klaren Zeichen deutlich. Auch plötzliches Auftreten unerwünschter Verhaltensweisen wie vermeintlich grundloses Bellen oder Sturköpfigkeit beim Training hängt häufig mit dauerhafter Unterforderung zusammen. Gut ausgelastete Tiere haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren. Welpen sollten sich sportlich nicht zu sehr verausgaben, da sie einen hohen Energiebedarf haben und schnell wachsen, daher entwickeln sie auch schneller Mangelerscheinungen.

Rassetypische Krankheiten beim West Highland White Terrier

  • Kraniomandibuläre Osteopathie: Auch als lion’s jaw (Löwenkiefer) bekannt; eine sehr schmerzhafte Knochenerkrankung, die bereits im Welpenalter auftritt.
  • Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Haarausfall und Allergien
  • Globoidzellleukodystrophie: Auch als Morbus Krabbe bekannt; eine schwere Stoffwechselstörung, die zu chronischen Krämpfen und Taubheit führt.
  • Idiopathic Cerebellitis: Auch als white dog shaker syndrome bekannt; erkrankte Hunde zittern über längere Zeit am gesamten Körper.
  • Legg–Calvé–Perthes syndrome: Fehlentwicklung von Extremitäten
  • Knie- und Ellenbogendysplasien

Westie-Welpen vom Züchter kaufen: Achte auf Gesundheitszeugnisse

Die meisten rassetypischen Krankheiten beim Westie sind erblich bedingt und können durch eine gute Auswahl von Zuchttieren vermieden werden. Seriöse Züchter führen bei ihren Zuchttieren entsprechende Gentests durch, um das Auftreten von fatalen Erkrankungen wie Morbus Krabbe oder dem Lion’s jaw Syndrom auszuschließen. Westies sind wegen ihrer frequenten Nutzung in der Werbung und in Filmen sehr beliebte Begleithunde in Deutschland und entsprechend groß sind die Zuchtbestände. Umso mehr solltest Du darauf achten, dass der Züchter Deiner Wahl seriös arbeitet.

Das sollten Westie-Züchter unbedingt mitbringen

  • Zunächst ist wichtig, dass der Züchter die gesundheitlichen Probleme der Rasse kennt und weiß, wie er diesen entgegenwirken kann. Wirkt er nicht sachkundig, schaue Dich nach einem anderen Züchter um.
  • Jeder seriöse Züchter lässt es zu, dass künftige Halter und Interessenten den Zwinger besuchen. Schaue Dir die Welpen und das Muttertier vor dem Kauf genau an und beobachte wenn möglich ihre Entwicklung.
  • Der Züchter sollte vollständige Ahnentafeln für die Hunde vorlegen können.

Hier findest Du Westie-Welpen und Züchter

  • Im VDH (Verein für das Deutsche Hundewesen) sind mehr als 50 zertifizierte Züchter gemeldet.
  • Im Klub für Terrier e.V. kannst Du Dich näher über die Terrierzucht informieren und Westie-Züchter finden.
  • Der Club West Highland White Terrier e.V. vermittelt Welpen von Züchtern und Westies, die zur Adoption freistehen.

Wie viel kostet ein West Highland White Terrier?

Da die Westie-Zucht in Deutschland weit verbreitet ist und Züchtern viele gesunde Deckrüden zur Verfügung stehen, liegt der Preis für gesunde Welpen bei rund 1000 Euro. Im Vergleich zu anderen Rassehunden ist der Preis für Westies relativ günstig – für Tierarztkosten, Impfungen und Gentests plant jeder Züchter allerdings mindestens 700 Euro ein, hinzu kommen die Kosten für die Aufzucht. Auffällig günstige Welpen können deshalb kaum über die nötigen Gesundheitsnachweise für die Hunderasse verfügen.

Fazit: Der West Highland White Terrier ist vielseitig und einfallsreich

  • Stelle Deinem Hund verschiedene Spielzeuge zur Verfügung.
  • Wechsle das ausliegende Spielzeug regelmäßig aus, damit er sich nicht daran satt sieht.
  • Gehe sparsam mit Snacks um, damit Dein Hund keinen Snackwahn entwickelt.
  • Biete ihm Raum für sportliche Spiele.

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