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Tosa Inus – Die letzten japanischen Kampfhunde

Tosa Inu Der Tosa gehört zu den seltensten Hunderassen der Welt und wird erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts gezielt gezüchtet. In Japan treten die Hunde noch heute offiziell in Hundekämpfen an – dabei handelt es sich um eine kompetitive Hundesportart, bei der die Tiere sich gegenseitig nicht verletzen. Wie Sumoringer setzen sie ihre massigen Körper im Spiel ein. Als Halter solltest Du den bis zu 90 kg schweren Riesen deshalb gewachsen sein.
Besonderheiten
  • Keine ursprüngliche Hunderasse
  • Selten in Europa
  • Mischling internationaler Rassen
  • Würdevolle Erscheinung
  • Mutig und gelassen

Rasseportrait: Tosa Inu

HerkunftJapan
KlassifikationKampfhund, Wachhund
Alternative BezeichnungenTosa tōken, japanischer Mastiff, Tosa-Ken
GrößeRüden mindestens 60 cm, Hündinnen mindestens 55 cm
GewichtIn Japan 36 – 61 kg, in Europa 60 – 90 kg
KörperbauGroß, muskulös, dicke und spitz zulaufende Rute und relativ großer Kopf
AugenKlein und mit Falten umgeben
OhrenKleine dreieckige Schlappohren
Fell & FarbeKurzhaar in schwarz, rot, braun, apricot oder fawn, auch gestromt
BesonderheitenSeltene Hunde
CharakterMutig, ruhig, dominant
PflegeSehr pflegeleicht
GesundheitKeine besonderen Krankheitsrisiken, haltungsbedingt treten Gelenkschäden auf
ZuchtLange Warteliste beim Züchter einplanen, unbedingt auf Zertifikate und gute Zuchtordnung achten

Äußerliche Merkmale des Tosa Inu: Japaner mit europäischen Zügen

Der Tosa Inu ähnelt europäischen Mastiffs und Molossern und wird deshalb auch japanischer Mastiff genannt. Japanische Tosas sind deutlich kleiner als ihre europäischen Artgenossen, da die Tiere in manchen Regionen noch aktiv für moderne Hundekämpfe eingesetzt werden und der Nutzen mehr im Vordergrund steht als die äußerliche Erscheinung. Tosas aus europäischer Zucht bringen bis zu 90 Kilogramm auf die Waage (Durchschnitt 60 – 78 Kilogramm), während ihre japanischen Artgenossen nicht mehr als 60 Kilogramm wiegen. Im FCI-Rassestandard wird eine Mindestgröße von 60 Zentimetern für Rüden und 55 Zentimetern für Hündinnen angegeben. Eine Widerristhöhe bis zu 85 Zentimeter ist bei den europäischen Riesen nicht unüblich.

Erkennungsmerkmale des Tosa Inu im Überblick

Kopf

  • Der Schädel ist breit und relativ groß im Vergleich zum Körper. Ein leichter Über- oder Unterbiss wird in der Zucht als Fehler angesehen; das kräftige Scherengebiss ist gerade und die Schnauze quadratisch. Sichtbare Falten überziehen Gesicht und Hals.
  • Zwischen den kleinen Augen ist relativ viel Raum, sie stehen trotzdem nicht zu weit auseinander. Am Ansatz der Augenbrauen bilden sich kleine Falten, die den Hunden einen ernsten Gesichtsausdruck verleihen.
  • Dreieckige Hängeohren setzen relativ weit oben an und fallen eng anliegend nach vorn.
  • Der gesamte Körper ist muskelbepackt und massig. Am Hals ist eine ausgeprägte Wamme in Form von lockeren Falten sichtbar. Die Vorder- und Hinterläufe sind minimal angewinkelt und lang.
  • Am Ansatz ist die lange Rute sehr dick, zur Spitze hin verjüngt sie sich deutlich.

Fell und Farben beim Tosa

Tosa haben kurzes, starres Fell ohne Unterwolle. Sie sind meistens einfarbig, vereinzelt tauchen auch dezente weiße Abzeichen an der Brust und an den Pfoten auf.

Zulässige Farbschläge:

  • Schwarz
  • Rot
  • Falb
  • Apricot
  • Fawn
  • Alle Farben kommen auch in gestromt vor.

Die Geschichte der Tosas: Japanische Hunde mit europäischer Kampfkraft

Tosa Inus wurden im 19. Jahrhundert gezielt für den Einsatz in japanischen Hundekämpfen gezüchtet. In Japan wird noch heute eine unblutige Form des Hundekampfes durchgeführt, die sich stark vom westlichen Verständnis des Hundekampfes unterscheidet: Die Tosa tōken Hunde ringen dabei ähnlich wie beim klassischen Ringkampfsport. Beißen, Jaulen, Bellen und Zurückweichen gelten als disqualifizierende Fehler und beenden die Sumorunde. Weicht nach Ablauf der Rundenzeit kein Hund zurück oder gerät ein Tier in Stress, wird der Kampf ebenfalls mit unentschieden beendet.

