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Der germanische Bärenhund: Passiver Familienfreund von eindrucksvoller Größe

Der germanische Bärenhund ist eine relativ neue Hunderasse aus Deutschland, die bisher nicht vom FCI oder vom VDH anerkannt wird. Obwohl die wenigen Erstzüchter der Rasse ihn als „“Rückzüchtung auf den Urhund der alten Germanen““ bewerben, liegt sein Ursprung in der Kreuzung aus Bernhardinern und mitteleuropäischen Hirtenhunden. Erfahre hier alles über die vielen guten Charakterzüge den hochgewachsenen Haus- und Hofhundes.
Besonderheiten
  • Sehr kinderfreundlich
  • Rücksichtsvoll
  • Tollpatschige Riesen
  • Entstehung in den 1980ern

Rasseportrait: Germanischer Bärenhund

HerkunftDeutschland
KlassifikationLagerhund, Hofhund
GrößeWiderrist-höhe bei Rüden 70 – 85 cm, bei Hündinnen 65 – 71 cm
GewichtRüden 50 – 85 kg, Hündinnen 35 -70 kg
KörperbauGroß mit langem und muskulösem Rücken und starken Gliedern
AugenMandelförmig mit zugespitztem Lid, gelassener Ausdruck
OhrenAbgerundete Klappohren
Fell & FarbeMittellang oder lang mit dicker Unterwolle
BesonderheitenNeue Hunderasse mit relativ geringem Bestand
CharakterAusgeglichen, phlegmatisch, freundlich
PflegeFell regelmäßig kämmen und bürsten
GesundheitHohe durchschnittliche Lebenserwartung von 10 – 12 Jahren
ZuchtKleine Züchtercommunity, Rasse bisher nicht vom FCI oder VDH anerkannt

Das Erscheinungsbild des germanischen Bärenhundes: Groß, pelzig und freundlich

Germanische Bärenhunde sind echte Riesen: Als Mindesthöhe für den Widerrist werden 65 Zentimeter (bei Hündinnen), beziehungsweise 70 Zentimeter (für Rüden) angegeben. Zählt man den massigen Kopf mit, erreichen sie problemlos Höhen von über einem Meter. Hündinnen wiegen zwischen 35 und 70 Kilogramm, Rüden bringen bis zu 85 Kilogramm auf die Waage und sind echte Schwergewichte. Die Hunde sind majestätisch gebaut und haben einen intelligenten und friedlichen Gesichtsausdruck. Von ihren engen Verwandten sind sie vor allem durch ihren Körperbau, die schwarze Maske im Gesicht und durch ihre markante Kopfform zu unterscheiden.

Merkmale der germanischen Bärenhunde im Überblick

  • Der breite und eckige Kopf erinnert an einen anatolischen Hirtenhund, ist jedoch deutlich runder. Im Vergleich zum Schädel ist die Schnauze relativ kurz, aber nicht verkürzt wie bei anderen Molossern. Üblich ist ein gerades Scherengebiss, darüber hinaus gibt es einzelne Exemplare mit Zangengebiss.
  • Die Mandelaugen mit leichter Dreiecksform wirken friedlich und in Kombination mit den dicken Augenbrauen manchmal etwas sorgenvoll.
  • Bei Aufregung stellen die Hunde ihre abgerundeten Schlappohren deutlich sichtbar auf.
  • Leiste und Rücken sind gerade und verleihen dem Hund seine kräftige und ausdauernde Statur. Er ist gut bemuskelt am Rücken, an den Schultern und an den Schenkeln. Die tiefe Brust reicht etwa bis zum Ellenbogen.
  • Die breite Rute ist kräftig und für die tollpatschigen Hunde nicht immer kontollierbar: Kaffeetische werden mit der langen und pinselartig bewachsenen Rute regelmäßig abgeräumt.

Haarstruktur und Fellfarben

Germanische Bärenhunde werden in zahlreichen Fell- und Farbvarianten gezüchtet. Ein verbindlicher Standard für die Fellfarbe besteht nicht, dafür ist im Rassestandard der für die Zucht verantwortlichen Clubs vermerkt, dass schwarze Masken und ein geringer Weißanteil in der Grundfarbe des Fells erwünscht sind. Die Länge des Fells variiert an verschiedenen Körperstellen: Die Läufe, die untere Bauchlinie und die Unterseite der Rute sind häufig lang behaart, während am restlichen Körper mittellanges bis langes Fell mit dickem Unterfell wächst. Ihr dichter Pelz macht die Tiere sehr winterresistent und sie kühlen auch nach stundenlangen Arbeiten im Freien nicht aus.

