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Der Australian Shepherd – Lernfreudig, freundlich und aktiv

Australian Shepherd 04 Australian Shepherds gehören zu den beliebtesten Hunderassen in Europa, Kanada und den USA. Entgegen ihres Namens stammen die Tiere nicht aus Australien und können sich auch an kalte Regionen anpassen. Manchen Quellen zufolge gehören die Tiere zu den intelligentesten Hunden weltweit – möchtest Du einen Australian Shepherd Welpen erziehen und ihm unterhaltsame oder nützliche Tricks beibringen, informiere Dich genau über die Eigenheiten der Rasse.
Besonderheiten
  • Lernwillig und intelligent
  • Zuverlässige Hütehunde
  • Aufsehenerregende Fellfärbungen
  • Fähige Fährtenleser

Rasseportrait: Australian Shepherd

HerkunftUSA
KlassifikationHütehund
GrößeStandard 46 – 54 cm (Hündinnen), 51 – 58 cm (Rüden); Miniature 35 – 46 cm
GewichtNicht festgelegt, je nach Größe und Geschlecht zwischen 17 und 32 kg. Miniature American Shepherds zwischen 10 und 18 kg
KörperbauMittelgroß, sportlich, tiefe Brust und schmale Schultern
AugenBraun, Blau, Grau und Bernstein in verschiedenen Kombinationen
OhrenHoch ansetzend und nach vorn geklappt
Fell & FarbeLanges Fell mit dickem Unterfell, ein- bis dreifarbig mit weißen und gelben/kupferfarbenen Abzeichen. Grundfarben: Schwarz, Rot, Blue Merle, Rot Merle, Gelb, Dilute (Blue, Lilac, Isabell, Fawn)
BesonderheitenBeliebte Familienhunde
CharakterLernwillig, intelligent, neugierig, freundlich
PflegeFell kämmen und bürsten, Enthaaren, Baden
GesundheitNeigung zur Hüftdysplasie und zu Augenproblemen
ZuchtGroße Züchter-Community für Standard Australian Shepherds, Miniature American Shepherds sind nur vereinzelt erhältlich

Erscheinungsbild des Australian Shepherd: Bunte Schäferhunde mit langem Fell

Die Vorfahren der Australian Shepherds sind in allen Teilen der Welt zu finden und wurden zu keinem Zeitpunkt ihrer Entstehung nach ästhetischen Faktoren wie der Fellfarbe selektiert. So entstanden robuste und vielfältig gefärbte Hunde, die sich sowohl für den Einsatz in großen Höhen eignen, als auch den Temperaturunterschieden im wüstenlastigen Westen der USA widerstehen. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 51 – 58 Zentimetern, Hündinnen sind etwas schmaler und kleiner gebaut und werden 48 – 53 Zentimeter groß. Von anderen Schäferhunden sind Australian Shepherds vor allem durch ihr langes und buschiges Fell und die typische maskenartige Färbung um die Augen zu unterscheiden.

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Miniature American Shepherds

Bei den Miniature American/Australian Shepherds (beide Bezeichnungen sind in Europa geläufig, wobei American die tatsächliche Herkunft der Hunderasse beschreibt) ist eine Widerristhöhe von 35 – 46 Zentimetern üblich. Dieser nicht vom FCI anerkannte Typ wird in Deutschland allerdings selten gezielt vermehrt und ist nur bei wenigen Züchtern erhältlich.

Äußere Merkmale der Australian Shepherds im Überblick

  • Der Kopf ist ebenso lang wie breit und der Fang wird zur Nasenspitze hin etwas schmaler, ohne spitz zu wirken. Die Nasenfurche und der Stop sind eher flach, dafür sind die Augenbrauen deutlich ausgeprägt. Die Knickohren sind dreieckig und lassen sich nach vorn oder zur Seite drehen.
  • Australian Shepherds haben braune, blaue oder bernsteinfarbene Augen. Selten kommen auch Kombinationen dieser Farben vor, die die Sehfähigkeit der Hunde nicht beeinträchtigen (mit Ausnahme des Merle-Gens). Häufig sind die mandelförmigen Augen dunkel umrandet.
  • Der Körper ist kräftig gebaut, wie bei deutschen Schäferhunden ist die Brust aber eher tief als breit. Kräftige Muskeln und eine horizontal verlaufende Rückenlinie verleihen den langbeinigen Tieren einen festen Stand.
  • Die Rute ist lang, wird hoch und leicht eingerollt getragen und ist gut befedert. Einige Welpen werden mit einer natürlichen Stummelrute geboren. Im Ausland ist das Kupieren der Rute üblich, was in Deutschland streng verboten ist.