Die Heranzucht eines Champions

Der Tosa stammt ursprünglich vom Shikoku-ken ab, der als klassischer Sumohund in Japan gilt. Um die sportlichen Fähigkeiten im Ring zu verbessern, wurden verschiedene europäische Rassen mit System eingekreuzt. So wurden sie im Laufe der Zeit immer größer und ihre Gesichtszüge nahmen doggenartige Formen an. Als größte Hunderasse Japans werden Tosas heutzutage häufig als Wachhunde eingesetzt und in ihrem Heimatland sehr geschätzt.

Einkreuzungen durch europäische Rassen

  • Old English Bulldog (im Jahr 1872)
  • English Mastiff (im Jahr 1874)
  • Bernhardiner (im Jahr 1876)
  • Europäische Vorstehhunde (im Jahr 1876)
  • Deutsche Dogge (im Jahr 1924)
  • Eventuell wurde auch die Bordeaux Dogge eingekreuzt, der genaue Zeitpunkt ist jedoch unbekannt.

Wesen und Charakter der Tosas: Gelassenheit auf vier Pfoten

Der Tosa Inu wird in einigen Bundesländern als gefährlich eingestuft. Obwohl sie bedingt durch ihre Geschichte als Kampf- und Wachhunde zur Dominanz neigen, sind sie jedoch für ihr ruhiges und ausgeglichenes Wesen bekannt. Tosas aus guter Zucht neigen weder zum Bellen noch zum Schnappen und ihre Reizschwelle liegt sehr hoch. Sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen, haben allerdings auch ihren eigenen Kopf. Haben sie keine Lust, ein Kommando auszuführen oder einen Spaziergang zu erledigen, lassen sie sich nur mit souveräner Erziehung oder mit reizvollen Belohnungen zum Gehorsam bewegen.

Typische Charakterzüge der Hunderasse im Überblick

  • Anhänglich und immer auf ihren Halter bedacht.
  • Sie sind geduldig und lassen sich nicht reizen.
  • Anderen Hunden gegenüber verhalten sie sich dominant.
  • Sehr selbstbewusst und furchtlos.
  • Stolz und manchmal dickköpfig.

Bist Du einem Tosa Inu gewachsen?

Tosa Inus eignen sich trotz ihres aktiven Gebrauchs als Kampfhunde auch für Familien und Halter mit mehreren Hunden. Wichtig ist, dass Du Deinem Hund nicht körperlich unterliegst und ihn wenn nötig in seine Schranken weisen kannst. Plötzliche Berührungen kann der Tosa nicht leiden, vor allem nicht durch Fremde. Von Kindern in der Familie lassen sie sich nahezu alles gefallen. Generell begegnen sie Besuchern zunächst mit Desinteresse. Wenn sie Menschen kennen und mögen, werden sie jedoch stets freundlich begrüßt.

Tosa Erziehung und Haltung: Der Tosa braucht souveräne Führung

Für die Haltung von Tosa Inus gelten in einigen Bundesländern bestimmte Voraussetzungen. Die Haltungsbedingungen für die Listenhunde variieren dabei von Region zu Region: Von einer Maulkorbpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und an öffentlichen Plätzen über Sachkundenachweise bis hin zur (meistens üblichen) Wesensprüfung für junge Hunde sind verschiedene Maßnahmen verpflichtend für Tosa-Halter. Bevor Du Dich für einen Tosa-Welpen entscheidest, informiere Dich genau beim zuständigen Bürgeramt über die Voraussetzungen zur Haltung. Als Halter eines Listenhundes musst Du außerdem damit rechnen, dass Dein Hund Passanten, Nachbarn und Vermietern schnell Angst einjagt.

Hier sind Tosas nicht erwünscht:

  • In einigen Regionen der Schweiz ist die Haltung und Einfuhr von Tosa Inus gänzlich verboten.
  • In Österreich brauchst Du einen sogenannten Hundeführerschein, einen Sachkundenachweis und/oder eine Sondergenehmigung von der jeweiligen Gemeinde für die Haltung.
  • In Frankreich und Großbritannien sind Tosa Inus gänzlich verboten. Auch Mischlinge und Hunde, die Tosa Inus ähneln („“Typus Tosa““), dürfen nicht eingeführt werden.
  • Auch in Dänemark ist die Einfuhr von Tosa Inus und Tosa-Mischlingen gänzlich verboten. Eine Durchfahrt ist erlaubt, wenn der Hund das Auto nur für sein nötiges Geschäft verlässt.

Sind Tosa Inus gefährlich? Auf die Erziehung kommt es an

Schon während der Sozialisierungsphase ab der achten Lebenswoche sollten Tosa Inus von einem selbstsicheren Halter angeleitet und erzogen werden. Hast Du keine Erfahrung mit großen Hunden oder bist Du selbst von eher schmächtiger Statur, wird Dein Welpe Dich schnell überfordern. Der Tosa hat seinen eigenen Kopf und braucht als junger Hund sehr viel Aufmerksamkeit. Wird er nicht ausreichend gefordert oder häufig allein gelassen, neigt er zu dominantem Verhalten oder er entwickelt andere destruktive Angewohnheiten. Wichtig ist, dass Dein Hund seinen Rang im Rudel kennt und sich nicht körperlich überlegen fühlt.

