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Beagle-Harrier – Ein klassischer „Designer Dog“ mit großem Jagdtrieb

Beagle Harrier 01 Beagle-Harrier sind – wie der Name bereits andeutet – aus Kreuzungen zwischen Beagle und Harrier entstanden. Sie sind fast nur in ihrem Heimatland Frankreich zu finden und gelten auch dort eher als selten. Die Jagd- und Laufhunde sind größer als Beagle, dafür aber etwas belastbarer als Harrier. Sie eignen sich für die Kleinwildjagd zu Pferde und werden fast ausschließlich als Arbeitshunde in Jagdmeuten verwendet.
Besonderheiten
  • Erziehung anspruchsvoll
  • Intelligent und lernfähig
  • Jagen in Meuten
  • Fähige Laufhunde
  • Typische europäische Jagdhunde

Rasseportrait: Beagle Harrier

HerkunftFrankreich
KlassifikationJagdhund
Größe45 – 50 cm für Rüden und Hündinnen
Gewicht20 – 25 kg für Rüden und Hündinnen
KörperbauKräftig, gerade Profillinie oben und unten, breiter Kopf
AugenRundlich und dunkel umrahmt
OhrenKnapp über den Augen ansetzend, hängend, an den Spitzen abgerundet
Fell & FarbeTricolor, weiße Abzeichen, Grundfarbe falb, schwarzer oder grauer Sattel
BesonderheitenFast nur in Frankreich anzutreffen
CharakterEigenständig, gesellig, ruhig, stur
PflegePflegeleichte Hunde
GesundheitLeichte Neigung zu Hüftdysplasien, Neigung zu Übergewicht
ZuchtNur in Frankreich aktiv

Äußere Erkennungsmerkmale des Beagle-Harriers: Perfekt für die Kleinwildjagd

Der Beagle-Harrier entspricht wie seine direkten Vorfahren dem typischen europäischen Jagdhund-Typ, dem auch der Basset Hound und die Foxhounds angehören. Die dreifarbigen Hunde mit dem leicht hängenden Gesicht erreichen eine Widerristhöhe zwischen 45 und 50 cm. Für beide Geschlechter wird ein Idealgewicht von 20 bis 25 kg angegeben.

Unterschiede zu ähnlichen Hunderassen

  • Der Beagle ist mit einer Widerristhöhe von 33 bis 40 cm deutlich kleiner als der Beagle-Harrier.
  • Harrier sind in der Regel etwas größer und schmaler als Beagle-Harrier. Auch der Kopf ist weniger massiv.
  • English Foxhounds und American Foxhounds sind deutlich größer, schmaler und langbeiniger.
  • Basset Hounds kommen ebenfalls mit der typischen Tricolor-Färbung vor, sind aber deutlich kleiner und kurzbeiniger als Beagle und Beagle-Harrier.

Beagle-Harrier vom Kopf bis zur Rute: Mehr Beagle oder mehr Harrier?

  • Der Kopf ist breit und massiv wie beim Beagle. Der Nasenstopp ist kaum ausgeprägt und der Fang ist etwa so lang wie der Schädel. An den Seiten hängen die Lefzen leicht über dem Mundwinkel.
  • Der breite Nasenschwamm ist auffällig groß und die Nasenlöcher sind weit geöffnet. Bei allen Hunden ist der Nasenschwamm schwarz gefärbt.
  • Die Augen ähneln ebenfalls eher dem Beagle als dem Harrier. Sie sind rundlich und schwarz umrahmt. Eine dunkelbraune Iris wird in der Zucht bevorzugt, helleres Braun kommt ebenfalls vor.
  • Die Ohren setzen knapp über der Augenlinie an und reichen bis über die Backen. An den Spitzen sind sie abgerundet.
  • Der Körper ist kompakt mit relativ kurzem Rücken und kräftigen Lenden. Die Rippen sind gut gewölbt und die untere Profillinie ist nicht aufgezogen, sondern eher gerade.
  • Vorder- und Hinterläufe sind sehr kräftig, mit langen Schultern und Oberschenkeln. Die Pfoten sind kurz und rundlich.
  • Die Rute ist sichelförmig und mit etwas längeren Haaren bedeckt als der Rest des Körpers.