Farbenfrohe Hunde: Fellfärbungen für Zuchttiere und seltene Farben

Einfarbige Australian Shepherds:

  • Schwarz oder rot von hellrot bis zu dunklem Braunrot.
  • Gelb (nicht in der Zucht erwünscht).
  • Blue Merle oder Red Merle (aufgehelltes Fell mit dunklen fleckenartigen Schattierungen).
  • Sehr selten gibt es weiße oder fast weiße Australian Shepherds (Double Merle), diese können allerdings nur aus Verpaarungen stammen, die gegen die Zuchtordnungen seriöser Clubs verstoßen.

Zweifarbige Australian Shepherds:

  • Schwarz, rot, gelb oder merlefarben mit weißen Abzeichen an der Brust, an den Pfoten, an den Innenseiten der Läufe, am Fang, auf der Stirnfalte und am Bauch.
  • Schwarz, rot, gelb oder merlefarben mit gelben Abzeichen an der Brust, an den Pfoten, an den Innenseiten der Läufe, am Fang, auf der Stirnfalte und am Bauch.
  • Sable – jedes einzelne Haar ist zweifarbig und an der Spitze dunkler als an der Wurzel, sodass die Hunde Border Collies ähneln. Auch Merle-Sable Färbungen kommen vor, diese sind aber kaum von gelbem Fell zu unterscheiden. Die Zobel-Färbung ist nicht für die Zucht zugelassen.

Dreifarbige Australian Shepherds:

  • Grundfarbe Schwarz oder Blue Merle mit weißen Abzeichen auf der Brust, am Bauch und an der Stirn und gelben Abzeichen am Fang, an den Augenbrauen, an den Innenseiten der Läufe und an den Pfoten.
  • Grundfarbe Rot oder Red Merle mit weißen Abzeichen auf der Brust, am Bauch und an der Stirn und gelben Abzeichen am Fang, an den Augenbrauen, an den Innenseiten der Läufe und an den Pfoten.

Aufhellungen durch das Dilute-Gen:

Alle Farben kommen aufgrund eines genetischen Defekts auch aufgehellt vor. Fleckenartige Aufhellungen sind bei mehrfarbigen Hunden normal, eine komplette Aufhellung der Fellfarben ist aber ein klares Zeichen für das nicht für die Zucht zugelassene Dilute-Gen.

  • Grundfarbe Schwarz wird zu Blue.
  • Grundfarbe Gelb wird zu Isabell.
  • Grundfarbe Rot wird zu Fawn.
  • Weitere Dilute-Farben: Cinnamon (hellbraun bis beige), Lilac (graublau).

Geschichte der Australian Shepherds: Typische Wildwest-Hunde aus den USA

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So wie wir Australian Shepherds heute kennen, werden die Hunde erst seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezüchtet. Erst 1957 begann der Australian Shepherd Club of America mit der gezielten Zucht der Hunde und führte einen Rassestandard ein. Heute wird die Hunderasse weltweit anerkannt und Australian Shepherds gehören zu den beliebtesten modernen Familienhunden.

Ein Hund mit typisch amerikanischer Vergangenheit

  • Unter den Vorfahren der Australian Shepherds sind viele verschiedene europäische Schäferhund-Rassen.
  • Baskische Siedler aus Australien kamen Ende des 19. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten und züchteten die Hunde zum Schutz ihrer Australian Sheep Herden.
  • Klein gewachsene Miniature Australian Shepherds (in den USA als Miniature American Shepherds bekannt,) wurden parallel zu der größeren Arbeitslinie gezüchtet und in den 1960ern häufig als Zirkushunde in Pferdeshows eingesetzt.
  • In Europa sind die Tiere erst seit den 1970ern anzutreffen und erfreuen sich hier wachsender Beliebtheit.

Wesen und Charakter: Anpassungsfähige Allround-Talente

Australian Shepherds sind ausgeglichene, arbeitsfreudige Hunde, die gern ihren Kopf einsetzen. Sie betrachten Arbeit als Spiel und eignen sich auch als Drogenspürhunde oder Fährtenhunde. Kinder und Besucher schließen sie schnell ins Herz, daher eignen sie sich nur bedingt als Wachhunde. Aufgrund ihrer Funktion als Herdenschutzhunde verhalten sie sich anderen Hunden (vor allem Rüden) gegenüber hin und wieder aggressiv und möchten ihren Halter beschützen.