Mögliche Fellfarben und Abzeichen

  • Reinweißes Fell und einfarbig schwarze Hunde sind nicht für die Zucht zugelassen.
  • Weiße Abzeichen und dunkle Lohfärbungen sind erlaubt (Abzeichen auf der Brust, an den Pfoten, am Bauch, an den Innenseiten der Läufe).
  • Grundfarbe von Champagner über Gelb bis zu hellem Braun-Rot.
  • Schwarzer Fang, schwarze Ohren und Läufe sowie eine schwarze Rückenlinie gelten als besonders schön. Die Gesichtsmimik des Hundes wird durch die schwarze Maske untermalt.

Die Herkunft des Bärenhundes: Geschichtliche Mogelpackung

  • Der germanische Bärenhund soll den ersten Hirtenhunden der europäischen Siedler so genau wie möglich nachempfunden sein. Entgegen der Behauptungen einiger Züchter besteht jedoch kein größerer Verwandtschaftsgrad zu diesen Urhunden als bei anderen Molossern und Berghunden.
  • Tatsächlich entstand die Rasse in den 1980ern aus Mischlingswürfen aus Bernhardinern und Hirtenhunden wie dem Leonberger. Heute werden nur noch artgleiche Bärenhunde verpaart und das Einkreuzen verwandter Rassen gilt als Zuchtfehler.
  • 1995 gründeten sich erste Zuchtclubs rund um die eindrucksvollen Riesen.
  • In Ostdeutschland und in Bayern erfreut sich die Hunderasse an wachsender Beliebtheit. Außerhalb Deutschlands sind sie kaum bekannt.

Das Wesen des germanischen Bärenhundes: Stille Aufpasser mit gutem Urteilsvermögen

Der germanische Bärenhund lässt sich leicht als Familienhund erziehen, verliert aber nie seinen Instikt als Wachhund und Beschützer. Alltägliches Treiben beobachten die Hunde gern von einem ruhigen und übersichtlichen Punkt aus. Sie verhalten sich zurückhaltend und schreiten auch in Gefahrensituationen eher passiv ein. Bei Begegnungen mit Fremden stellen die Hunde sich schützend zwischen den Halter und die mögliche Gefahr, ohne dabei aggressiv oder unruhig zu wirken. Sie neigen nicht zum Bellen oder Knurren, sondern setzen eher ihre imposante Körpergröße ein, um andere fernzuhalten.

Eigenschaften der Hunderasse im Überblick

  • Germanische Bärenhunde sind ruhig, aber nicht lethargisch
  • Wanderfreudige Hunderasse
  • Ausgeglichenes und geduldiges Gemüt
  • Zurückhaltend, aber nicht schüchtern

Zu groß für Kinder? Bärenhunde in der Familie

Germanische Bärenhunde sind bekannt für ihren liebevollen Umgang mit Erwachsenen, Kindern und anderen Hunden. Sie schließen Kinder schnell ins Herz und sehen sie als beschützenswerten Teil ihres Rudels an. Besuchern gegenüber begegnen sie freundlich – trotzdem erkennen sie ungebetene Gäste sofort und wehren diese still aber bestimmt ab. Da die Tiere bis zu 85 Kilogramm schwer werden können und ihre Masse oft nicht richtig einschätzen können, sind sie nur bedingt zum freien Toben mit Kindern geeignet. Wie bei allen großen Hunden sollten Spielsituationen immer von einem Erwachsenen beaufsichtigt werden.

Ein Hund mit vielen Leidenschaften

  • Germanische Bärehunde lieben Schnee und kaltes Wetter. Regengüsse halten sie nicht von langen Spaziergängen und Spielen im Freien ab.
  • Sie fühlen sich auch im Wasser wohl und kühlen sich im Sommer gern in Flüssen und Seen ab.
  • Leider gehört auch das Rollen in Matschpfützen zu ihren Hobbys.
  • Generell fühlen sie sich bei kühlen Temperaturen deutlich wohler als bei stechender Sommerhitze.