Fell und Färbung des Beagle-Harriers: Typisch Jagdhund

Beagle-Harrier tragen wie Foxhounds und Basset Hounds dreifarbiges Fell. Die Grundfarbe ist falb, bei vielen Hunden überwiegen die weißen Abzeichen an den Läufen, am Bauch, an der Brust, Am Fang und an der Spitze der Rute. Auf dem Rücken tragen die Tiere einen mehr oder weniger ausgeprägten schwarzen oder grauen Mantel.

Die Geschichte des Beagle-Harriers: Der vielseitige Laufhund aus Frankreich

Beagle-Harrier-Meuten jagten schon im 14. Jahrhundert an der Seite von Reichen und Adeligen. In Frankreich war die Jagd zu Pferde in der Oberklasse sehr beliebt, daher wurde ein Beagle gebraucht, der auch vom Pferd aus geführt werden konnte. Die Kreuzung aus Beagle und Harrier führte zum gewünschten Ergebis: Der Beagle-Harrier eignet sich für die Jagd auf Kaninchen und andere kleine Wildtiere und arbeitet noch heute als Laufhund bei der Hetzjagd.

Eine lange Liste von Verwandten: Die Ursprünge des Beagle-Harriers

  • Experten sind sich uneins, ob der Beagle vom Foxhound abstammt oder der Foxhound vom Beagle.
  • Bloodhounds gehören zu den entfernteren Vorfahren der Beagle-Harrier.
  • Auch Greyhounds könnten eingekreuzt worden sein.
  • Außerdem wurde eine Verwandtschaft zum ausgestorbenen Talbot Hound nachgewiesen.

Wesen und Charakter des Beagle-Harriers: Jagdhund bleibt Jagdhund

Im Gegensatz zum Beagle wird der Beagle-Harrier bis heute hauptsächlich für die Jagd gezüchtet. Die Hunde leben und jagen in Meuten und sind sehr eigenständig. Wittern sie etwas Interessantes, sind sie kaum von ihrem Ziel abzubringen. Sie sind an das Leben in großen Rudeln gewöhnt und brauchen viel Beschäftigung und soziale Kontakte – werden ihre Bedürfnisse erfüllt, sind sie ruhige und ausgeglichene Hunde, die auf Kommando Vollgas geben können.

Ein echter Meutenhund

  • Beagle-Harrier brauchen eine Gruppe mit klaren Strukturen um sich. Aktive Familien oder Wohngemeinschaften sind für die Haltung als Begleithund ein gutes Umfeld. Ruhige Einzelgänger sind als Halter eher ungeeignet.
  • Am wohlsten fühlt er sich, wenn um ihn herum immer etwas los ist. Sie sind hervorragend als Zweit- oder Dritthunde geeignet und fügen sich gut in gegebene Hierarchien ein.
  • Die Hunde neigen zum Schlingen und verteidigen häufig ihr Spielzeug oder andere „“beschlagnahmte““ Dinge.
  • Beim Spielen müssen die Hunde hin und wieder in ihre Schranken gewiesen werden. Als Spielgefährte für kleine Kinder ist er deshalb nicht geeignet.

Die scharfen Sinne des Beagle-Harriers

Sowohl der Geruchssinn als auch das Gehör des Beagle-Harriers sind sehr gut ausgeprägt. Die Hunde können buchstäblich durch Wände hören und wittern Besuch schon lange vor dem Klingeln der Tür. Etagenwohnungen in belebten Innenstädten sind deshalb nicht die richtige Umgebung für die Hunde. Das Leben in der Stadt ist nur möglich, wenn er als Welpe alle gewöhnlichen Reize des Stadtlebens kennenlernt.

