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Basenji – Stolzer Hund der Bauern und Pharaonen

Basenji 03 Basenjis sind in ihrer afrikanischen Heimat unter dem Namen m’bwa m’kube b’bwa wamwitu bekannt, was übersetzt so viel wie „“Auf-und-ab-springender-Hund““ bedeutet (the jumping-up-and-down dog). Die aktiven Jagdhunde sind echte Alleskönner und handeln sehr autonom. Ihre Geschichte geht bis ins Alte Ägypten zurück; außerhalb Afrikas sind sie erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. Hier erfährst Du alles über die soundless dogs.
Besonderheiten
  • Bellt nicht
  • Ausgeprägter Jagdtrieb
  • Sehr reinlich
  • Profi im Ausbrechen
  • Intelligent

Rasseportrait: Basenji

HerkunftZentralafrika (Kongo)
KlassifikationJagdhund
GrößeIdealen Widerristhöhe für Rüden 43 cm, für Hündinnen 40 cm
GewichtHündinnen 9 – 11 kg, Rüden 10 – 12 kg
KörperbauKräftig, ausgeprägte Brust, Kopf wird aufrecht und stolz getragen
AugenMandelförmig, leicht schräg, unergründlicher Ausdruck
OhrenDreieckige Stehohren, nach vorn geneigt, die Spitzen neigen sich leicht zur Kopfmitte
Fell & FarbeSehr kurzes, geschmeidiges Fell. Farben: Schwarz-weiß, Rot-weiß, Gestromt mit weißen Abzeichen, Tricolor, Trindle, sehr selten Blue oder Creme (USA)
BesonderheitenUrsprüngliche Hunderasse
CharakterSehr eigen. Reinlich, freiheitsliebend, aktiv
PflegeVor Frost und Kälte schützen, auf schlanke Linie achten
GesundheitSchwere Erbkrankheiten bei schlechten Zuchtlinien (PRA, PPM, Flaconi Syndrom, Hämolytische Anämie)
ZuchtKleine Community in Deutschland

Der exotische Hund aus Zentralafrika: Woran ist der Basenji zu erkennen?

Dem Basenji wird eine gazellenartige Anmut zugeschrieben. Er ist relativ hochbeinig und schlank: Bei einer idealen Widerristhöhe von 43 cm für Rüden und 40 cm für Hündinnen wiegen die Hunde nicht mehr als 11 Kilogramm. Sie gehören zu den ursprünglichen Hunderassen und haben ihr Aussehen über Jahrtausende kaum verändert. Anthropologen und Paläontologen vermuten, dass die ersten domestizierten Hunde in Afrika den Basenjis äußerlich glichen. Ihr Fell ist besonders kurz und fein.

Basenji 02

Einzigartig vom Kopf bis zur Rute: Details des Basenji im Überblick

  • Der Kopf ist breit und verjüngt sich zum Fang hin leicht, sodass die Backen sauber in die Lefzen übergehen. An der Stirn und an den Seiten des Kopfes bilden sich kleine aber deutlich sichtbare Falten. Der Stopp ist eher flach.
  • Der Blick wird im FCI-Rassestandard als unergründlich und in die Ferne gerichtet beschrieben. Die Augen sind mandelförmig und liegen etwas schräg. Schwarz-weiße Hunde weisen eine hellere Iris auf als lohfarbene und gestromte Basenjis.
  • Die aufrechten Stehohren sind gut gewölbt und gerade nach vorn gerichtet. Sie setzen weit vorn am Schädel an und neigen sich leicht nach innen (nicht nach außen wie zum Beispiel beim Welsh Corgi).
  • Der Hals ist kräftig, relativ lang und bildet einen eleganten Bogen. Der Körper weist eine gut gewölbte Brust auf, Rücken und Lenden sind kurz. Die untere Profillinie ist deutlich aufgezogen, sodass die Taille sich sichtbar abzeichnet.
  • Die Vorderläufe sind relativ schmal und fein. Sie liegen eng an der Brust an, ohne die Bewegungen des Hundes einzuschränken. Die Hinterläufe sind nur mäßig gewinkelt, mit tief ansetzenden Sprunggelenken und gut ausgeprägten Muskeln.
  • Die Rute setzt sehr hoch an und wird eng über dem Rücken eingedreht. An der Unterseite der Rute wächst das Fell etwas länger (Fahne).