Jeder Tosa wird einmal erwachsen

  • Bringe Deinem Hund früh bei, dass jegliche Aggression gegenüber Menschen unerwünscht ist.
  • Andere Haustiere werden nur mit guter Sozialisierung toleriert.
  • Auch Begegnungen mit fremden Hunden sollten so früh wie möglich trainiert werden. In der Hundeschule kann Dein Hund anderen in einem sicheren Rahmen begegnen.
  • Zurückhaltung und Gefasstheit sollten bei jungen Tosas stets belohnt und gelobt werden.
  • Darf Dein Hund als Welpe auf dem Sofa oder im Bett schlafen, auf dem Vordersitz Platz nehmen oder vom Tisch naschen, lässt er sich als erwachsener Hund nicht mehr davon abbringen.

Sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten und Annehmlichkeiten für Tosas

  • Für Agility Training und häufiges Treppenlaufen sind die Hunde schlichtweg zu groß und zu schwer.
  • Hat Dein Hund einen körperlich ebenbürtigen Freund, wird er von allein mit ihm ringen wollen. Das Ringen–LINK–(https://www.youtube.com/watch?v=wn6ebKugXD0) ist absolut spielerisch und macht den Hunden Spaß, statt Stress zu verursachen.
  • Als Wachhund überblickt der Tosa gern das allgemeine Geschehen im Haus oder im Garten. Er begleitet und beobachtet Dich bei allem, was Du tust.
  • Mit Suchspielen regst Du Körper und Geist Deines Hundes an. Sinnvoll sind auch Mantrailing Übungen.
  • Tauzieh-Wettkämpfe und andere Zerrspiele gewinnt in den meisten Fällen der Hund.
  • Joggen ist nur etwas für erwachsene Tosas, da die großen Hunde als Welpen sehr schnell wachsen und die Knochen deshalb nicht überansprucht werden dürfen.

Pflegeleichte Riesen: Wie bleiben Tosa Inus gesund?

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Tosas liegt zwischen 10 und 12 Jahren. Nur wenige rassetypische Krankheiten sind bekannt. Bei Hunden dieser Größe solltest Du bestimmte Vorkehrungen treffen, um die Knochen zu schonen und Dysplasien vorzubeugen. Die Hunde haben keine speziellen Anforderungen an ihre Ernährung und sind wegen ihres kurzen Fells sehr pflegeleicht. Für junge Welpen eignet sich Welpenfutter für große Hunde, beim erwachsenen Tosa solltest Du das Futter wechseln und auf eine schlanke Linie achten.

Mögliche Gesundheitsprobleme beim Tosa

  • Hüft- und Gelenkdysplasien, auch durch eine schlechte Haltung bedingt.
  • Kreuzbandrisse, ebenfalls häufig durch körperliche Über- oder Unterforderung bedingt.
  • Mit einem weichen Hundebett vermeidest Du Liegeschwielen bei Deinem Hund.

Die Tosa Inu Zucht in Europa: Seltene Wachhunde mit hohem Wert

Tosa Inus sind in Europa äußerst selten und werden sehr hochpreisig gehandelt. Das liegt zum einen an den zahlreichen Auflagen, die Züchter und Zuchttiere erfüllen müssen, und zum anderen an der geringen Auswahl an Zuchthunden, die dem Rassestandard entsprechen. Auf Deinen Tosa-Welpen musst Du in Großstädten deshalb gut aufpassen – als erwachsener Hund wird der imposante Wächter wohl kaum entwendet. Möchtest Du einen Tosa-Welpen kaufen, musst Du einige Umstände in Kauf nehmen und mit Anschaffungskosten von 2000 Euro und mehr rechnen.

Züchter finden in Europa

In Deutschland sind nur zwei VDH-zertifizierte Züchter von Tosa Inus aktiv. Der Club für Molosser e.V. übernimmt damit die volle Verantwortung für die Zucht der Hunde im deutschsprachigen Raum. Das Importieren von Tosas ist nur unter strengen Bedingungen möglich. Vor der Anschaffung eines solchen Hundes solltest Du Dich also auf eine Menge Bürokratie gefasst machen. Bei Sonderangeboten im Netz ist äußerste Vorsicht geboten: Beim Züchter sollten die Hunde bereits an die wichtigsten alltäglichen Reize gewöhnt werden und erste Erziehung genießen. Einige Züchter geben die Hunde erst nach bestandener Wesensprüfung mit 1,5 Jahren ab, was den Preis weiter in die Höhe treibt.

Hier findest Du Welpen und junge Hunde

Fazit: Ein Tosa heißt viel Aufwand

  • Als Listenhunde können Tosas nicht ohne Weiteres gehalten werden.
  • Urlaub in europäischen Nachbarländern ist mit einem japanischen Mastiff kaum möglich.
  • Den freundlichen Umgang mit anderen Tieren müssen die Hunde als Welpen erlernen.
  • Als Halter solltest Du Deinem Hund körperlich gewachsen sein und Dich nicht von ihm dominieren lassen.

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