Erziehung und Haltung: Sind Beagle-Harrier wirklich schwer erziehbar?

Meutehunde jagen nicht wie andere Jagdhunde und Retriever streng nach dem Kommando ihres Halters. Die Meute wird gemeinsam losgelassen und geht selbstständig ihrer Arbeit nach. Wird der Beagle-Terrier als Begleithund gehalten, gestaltet sich die Erziehung deshalb recht schwierig. Anfänger sollten sich deshalb nach einer anderen Rasse umschauen. Als Hundehalter mit Erfahrung solltest Du jedoch keine Probleme haben, Deinen Hund zu einem ruhigen und lieben Begleithund zu erziehen.

Jagdhund ohne Jagdsport – geht das? So beschäftigst Du den Beagle-Harrier

  • Professioneller Hundesport
  • Jagdspiele (Angeln, Bälle, Fangen spielen)
  • Lange Wanderungen
  • Suchspiele aller Art (Mantrailing)
  • Toben mit anderen Hunden (Hundewiese, Hundeschule)
  • Apportierspiele

Der Hund mit dem unstillbaren Jagdtrieb

Auch ein gut erzogener Beagle-Harrier jagt höchstwahrscheinlich jedem Tier hinterher, das er wittert. Die Hunde haben ihren eigenen Kopf und möchten unterwegs oft bestimmen, wo es lang geht. Ohne Leine solltest Du deshalb weder Rüden noch Hündinnen ausführen. Mit einer langen Schleppleine kann Dein Hund auch im Park herumtollen, ohne dass Fluchtgefahr besteht.

Wie sollte das Zuhause eines Beagle-Harriers beschaffen sein?

Junge Beagle-Harrier sind niedlich, übermütig und tollpatschig. In den ersten Lebensmonaten solltest Du Deinem Hund nicht zu viel zumuten und seine Knochen während des Wachstums schonen. Mit intensivem Sport könnt ihr erst nach 1,5 bis 2 Jahren beginnen, wenn der Hund ausgewachsen ist und seine Knochen gefestigt sind. Auch Treppenlaufen liegt den Hunden nicht besonders. Eine große Erdgeschosswohnung mit eingezäuntem Garten und möglichst vielen Artgenossen in der Nähe wäre die ideale Umgebung für einen Beagle-Harrier, der als Familienhund lebt.

Der Beagle-Harrier und seine Gewichtsprobleme: Alle zur Pflege, Ernährung und Gesundheit der Hunde

Wie ihre nahen Verwandten neigen auch die Beagle-Harrier zu Verfressenheit und Übergewicht. Ernährungsbedingte Krankheiten stellen das größte Krankheitsrisiko bei den Hunden dar. Sie fressen fast alles und spüren mit ihrem guten Geruchssinn jeden vermeintlichen Leckerbissen auf. Werden die Hunde zu häufig mit Snacks belohnt, regen sie sich kaum noch ohne Aussicht auf eine leckere Belohnung. Teile Futter und Snacks Deines Hundes gut ein und behalte seine tägliche Kalorienzufuhr im Blick, damit er nicht zu speckig wird. Welpen brauchen verhältnismäßig viel mehr Futter als erwachsene Hunde und Senioren, daher muss die Futterzufuhr an den individuellen Bedarf Deines Hundes angepasst werden.

Rassetypische Krankheiten beim Beagle-Harrier

  • Beagle-Harrier weisen dank verantwortungsvoller Zucht weniger Erbkrankheiten auf als Beagle oder Harrier. Die meisten auftretenden Probleme sind haltungsbedingt.
  • Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 12 bis 13 Jahren schneiden sie dennoch schlechter ab als ihre Verwandten, die im Schnitt bis zu 15 Jahre alt werden.
  • Übergewicht begünstigt Gelenkprobleme, überlastet die Organe und schränkt die aktiven Hunde in ihrem Alltag ein.
  • Auch von erblich bedingten Hüftdysplasien sind die Hunde nicht ganz befreit.

