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Der Welsh Corgi Cardigan – Der seltene Engländer mit der langen Rute

Welsh Corgi Cardigan Der Welsh Corgi Cardigan aus der Grafschaft Cardiganshire in Wales blickt auf eine lange Geschichte zurück und wurde bereits im 10. Jahrhundert als kostbares Nutztier gehandelt. Hierzulande sind die Hunde überall bekannt und sehr beliebt, seriöse Züchter sind jedoch nur vereinzelt zu finden. In unserer Rasseübersicht erfährst Du, welche Unterschiede es zwischen Welsh Corgi Cardigan und Welsh Corgi Pembroke gibt und wo Du Welpen findest.
Besonderheiten
  • Freundlich und aufgeschlossen
  • Vielseitig einsetzbar
  • Wachsam
  • Überraschend sportlich
  • Liebt andere Hunde

Rasseportrait: Welsh Corgi Cardigan

HerkunftGroßbritannien (Wales)
KlassifikationHütehund, Treibhund, Begleithund
GrößeIdeale Widerristhöhe 30 cm
Gewicht14 – 17 kg bei Rüden, 11 – 15 kg bei Hündinnen
KörperbauKurzbeinig, langer Rücken, schmale Schnauze, Fuchsrute
AugenDunkel oder hellblau (bei Blue Merle und Red Merle Färbung), äußere Augenwinkel dunkel betont
OhrenSchräg abstehend und nach vorn geneigt, an den Spitzen abgerundet
Fell & FarbeKurzes oder mittellanges Deckhaar, zweifarbig (alle Farben) mit weißen Abzeichen oder Tricolor (alle Farben)
BesonderheitenLeicht mit dem Pembroke Welsh Corgi zu verwechseln
CharakterFreundlich, aufmerksam, sozial, eigenwillig, selbstbewusst
PflegeAuf Gewicht achten
GesundheitHäufigste Todesursache Krebs, leicht erhöhtes Risiko für seltene Stoffwechselkrankheiten und neurologische Erkrankungen
ZuchtIn Deutschland eher rar

Woran ist ein Cardigan zu erkennen? Der Hirtenhund mit den kurzen Beinen

Corgis sind in den USA weit verbreitet und erfreuen sich in Europa dank sozialer Medien steigender Beliebtheit. Die kleinen Jagdhunde haben das Gesicht von europäischen Schäferhunden und den Körper eines Dackels. Trotz ihrer geringen Größe sind sie sehr muskulös und kräftig. Die ideale Widerristhöhe beträgt laut FCI-Rassestandard 30 cm für beide Geschlechter. Im American Kennel Club wird die ideale Widerristhöhe mit 25 bis 33 cm angegeben. Für ihre Körpergröße bringen sie ein stattliches Gewicht auf die Waage: Rüden wiegen zwischen 14 und 17 Kilogramm, gesunde Hündinnen wiegen zwischen 11 und 15 Kilogramm.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Cardigan und Pembroke Welsh Corgis?

  • Cardigans sind etwas größer und robuster gebaut als Pembrokes.
  • Sie kommen in fast allen Farben vor, Pembrokes tragen immer eine hellbraune bis rötliche Grundfarbe und weiße Abzeichen, selten auch einen schwarzen Sattel.
  • Die Rute beim Cardigan ist deutlich länger als beim Pembroke Corgi, der auch mit Stummelrute geboren werden kann.
  • Das Gesicht des Pembrokes erscheint etwas schmaler als das des Cardigans.
  • Der Cardigan Welsh Corgi trägt etwas längeres und weicheres Fell als der Pembroke Welsh Corgi.

Der Cardigan Corgi im Detail: Unverwechselbare Merkmale der Mini-Schäferhunde

  • Der Kopf ähnelt dem eines Fuchses. Der Schädel ist relativ rund, der Fang verjüngt sich zur Spitze hin leicht. Typisch für Hirtenhunde aus Europa sind der mäßig ausgepägte Nasenstopp und die flache Stirnfurche.
  • Die steifen Ohren stehen schräg vom Schädel ab und sind auffallend groß. An den Spitzen sind sie abgerundet.
  • An den Außenseiten der rundlichen Augen zeichnen sich die Augenwinkel deutlich ab.
  • Körper und Hals sind sehr kräftig und gut bemuskelt. Der Rücken ist lang, hängt aber keinesfalls durch.
  • Vorder- und Hinterläufe sind kurz, kräftig und gut angewinkelt.
  • Die Rute ist gut befedert und wirkt fuchsartig. Sie wird nicht über dem Rücken getragen.