Australian Shepherds im Umgang mit Kindern

Die Hunde lieben Kinder und übernehmen die Funktion des sanftmütigen Beschützers. Auch fremde Kinder betrachten sie nach kurzer Begrüßung als Teil des Rudels und schließen sie in Spiele und Kuscheleinheiten mit ein. Aufgrund ihrer stattlichen Körpergröße sollten die Hunde nicht ohne Aufsicht mit Kindern spielen oder von ihnen an der Leine geführt werden.

Typische Charakterzüge der loyalen Hütehunde im Überblick

  • Freundliches und gutmütiges Wesen
  • Eigenständiges Denken
  • Neigen nicht zum Bellen
  • Langweilen sich schnell
  • Lieben die Gesellschaft von Mensch und Tier

Arbeitstiere mit Herz und Seele

Die Hunde sind sehr ausdauernd und können den ganzen Tag lang arbeiten, ohne müde zu werden. Anspruchslose und rein körperliche Aufgaben reichen ihnen nicht aus. Sie müssen ausreichend gefordert werden und beim Spielen Augen, Nase und Ohren einsetzen. Als reine Haushunde ohne Aufgaben langweilen sie sich schnell und entwickeln unerwünschte Verhaltensweisen wie das Zerstören von Möbeln oder ständiges Bellen und Jaulen. Wie bei allen Hütehunden ist der Beschützerinstinkt stark ausgeprägt und Fremde werden nur akzeptiert, wenn der Halter ihnen freundlich begegnet.

Erziehung und Haltung beim Australian Shepherd: Übung macht den Meister

Die Hunde lernen schnell und können sich eine Vielzahl von Kommandos merken. Ein gut trainierter Aussie führt Befehle aus, ohne sie zu hinterfragen oder jedes Mal eine Belohnung zu verlangen. Sie lieben es, Menschen zu gefallen und führen auch mal unaufgefordert vor, was sie können. Dein Leben mit einem Australian Shepherd dreht sich deshalb voll und ganz um das Spielen und um abwechslungsreiche Beschäftigung. Ein Vorteil bei der Erziehung: Die Hunde sind sehr anpassungsfähig und finden an fast jeder anspruchsvollen Tätigkeit ihren Spaß.

Mittendrin statt nur dabei

Gewöhnst Du Deinen Welpen früh genug an verschiedene Situationen und Umweltreize, kannst Du ihn im Erwachsenenalter fast überall hin mitnehmen: Die selbstbewussten Hunde begleiten Dich auf langen Wanderungen durch die Natur, kommen aber genau so gern mit in die Stadt zum Eisessen und Fußgänger beobachten. Sie bewachen das Büro oder den Garten und fühlen sich auch im Wasser wohl. Freundschaftenüber die eigene Spezies hinaus gehen sie mit der passenden Sozialisierung schnell ein, Hündinnen der Rasse nehmen außerdem häufiger Waisen auf als andere Hunde und ziehen diese mit mütterlichem Eifer groß. Längere Phasen allein im Haus oder im Zwinger ertragen sie dagegen nur schwer.

Beschäftigungsmöglichkeiten für aktive Aussies

  • Wald- und Zoobesuche
  • Intelligenzspiele für Zuhause
  • Regelmäßige Besuche in der örtlichen Hundeschule
  • Treffen mit befreundeten Hunden und Menschen
  • Suchspiele (Out- oder Indoor)
  • Zirkustraining (verschiedene Tricks erlernen)
  • Agility Training in der Hundeschule
  • Arbeitsprüfungen als Diensthunde (Spürhunde, Blindenhunde, Fährtenhunde)

Australian Shepherds als Stadthunde: Das solltest Du beachten

In Großstädten können Australian Shepherds nur unter bestimmten Voraussetzungen leben. Damit der Hüte- und Schutztrieb nicht die falschen Maße annimmt, solltest Du Deinen Hund so früh wie möglich an geschäftiges Treiben in der Stadt, klappernde Müllwagen und LKW’s, Blaulicht und Sirenen und weitere möglicherweise beängstigende Reize gewöhnen. Sonst kann es schnell passieren, dass Dein Hund Dich in der Stadt vor allem Unheimlichen beschützen will und niemanden mehr in Deine Nähe lässt. Achte außerdem darauf, dass Dein Hund ausreichend Bewegung und eine Aufgabe bekommt – wenn es in Deiner Umgebung nur Straßen und Hausfassaden gibt, ist ein Australian Shepherd hier falsch aufgehoben.

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Pflege, Ernährung und Gesundheit: Fellpflege für Aussies muss sein

Australian Shepherds sind im Vergleich zu verwandten Schäferhund-Rassen wie dem deutschen Schäferhund und dem Border Collie relativ gesunde Hunde mit einer für ihre Körpergröße sehr hohen durchschnittlichen Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren. Miniature Australian Shepherds werden tendenziell noch etwas älter als ihre größeren Artgenossen. Wie bei allen Rassehunden kommen auch bei Australian Shepherds einige Erbkrankheiten häufiger vor als andere.