Wo fühlt sich der germanische Bärenhund wohl?

Die großen Hunde sind nicht für das Leben in der Stadt geeignet, sondern brauchen freien Auslauf, eine weite Aussicht und die Nähe zu Wald- und Wiesengebieten. Im Haus brauchen sie viel Platz, um ihren größen Körper unfallfrei zwischen Möbeln und Dekorationsobjekten manövrieren zu können. Können die Hunde sich auf dem Land frei bewegen, beispielsweise als Hofhunde, sind sie auch für Halter mit Gehbehinderungen und anderen körperlichen Einschränkungen geeignet. An der Leine lassen die Kraftpakete sich auch von erfahrenen Hundehaltern kaum sicher führen, deshalb sind Landgebiete mit wenig Verkehr am besten für die Aufzucht und Haltung der Tiere geeignet.

Erziehung und Haltung: Intuition ist das beste Rezept

Junge Bärenhund-Welpen sind sehr lernfreudig und entwickeln sich bei konsequenter Erziehung schnell zu gehorsamen und ausgeglichenen Hunden. Sie sind auch für unerfahrene Halter geeignet und machen als „erster großer Hund“ nur wenig Probleme bei der Erziehung. Eine Hürde im Alltag ist ihr massiger Körper: Die Begrüßung von Bekannten und Fremden darf natürlich immer freundlich vonstattengehen, kann bei zu großem Übermut aber schnell gefährlich werden.

Welpenerziehung: Prägungs- und Sozialisierungsphase

Bei der Hundeerziehung sind die Erfahrungen während der ersten 12 Lebenswochen entscheidend. Auch wenn der germanische Bärenhund als Welpe eher wie ein Teddy aussieht, solltest Du ihm vom ersten Tag an beibringen, dass Anspringen und Anrempeln weder beim Menschen noch bei anderen Hunden erlaubt ist. Mach Dir bei der Welpenerziehung immer bewusst, wie groß der Hund im Erwachsenenalter wird. Mit kleineren Hunden und Menschen muss er deshalb besonders rücksichtsvoll umgehen. Trotz eines herzerweichenden „Hundeblicks“ solltest Du bei der Erziehung immer konsequent bleiben.

Dos and Don’ts bei der Erziehung

  • Lässt Du Deinen Bärenhund-Welpen einmal im Bett schlafen, wird er als erwachsener Hund kaum mehr davon abzuhalten sein. Mit ausgestreckten Beinen braucht er sehr, sehr viel Liegefläche.
  • Gleiches gilt für Sessel und Sofas. Ist der Hund es gewohnt, quer über Deinen Schoß zu liegen, kann der erwachsene Hund Dich regelrecht im Sessel festnageln.
  • Wohnst Du in Stadtnähe, übe unbedingt täglich die sichere Leinenführung.
  • Für große Hunde ist der Besuch in einer Hundeschule unbedingt empfehlenswert: Hier lernen junge Welpen und ihre Halter die wichtigsten Kommandos und üben in Gruppen grundsätzliche Alltagssituationen ein.

Der Wanderfreund mit endloser Ausdauer

Der germanische Bärenhund kann auch im Winter den ganzen Tag im Freien verbringen und liebt die frische Luft. Beim Wandern ist er unermüdlich und folgt seinem Halter stundenlang durch unwegsames Gelände. Tägliche Spiele und Spaziergänge im Freien sind deshalb Pflicht, damit die Hunde psychisch und körperlich ausgelastet werden. Sie eignen sich hervorragend als Begleiter und Beschützer für Menschen, die im Freien arbeiten und ihren Hund während des Schaffens frei laufen lassen können.

Pflege, Ernährung und Gesundheit des germanischen Bärenhundes – Großer Hund mit kleinen Ansprüchen

Bei der Pflege und Ernährung von großen Hunden wie dem germanischen Bärenhund gibt es einiges zu beachten. Glücklicherweise leiden die Hunde nur unter wenigen bekannten Erbkrankheiten und haben eine für große Hunde relativ hohe Lebenserwartung von 10 – 12 Jahren. Die älteste registrierte Hündin der Rasse wurde 17 Jahre alt. Wenn die Tiere artgerecht gehalten und regelmäßig vom Tierarzt begutachtet werden, können sie also ein stattliches Alter erreichen.