Farben beim Basenji: Alles ist erlaubt

  • Einfarbige Basenjis kommen so gut wie nie vor. Weiße Abzeichen gelten als klares Erkennungsmerkmal der Rasse. Weiße Fellfarbe an den Pfoten, an der Brust un an der Rutenspitze gelten als rassetypisch, außerdem weisen sie häufig weiße Läufe, weiße Blessen und weiße Halsringe auf. Bei vielen überwiegt der weiße Teil des Fells.
  • Schwarz-weiße kommen am häufigsten vor.
  • Tricolor Basenjis sind schwarz mit weißen Abzeichen und lohfarbenem Brand. Lohabzeichen an den Backen, an den Augenbrauen und an den Ohreninnenseiten kommen häufig vor und sind in der Zucht erwünscht.
  • Bei der sogenannten Trindle-Färbung (tan und brindle) sind die Übergänge zwischen schwarzen und weißen Flächen gestromt gefärbt.
  • Basenjis mit rot-weißer Fellfarbe weisen meist kleinere weiße Abzeichen auf als Basenjis mit schwarzer Grundfarbe.
  • Bei gestromten Hunden mit weißen Abzeichen liegen schwarze Streifen auf rotem Grund. Die Streifen sollten so gut wie möglich erkennbar sein.
  • Sehr selten kommt Blue und Creme vor (hauptsächlich in den USA).

Unterschiede zu ähnlichen Hunderassen

  • Japanische Hunderassen wie der Akita Inu und der Shiba Inu ähneln dem Basenji hinsichtlich ihrer Körper- und Gesichtsform, die Tiere sind jedoch nicht miteinander verwandt und haben sich wahrscheinlich unabhängig voneinander gebildet. Asiatische Urhunde haben deutlich wolligeres und längeres Fell.
  • Auch deutsche Spitzrassen weisen keine genetischen Überschneidungen mit Basenjis auf und sind leicht anhand ihrer Fell- und Hautstruktur zu erkennen.
  • Australische Dingos sind wie die Basenjis zum Teil verwildert und leben autonom als Jäger. Sie sind deutlich größer und tragen gelblich-orangenes Fell.
  • Der Xoloitzcuintle gehört ebenfalls zu den sehr alten Hunderassen und teilt einige äußere Merkmale mit dem Basenji. Die Nackthunde aus Südamerika tragen schmalere und nach außen gekippte Ohren.
  • Der Pharaoh Hound (Pharaonenhund) von der spanischen Insel Malta wirkt wie eine größere und langgezogene Variation des kräftigeren Basenjis und stammt ursprünglich aus der selben afrikanischen Region.

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Die antike Herkunft des Basenjis: Seit Jahrtausenden verbreitet in allen Gesellschaftsschichten

Basenjis wurden schon im Alten Ägypten vor rund 6000 Jahren auf Bildnissen abgebildet und spielten rund um den Nil eine wichtige Rolle bei der Ungezieferbekämpfung und bei der Jagd auf Kleinwild. Wahrscheinlich verbreitete sich die Rasse von Zentralafrika (im heutigen Kongo) entlang des Nils über Ägypten bis in die ganze Welt. Als das ägyptische Königreich zerfiel, blieb die Hunderasse bestehen und die Hunde wurden zu Begleitern für das einfache Volk. Westliche Kaufmänner entdeckten Basenjis erst Ende des 19. Jahrhunderts. So konnte die Rasse sich über Jahrtausende unverändert halten. Sie sind eng mit den etwas hochbeinigeren Pharaonenhunden verwandt, die etwa zur gleichen Zeit entstanden sind.

Die Verbreitung des Basenjis in Europa und den USA

Erste Versuche, die halb verwilderten Urhunde aus Afrika in Europa zu vermehren, scheiterten schon nach wenigen Wochen. Viele der ersten exportierten Zuchthunde starben, weil sie sich nicht an die neuen Lebensbedingungen in Europa gewöhnten. Erst in den 1930ern lief die Zucht in den USA und in England erfolgreich an und die exotische Hunderasse erfreute sich schnell wachsender Beliebtheit.

Das Wesen des Basenjis: Selbstbestimmter Allrounder mit viel Energie

Der Basenji weist viele Eigenheiten auf, die er nur mit wenigen anderen Hunderassen teilt. Die soundless dogs bellen nicht, sondern sie geben sich mit verschiedenen leiseren Heullauten zu verstehen. Darüber hinaus sind sie für ihre Reinlichkeit bekannt. Ähnlich wie Katzen putzen sie regelmäßig ihr gesamtes Fell; auch im Haus ziehen sie saubere Plätze vor und empfinden Schmutz und Unordnung als Stressfaktoren. Obwohl sie eine enge Verbindung zu ihrem Halter und ihren Familienmitgliedern aufbauen,können sie (in Gruppen) relativ problemlos allein gelassen werden und sich selbst beschäftigen.