Farben und Fellvarianten beim Cardigan Welsh Corgi

  • Im Gegensatz zum Pembroke Corgi sind beim Cardigan Corgi alle Farbschläge zulässig und im Genpool vertreten.
  • Einfarbige Corgis kommen so gut wie nie vor. Gängig ist eine Grundfarbe mit weißen Abzeichen oder dreifarbige Fellzeichnungen mit rotem oder hellbraunem Brand.
  • Verbreitete Grundfarben sind schwarz, braun, gestromt, rot, blue merle, red merle, fawn und falb.
  • Auch Zobel kommt als Grundfarbe vor: Das bedeutet, dass jedes Haar zweifarbig ist und zur Spitze hin schwarz wird.
  • Zulässig sind weiße Abzeichen am Fang, am Hals, an der Brust, an der Unterseite des Bauches, an den Innenseiten der Läufe, an den Pfoten und an der Rutenspitze. Die Augen sind immer dunkel umrahmt; bei Merle-Hunden kommen hellblaue Augen vor.

Die Geschichte der Cardigan Welsh Corgis: Hoch gehandelter Allrounder

Corgis sind in Wales schon seit dem Mittelalter verbreitet. Auf dem Land wurden sie für unterschiedliche Zwecke eingesetzt: Sie dienten als Wach- und Hofhunde, darüber hinaus halfen sie Schäfern beim Hüten von Schafsherden. Auch bei der Jagd stellten sie sich geschickt an. Die Bezeichnung Corgi stammt aus dem Walisischen und bedeutet so viel wie Zwergenhund. Wegen ihres hohen Nutzwertes wurden die Hunde bereits im 10. Jahrhundert sehr teuer gehandelt – der Wert eines gesunden Corgis entsprach dem eines Stieres. Seit 1925 werden Welsh Corgis vom British Kennel Club anerkannt; 1935 wurden Cardigan Welsh Corgis und Pembroke Welsh Corgis als eigenständige Rassen anerkannt.

Wie sind Corgis entstanden? Genetische Ursprünge der Rasse

Corgis sind eng mit Hirtenhund-Rassen aus dem schottisch-englischen Grenzgebiet (Collies) verwandt. Ihre typische Fellzeichnung stammt wahrscheinlich von der Einkreuzung von Shetland Sheepdogs. Außerdem wird ihnen eine enge Verwandtschaft mit dem deutschen Dackel nachgesagt, wobei diese These bisher nicht eindeutig bestätigt werden konnte. Außerdem stehen europäische Spitze in Verdacht, zu den Vorfahren der Corgis zu gehören. Klar ist, dass der Corgi in seiner heutigen Form bereits lange vor der Einführung europäischer Rassestandards in Wales gehalten wurde.

Die moderne Entwicklung der Corgis

  • Viele Prominente halten und züchten Corgis – die berühmteste Züchterin der Rasse ist Queen Elisabeth II.
  • Cardigan Welsh Corgis sind in Europa sehr selten. Häufiger werden Pembroke Welsh Corgis gezüchtet.
  • In den USA gehört die Rasse zu den beliebtesten Hunderassen.

Designer Dogs – In den USA ein verbreiteter Trend

Wegen ihres niedlichen Äußeren werden Corgis gern für Mischlings-Züchtungen genutzt. Designer Dogs sind Hunde, die aus der Verpaarung von zwei reinrassigen Hunden unterschiedlicher Art entstehen. Auch zwei Designer Dogs gleicher Art können untereinander verpaart werden. So entstehen einzigartige Würfe, die je nach Verpaarung mehr oder weniger wie Corgis aussehen und handeln. Das Zuchtziel bei Designer Dog Rassen mit Corgi-Anteil ist häufig die Entstehung einer familienfreundlichen „“Miniaturform““ der größeren beteiligten Hunderasse.