Gesundheitliche Probleme und Vorteile:

  • Vergleichsweise geringes Risiko für Hüftdysplasien und Gelenkprobleme
  • Leichte Hitzeempfindlichkeit: Die Hunde neigen bei Hitze zur Lethargie
  • Selten: Vererbte Polyneuropathie (die Verpaarung mit Leonbergern ist deshalb nicht erlaubt, da diese Hunderasse Zuchtlinien mit hohen Anfälligkeiten aufweist)
  • Durchschnittliches Risiko für Krebserkrankungen

Futtern ohne Ende: Gesunde Ernährung für germanische Bärenhunde

Vor der Anschaffung eines germanischen Bärenhundes solltest Du ein gewisses Budget für Futter und Snacks einplanen. Die kräftigen Tiere brauchen reichlich Kohlenhydrate und essen im Erwachsenenalter fast so viel wie Du selbst. Sogenannte BARF-Ernährung, also die Ernährung mit selbstgekochten Lebensmitteln, kann da stark ins Geld gehen. Da die Hunde länger als kleinere Rassen brauchen, bis ihr Wachstum vollständig abgeschlossen ist, gib Deinem Welpen für mindestens 1,5 Jahre spezielles Welpenfutter zum Fressen. Im Welpenfutter stecken wichtige Inhaltsstoffe, die für die Entwicklung von Knochen und Knorpel wichtig sind.

Pflegetipps für das dichte Fell des Bärenhundes

  • Mehrmals wöchentlich bürsten und kämmen
  • Im Sommer helfen Duftsprays für Hunde gegen Zecken und andere Parasiten
  • Gewöhne Deinen Hund früh an das Duschen nach intensiven Schlammbädern

Ein seltenes Gut: Reinrassige germanische Bärenhundwelpen

Da die Hunderasse erst seit wenigen Jahrzehnten gezüchtet wird, gibt es bisher nur eine kleine Gruppe von zuchtfähigen germanischen Bärenhunden, die ihrerseits von „reinrassigen“ Bärenhunden stammen. Wenn Dein Welpe die Zuchtbedingungen der aktiven Clubs zur Verbreitung der Rasse erfüllt, kannst Du den hohen Kaufpreis zum Beispiel durch ein Deckangebot im Erwachsenenalter decken. Die Hunde werden auf dem europäischen Markt als Raritäten gehandelt – daher gibt es zahlreiche unseriöse Züchter, die Ahnentafeln fälschen und Hunde aus inzüchtigen Zuchtlinien anbieten.

Welpen im Sonderangebot gibt es nicht!

Kaufpreise unter 1200 Euro sind auch bei Hunden mit ästhetischen Zuchtfehlern kaum machbar: Raum- und Tierarztkosten inklusive aller nötigen Impfungen und die Vorbereitung von Welpen und Muttertier auf die Abgabe erfordern einiges an Kosten und Aufwand. Bei Hunden im Angebot sind diese Kosten nicht zu decken. Ein auffallend niedriger Kaufpreis ist also nie ein Zeichen für einen seriösen Züchter.

So findest Du verantwortungsvolle Züchter

Hauptverantwortlich für die gesunde Zucht der Hunde ist der Erstzüchterverein Germanischer Bärenhunde e. V. – die Zuchtordnungen anderer Vereine orientieren sich an den Standards des Erstzüchter Vereins und der Stammbaum der meisten Zuchttiere geht auf Würfe des E. GBH. e. V. zurück. Der Verein lässt nur geprüfte Züchter zu, die den hohen Anforderungen der gesunden Zucht entsprechen.

Weitere offizielle Zuchtvereine in Deutschland

Fazit: Kein Wikinger im Blut

  • Germanische Bärenhunde werden häufig schwerer und stärker als ihre Halter: Konsequente Erziehung ist deshalb wichtig!
  • Die neue Hunderasse ist deutlich gesünder als andere große Hunderassen.
  • Welpen und erwachsene Bärenhunde möchten bei keinem Wetter die tägliche Zeit im Freien missen.
  • Sie sind ausdauernde Wanderer.
  • Passive und zuverlässige Beschützer.

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