Rassetypische Krankheiten beim Australian Shepherd

  • Werden zwei Hunde mit Merle-Gen verpaart, kann es zu Albinismus, Taubheit, Iriskolombomen und Blindheit kommen. Die Zucht der Hunde sollte deshalb nur Profis überlassen werden.
  • Erblich bedingte Arzneimittelunverträglichkeit (MDR1-Defekt).
  • Hüft- und Gelenkprobleme (Hüftdysplasie, Osteochondrosis).
  • Epilepsie.
  • Augenerkrankungen (Grauer Star, Collie Eye Anomalie, Progressive Retina Atropie).

Fellpflege beim Australian Shepherd: Viel kämmen, wenig schneiden

Die Hunde haben ein dichtes und feines Unterfell, das sie vor jeder Witterung schützt. Regelmäßiges Bürsten hält das Deckhaar glänzend und schön und befreit die Unterwolle von losen Haaren. Besonders während der Fellwechsel im Sommer ist regelmäßiges Bürsten deshalb angenehm für Hund und Halter: Weniger Haare sammlen sich am Boden und auf dem Sofa, außerdem kann der Hund seine Temperatur ohne die überschüssige Unterwolle leichter regulieren.

Pflegetipps für schönes Fell im Überblick

  • Knötchen und Filz von Hand lösen oder herausschneiden.
  • Regelmäßig bürsten.
  • Abends mit einem feinzahnigen Kamm nach Zecken suchen.
  • Hin und wieder mit Hundeshampoo baden.

Ernährung für Australian Shepherds: Auch hier ist Abwechslung gefragt

Aussies können wie alle mittelgroßen Hunde mit vollwertigem Trockenfutter für aktive Hunde ernährt werden. Die vollwertigen Futtermischungen enthalten die richtige Menge an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien. Eine Übersättigung an Vitaminen durch die Zugabe von Präparaten oder BARF-Lebensmitteln (selbstgekochte Hundenahrung) schadet den Hunden häufig mehr, als dass es ihre Abwehrkräfte oder ihre Leistungsfähigkeit steigert. Einem aktiven Hund kannst Du ruhig etwas mehr Snacks geben als trägeren Artgenossen: Der Australian Shepherd nimmt unterwegs jeden Energieschub an und liebt kohlenhydratreiche Nahrung (auch die von Menschen).

Australian Shepherds vom Züchter kaufen

Bevor Du einen Australian Shepherd vom Züchter kaufst, solltest Du Dir den Wurf und das Muttertier genau ansehen und Deinen Hund kennenlernen. Für Aussie Züchter ist es besonders wichtig, auf genetische Vorbelastungen der Hunde zu achten. Zwei Hunde mit Merle-Gen sollten beispielsweise nie miteinander verpaart werden. Um sicherzugehen, dass keine Verpaarungen entstehen, die Krankheiten begünstigen, führen die meisten seriösen Züchter entsprechende Gentests bei allen Zuchthunden durch. Dementsprechend hoch ist der Preis für Australian Shepherd Welpen: Je nach Farbvariation und Zuchtlinie (zum Beispiel Elterntiere mit Arbeitsprüfung) kosten die Hunde zwischen 1000 und 1600 Euro.

Hier findest Du seriöse Züchter

Checkliste: Was musst Du vom Züchter wissen?

  • Der Züchter sollte eine vollständige Ahnentafel für die Welpen vorlegen können.
  • Im Wurf kommen nur in Ausnahmen taube oder blinde Welpen vor.
  • Der Stammbaum passt zur Haltung (Hunde aus Arbeitslinien sollten nicht als Familienhunde gehalten werden).
  • Die Welpen werden in direkter Nähe zum Menschen aufgezogen und bleiben mindestens acht Wochen lang beim Züchter.
  • In der Prägungsphase haben die Welpen alle wichtigen Reize kennengelernt und sie sind weitgehend stubenrein.

Fazit: Schlaue Hunde für aktive Halter

  • Australian Shepherds eignen sich für Familien, WG’s und Singles.
  • Mit gutem Training können sie in allen Situationen Ruhe bewahren (im öffentlichen Verkehr, bei Begegnungen mit Wildtieren oder bedrohlich wirkenden Menschen).
  • Die Hunde sind sehr anspruchsvoll und fühlen sich schnell unterfordert.
  • Sie brauchen unbedingt eine Aufgabe – nur ein aktiver Lebensstil macht sie dauerhaft glücklich.

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