Beliebte Corgi-Mischlinge in Deutschland und den USA

  • Labragi: Labrador-Mutter
  • Rottgi: Rottweiler-Mutter
  • Corgherd: American Shepherd-Mutter
  • Husgi: Husky-Mutter
  • Beagi: Beagle-Mutter
  • Shigi: Shiba Inu-Mutter
  • Cohuahua: Chihuahua-Vater
  • Corgiever: Golden Retriever-Mutter

Wesen und Charakter des Corgis: Ein energiegeladener Sonnenschein

Corgis sind ausgezeichnete Nutzhunde, hierzulande werden sie aber fast ausschließlich als Begleithunde gehalten. Sie sind sehr anpassungsfähig und können bei genügend Auslauf auch in kleinen Wohnungen in der Stadt leben. Trotz ihres niedlichen Äußeren sind sie keinesfalls als Schoßhunde zu betrachten – sie sind sehr aktiv und brauchen wie alle Hirten- und Wachhunde eine sinnvolle Aufgabe im Haus.

Für welche Halter ist der Cardigan Corgi geeignet?

  • Als Singlehalter wirst Du eine Menge mit Deinem Hund zutun haben. Sie setzen ihren Kopf durch, wann immer sie können und machen viele Dummheiten, wenn sie unbeobachtet sind oder sich langweilen.
  • Ältere und körperlich eingeschränkte Menschen sollten ihrem Corgi einen mittelgroßen Garten mit Spielzeug zum Austoben bieten.
  • In Wohngemeinschaften und bei Familien mit Kindern fühlen sie sich pudelwohl.

Der Corgi als Begleithund

Cardigans sind Fremden gegenüber allgemein etwas misstrauischer als Pembroke Corgis. Werden sie schon als Welpen an menschliche und tierische Mitbewohner gewöhnt und schließen sie in jungen Jahren viele Freundschaften, entwickeln sie sich dennoch zu freundlichen und aufgeschlossenen Hunden. Cardigan Corgis, die mit Katzen oder anderen Hunden aufwachsen, schließen ihre tierischen Freunde ebenso ins Herz wie menschliche Familienmitglieder. Auch mit Kindern kommen sie gut zurecht – ist ein Corgi genervt, hält er einfach etwas Abstand und beobachtet das Geschehen aus der Ferne.

Kleine Macken stärken den Charakter – darauf solltest Du beim Corgi achten

  • Der Jagdtrieb von Corgis hält sich in Grenzen, trotzdem kann es jederzeit passieren, dass sie anderen Hunden, Herdenvieh oder flüchtenden Kleintieren nachjagen.
  • Durch Zwicken in die Hacken von größeren Tieren treiben Arbeitshunde ihr Vieh. Ein schlecht erzogener Corgi neigt dazu, auch Besucher und Familienmitglieder zu hüten und wird zum sprichwörtlichen „“Hackenbeißer““.
  • Cardigan Welsh Corgis sind stets wachsam und brauchen eine gute Sozialisierung, um gewöhnliche Reize und besondere Geschehnisse unterscheiden zu können.

Erziehung und Haltung: Cardigan Welsh Corgis brauchen viel Auslastung

Für ihre Körpergröße haben die Hunde einen hohen Bewegungsdrang. Bei langen Spaziergängen und Wanderungen halten gesunde Tiere problemlos mit. Auch beim Spielen sind sie sehr ausdauernd: Haben junge Corgis Spaß, spielen sie bis zur völligen Erschöpfung. Achte darauf, dass Dein Cardigan-Welpen weder über- noch unterfordert wird. Aktive Phasen und Ruhezeiten sollten sich gleichmäßig über den Tag verteilen, damit Dein Hund zwischendurch Energie tanken kann.

Sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten für gelangweilte Cardigans

  • Professionelles Agility oder Obedience Training in einer Hundeschule in eurer Nähe.
  • Suchspiele im Haus oder im Freien schärfen die Sinne.
  • Corgis möchten immer und überall am Familienleben teilhaben. Einen gut sozialisierten Cardigan kannst Du überall hin mitnehmen (Büro, Besuche bei Freunden, Strand, Essen in der Innenstadt).
  • Muss Dein Hund für längere Zeit alleine bleiben, sorge für freien Zugang zu einem Fensterplatz, schalte das Radio ein oder lass Deinen Fernseher an.
  • Intelligenzspiele halten Deinen Cardigan Corgi auch an Regentagen beschäftigt und sorgen für Abwechslung im Haus.
  • Sollen die Möbel verschont werden, biete Deinem Hund verschiedene Kauspielzeuge aus Seil, Silikon, Hartgummi oder getrocknetem Fleisch an.