Der Jagdstil des Basenjis in Afrika

Einem Basenji bei der instinktiven Jagd zuzusehen ist eine reine Freude: Im hohen Gras der afrikanischen Steppe springen sie hin und her, um sich einen Überblick über das Geschehen am Boden zu verschaffen und Kleintiere aufzuhetzen (daher der Name up-and-down-jumping-dog). Auch beim Zupacken springen sie hoch und justieren im Sprung ihre Vorderpfoten, um die Beute festzusetzen.

Für wen ist der Basenji der richtige Begleiter?

Ein Basenji kann allein bleiben, braucht aber den ganzen Tag über Beschäftigung. Als Haushunde langweilen sich die aufgeweckten Draufgänger schnell – in Büros und engen Wohnungen fühlen sie sich eher eingeengt und werden zur Gefahr für die Möbel. Wenn sie die Möglichkeit haben und die Gelegenheit günstig ist, gehen sie gern auch allein auf Pirsch. Achte deshalb immer darauf, dass Dein Hund angeleint ist oder ein sicherer Zaun ihn von eigenständigen Wanderungen abhält.

In der Familie

Basenjis sind verspielt und nehmen kleinere Erziehungsfehler nicht schwer – Familien mit Kindern können Hunde der quirligen Rasse gefahrenlos halten. Mit Bestrafungen solltest Du niemals arbeiten, sonst könnte Dein freiheitsliebender Hund sein Vertrauen zu Dir verlieren. Gut sozialisierte Welpen knüpfen im Erwachsenenalter gern neue Kontakte und sind im Park immer auf der Suche nach dem nächsten Hund zum Begrüßen (oder nach Wildtieren zum Jagen). Weil die freiheitsliebenden Hunde den engen Kontakt zu Artgenossen gewöhnt sind, ist es empfehlenswert, zwei Welpen der Rasse gemeinsam in der Familie aufzuziehen.

Erziehung und Haltung beim Basenji: Der Spaß steht im Mittelpunkt

Die Erziehung eines Basenjis ist relativ anspruchsvoll – die neugierigen Hunde lassen sich schnell ablenken und sind immer auf der Suche nach Beschäftigung. Möchtest Du Deinem Hund etwas Neues beibringen, verknüpfe die Übung unbedingt mit Belohnungen und gestalte sie so actionreich und spaßig wie möglich. Fühlt er sich unterfordert, wird er sich einfach etwas anderem zuwenden und der Lernerfolg bleibt aus.

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Der Basenji in der freien Natur

Kleine Gassi-Runden an der kurzen Leine sind für Basenjis nur Randunterhaltung. Sie brauchen ihre Freiheiten und möchten ihre Umgebung möglichst eigenständig erkunden. Wähle deshalb eine lange Leine (mindestens 8 Meter Reichweite). Auch wenn es manchmal schwer fällt und die Entwirrung von Leinen nervt, solltest Du ihn nie ableinen! Auch wohlerzogene erliegen in manchen Situationen ihrem Jagdtrieb und hetzen plötzlich Igeln, Vögeln oder Fahrrädern hinterher. Mit einer langen Flexi- oder Schleppleine kannst Du mit Deinem Hund am Strand, im Wald oder im Park ausgelassen toben.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Basenjis mit Energieüberschuss: Dressur ist fehl am Platz

  • Wird Dein Hund im Haus unruhig, führe ihn öfter für intensive Sporteinheiten aus.
  • Beim Radfahren, Joggen und Wandern sind sie sehr ausdauernd. Biete Deinem Hund bei warmen Temperaturen regelmäßig frisches Wasser an.
  • Reines Obedience-Training frustriert den Basenji nur – Dog Dancing und andere aktive Hundesportarten liegen ihnen dagegen sehr.
  • Die meisten entwickeln eine große Leidenschaft für Apportierspiele.
  • Bei Suchspielen stellen sie sich sehr geschickt an. Hat ein Basenji eine Fährte aufgenommen, wird er alles tun, um seine Beute aufzufinden (Graben, Schwimmen, Springen, Klettern).

Die Sprache der Basenjis verstehen lernen

Basenjis tragen viele Namen, unter anderem werden sie als sprechende Hunde bezeichnet. Sie sind sehr kommunikativ und haben eine eigene Sprache, die sich von den Kommunikationsarten moderner Hunderassen unterscheidet. Charakteristisch ist ihr sogenanntes Jodeln, mit dem sie Freude ausdrücken oder das Rudel zusammenrufen. Erfahrene Basenji-Züchter empfehlen Haltern, die Sprache früh zu erlernen und Signale durch Nachahmung zu verinnerlichen. Kann ein Basenji sich nicht verständlich machen, entwickelt er Verhaltensstörungen und Frustration sammelt sich an.