Sind Mischlinge wie der Beagle-Harrier wirklich gesünder?

Designer Dogs sind in den USA momentan ein großer Trend. Fans der Mischzucht weisen darauf hin, dass bei Rassen wie dem Beagle-Harrier typische Erbkrankheiten von Beagle und vom Harrier herausgezüchtet werden konnten. In der Theorie kommen bei Mischlingen die besten Eigenschaften beider Elternrassen zusammen. Obwohl diese Theorie beim Beagle-Harrier zuzutreffen scheint, gilt sie nicht allgemein. Die Kreuzung zweier Hunde mit unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen kann ebenso gut sehr anfällige Hunde hervorbringen, die die schlechten Eigenschaften ihrer Eltern kombinieren. Eine gesunde Mischung wie beim Beagle-Harrier kann nur durch eine gute Zuchtauswahl über lange Zeiträume entstehen.

Pflegeleicht, aber nicht anspruchslos

Beagle-Harrier haben ein dichtes Unterfell, das von Jahreszeit zu Jahreszeit wechselt. Damit Dein Hund seine Körpertemperatur optimal regulieren kann, solltest Du sein Fell regelmäßig trimmen. Dabei werden überflüssige Haarbüschel mit einem Kamm aus dem Fell entfernt. Das sieht teilweise recht rabiat aus, tut den Hunden aber nicht weh. Läuft Dein Beagle-Harrier selten auf Asphalt, solltest Du außerdem regelmäßig seine Krallen kürzen.

Beagle-Harrier vom Züchter kaufen: In Deutschland kaum möglich

Selbst in ihrem Heimatland Frankreich sind Beagle-Harrier sehr selten anzutreffen und werden kaum als Familien- und Begleithunde gehalten. Wenn Du Dich für einen Beagle-Harrier-Welpen interessierst, musst Du deshalb Zeit, Geld und eine lange Fahrstrecke für die Abholung einplanen. Die raren Jagdhunde kosten in Frankreich zwischen 1000 und 2000 Euro. Züchter aus den USA oder dem europäischen Ausland verlangen etwas mehr, da die reinrassige Zucht ohne die Einfuhr von Deckrüden aus Frankreich kaum möglich ist.

Beagle-Harrier sind keine Mischlinge!

Beagle-Harrier sind vor mehr als 600 Jahren aus der Kreuzung zwischen Beagle und Harrier entstanden. Vermischen Züchter heute einfach einen reinrassigen Beagle mit einem reinrassigen Harrier, kommt eine Promenadenmischung heraus, deren Eigenschaften nicht berechenbar sind. Sie sind reinrassig und haben berechenbare Eigenschaften und Anfälligkeiten. Daher solltest Du Deinen Welpen nur vom erfahrenen Züchter kaufen und nicht auf ominöse Angebote aus dem Internet eingehen. Kaufe keine Hunde ohne beglaubigten Stammbaum.

So stellst Du Kontakte zu französischen Züchtern her

Am einfachsten gestaltet sich die Welpensuche, wenn Du Französisch sprichst und Züchter aus Frankreich direkt finden und in ihrer Muttersprache kontaktieren kannst. Sprichst Du kein Französisch, kannst Du bei verschiedenen Institutionen und Vermittlungsstellen nachfragen:

Fazit: Der Beagle-Harrier ist und bleibt ein Jagdhund

  • Die Tiere sind an das Leben in der Meute gewöhnt und sind als Haus- und Hofhunde schwer auszulasten.
  • Sie verlieren nie ihren Jagdtrieb und wittern Beute über weite Strecken.
  • Die Hunde gelten als stur und haben ihren eigenen Kopf.
  • Als reine Begleithunde sind sie nur unter bestimmten Voraussetzungen geeignet.

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