Früh übt sich – bereite Deinen Hund auf seine späteren Aufgaben vor

  • Corgis lassen sich problemlos erziehen und können zu Wach-, Jagd- oder Hirtenhunden ausgebildet werden. Voraussetzung ist, dass die Hunde schon früh an ihre Aufgaben im Erwachsenenalter herangeführt werden.
  • Cardigans können viel aber nicht alles: Als Schutzhunde sind sie nicht geeignet. Wegen ihrer kleinen Körpergröße sind sie außerdem nicht als Blindenführhunde geeignet.
  • Die intelligenten Hunde lieben es, Tricks für kleine Belohnungen vorzuführen und machen dies auch mal unaufgefordert, wenn ihnen nach einem Snack ist.

Pflege, Ernährung und Gesundheit beim Cardigan Welsh Corgi: Achte auf gute Zuchtlinien mit geradem Rücken

Ein gesunder Cardigan Welsh Corgi erreicht ein Alter von 12 bis 15 Jahren. Die Tiere sind nicht besonders krankheitsanfällig und widerstehen auch Kälte und Nässe. Trotzdem gibt es auch bei den Cardigans rassetypische Krankheiten, die häufiger auftreten als bei anderen Rassen. Wegen ihrer steigenden Beliebtheit werden die Hunde immer häufiger von Hobbyzüchtern vermehrt – damit sich keine Haltungsschäden in Zuchtlinien einschleichen oder Hunde mit zu langem Rücken und zu kurzen Läufen als Zuchthunde eingesetzt werden, sollten Züchter besondere Vorsicht bei der Auswahl ihrer Zuchttiere walten lassen.

Rassetypische Krankheiten beim Cardigan Corgi

  • Die häufigste Todesursache bei Cardigan Corgis ist Krebs.
  • Es besteht ein geringfühig erhöhtes Risiko für neurologische Erkrankungen wie Epilepsie.
  • Maroteaux-Lamy-Syndrom (Mukopolysaccharidosen Typ VI)
  • Sly-Syndrom (Mukopolysaccharidosen Typ VII)
  • Dermatomyositis (Entzündungen von Haut- und Muskelgewebe)

Achte auf die Ernährung Deines Cardigan Welsh Corgis

Corgis mit Übergewicht leiden häufig an Haltungsproblemen und Erkrankungen wie Rheuma und Arthritis. Damit der lange Rücken nicht überlastet wird, sollten die Hunde nicht zu viel auf die Waage bringen. Sind die Rippen nicht mehr fühlbar, wird Dein Hund zu dick und braucht eine Diät. Leidet ein Corgi erst einmal unter Übergewicht, fällt ihm das Abnehmen umso schwerer, da die Bewegungsfähigkeit durch überflüssige Fettreserven teilweise stark eingeschränkt wird. Manchmal hilft schon eine Umstellung der Ernährung: Füttere Deinem Hund beispielsweise normales Trockenfutter statt kalorienreicher Snacks als Belohnung.

Cardigan Welsh Corgis vom Züchter kaufen: Finger weg von Kleinanzeigen!

In Deutschland gibt es nur wenige zertifizierte Züchter von Cardigan Welsh Corgis. Für einen Welpen der raren Rasse zahlen Halter 1200 Euro aufwärts – der Kaufpreis hängt unter anderem von der Fellzeichnung und der Farbe ab. Vom Welpenkauf über Kleinanzeigen solltest Du in jedem Fall absehen. Nur die wenigsten Hobbyzüchter achten bei der Vemehrung ihrer Hunde auf den Stammbaum der Tiere. Seriöse Züchter führen außerdem Gesundheitsprüfungen für ihre Hunde durch. Ein weiteres Problem stellt das Merle-Gen dar: Werden zwei Merle-Hunde miteinander verpaart, steigt das Risiko für Taubheit und Augenprobleme stark.

Hier findest Du seriöse Corgi-Züchter

Fazit: Der Cardigan Welsh Corgi passt zu (fast) jedem Halter

  • Cardigans bleiben nicht gern allein. Bist Du regelmäßig außer Haus, eignet sich der Corgi eher als Zweithund.
  • Je mehr Beschäftigungsmöglichkeiten Deinem Hund offen stehen, desto seltener kommt er auf „dumme“ Gedanken.
  • Corgis sind auf dem Schwarzmarkt sehr gefragt – lass Deinen Hund wenn möglich nicht unbeaufsichtigt in der Öffentlichkeit.
  • Auffallend günstige Welpenangebote solltest Du gegebenenfalls beim Tierschutz melden, um den Anbieter überprüfen zu lassen.

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