Alte Rasse, moderne Probleme: Pflege, Ernährung und Gesundheit beim Basenji

In Europa und den USA gestaltete sich die Basenji-Zucht im 20. Jahrhundert sehr schwierig. Viele Nachzuchten von Tieren aus dem Kongo und aus Ägypten waren den Krankheitserregern in der neuen Umgebung nicht gewachsen und starben. Der heutige Rassebestand außerhalb Afrikas geht auf wenige Tiere zurück. Durch die inzüchtigen Verpaarungen haben sich zahlreiche rassetypische Erbkrankheiten entwickelt. Wild und halb-wild lebende Basenjis in Zentralafrika sind bis heute deutlich gesünder als ihre ausländischen Artgenossen.

Häufige Krankheiten beim Basenji

  • Fanconi Syndrom: Schwere Nierenerkrankung. Wird die Erkrankung behandelt, können betroffene Hunde relativ alt werden, sie leiden jedoch ihr ganzes Leben an Inkontinenz.
  • Allergien, oft bedingt durch minderwertiges Futter.
  • Krebs gehört zu den häufigsten Todesursachen beim Basenji.
  • Sie neigen zu Zahnstein und Karies.
  • Hämolytische Anämie: Schwere Erbkrankheit, die zum Tode führt. Der Körper zerstört seine roten Blutkörperchen, die Hunde leiden an Atemnot und allgemeiner Schwäche.
  • PPM – Persistierende Pupillar Membran: Beim Welpen bildet sich ein Häutchen über der Netzhaut, das zur Erblindung führen kann. Im Alter lassen die Symptome nach.
  • PRA – Progressive Retinal Atrophie: Erblich bedingtes Absterben der Netzhaut, führt zur Erblindung.
  • HD – Hüftdysplasie: Fehlstellung des Hüftgelenks
  • Die Hunde sind relativ kälteempfindlich und brauchen im Winter einen warmen Mantel.

Die richtige Ernährung für Basenjis

In ihrer afrikanischen Heimat landeten Basenjis, die sich nicht für die Jagd eigneten, für gewöhnlich auf dem Teller. Sie setzen leicht Fett an und sind nicht wählerisch bei der Auswahl ihrer Mahlzeiten. Viele Basenji-Halter verfüttern hin und wieder rohes Fleisch an ihre Tiere, um ihrer ursprünglichen Natur gerecht zu werden. Das ist nicht unbedingt notwendig, aber schadet auch keinesfalls. Achte darauf, niemals Schweinefleisch zu verfüttern, da dort Keime vorkommen, die sie nicht vertragen. Ausgewogene Futtermischungen für aktive Hunde enthalten in der Regel alles, was sie brauchen.

Basenji-Welpen beim Züchter kaufen – Auf die Zuchtlinie kommt es an

Die exotischen Hunde sind weltweit gefragt. Leider wirkt sich das auch auf die Situation auf dem Schwarzmarkt aus: Unseriöse Züchter bieten Basenjis mit gefälschten Papieren an. Beim Kauf eines Welpens solltest Du Dir deshalb immer schon vor dem Kauf gültige Papiere zur Überprüfung aushändigen lassen. Neben einem lückenlosen Stammbaum sollten auch Gesundheitszeugnisse für jeden Welpen vorliegen. Da die Haltung und die Zucht der Hunde relativ anspruchsvoll ist, solltest Du mit Preisen zwischen 1500 und 2500 Euro rechnen.

Biete einem Abgabehund ein Zuhause

Häufig kommt es vor, dass Halter sich mit der Anschaffung übernehmen. Auch erfahrene Hundehalter können manchmal keine kommunikative Basis mit ihrem Hund finden – um einen Basenji zu verstehen, braucht es viel Einfühlungsvermögen (ähnlich wie bei Katzen). Möchtest Du einem Basenji aus dem Tierheim ein Zuhause bieten, wende Dich an eine der folgenden Stellen:

Basenji-Züchter in Deutschland und im Ausland

Fazit zur Hunderasse: Mit einem Basenji wächst Du über Dich selbst hinaus

  • Die Hunde weisen viele einzigartige Eigenschaften auf. Sie unterscheiden sich sowohl äußerlich als auch vom Charakter her deutlich von modernen Hunderassen.
  • Sie sind sehr kälteempfindlich und sollten im Winter zusätzlich vor Frost und Wind geschützt werden.
  • Kaufe niemals Welpen von einem Züchter, der keine Gentests für seine Zuchthunde durchführt.
  • Wenn Du einen Basenji artgerecht halten willst, denke über die Anschaffung von zwei Welpen nach.
  • Damit Dein Basenji nicht wegläuft, brauchst Du einen gut abgesicherten Garten mit hohen Zäunen. Lasse Deinen Hund unterwegs niemals von der Leine.

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