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Schottischer Terrier – Beliebter Begleithund im Gentleman-Look

schottischer terrier Der „Scottie“ zählt neben dem Skye Terrier, dem West Highland White Terrier und dem Cairn Terrier zu den vier bekannten schottischen Hunderassen, die ursprünglich für die Baujagd gezüchtet wurden. Heute werden schottische Terrier fast ausschließlich nach Show-Kriterien gezüchtet und sind um einiges kurzbeiniger als noch vor 100 Jahren. Hier erfährst Du, wie sich die Hunde mit dem markanten Schnurrbart von ihren Verwandten unterscheiden.
Besonderheiten
  • Langes Gesicht
  • Markanter Schnäuzer
  • Intelligent
  • Ursprünglicher Bauhund

Rasseportrait: Schottischer Terrier

HerkunftGroßbritannien (Schottland)
KlassifikationJagdhund, Begleithund
GrößeIdeale Widerristhöhe für Rüden und Hündinnen 25 bis 28 cm
GewichtFür Rüden und Hündinnen zwischen 8,5 und 10,5 kg
KörperbauLanger Kopf, kräftiger Hals, kurzer Rücken, kurzbeinig
AugenWeit auseinanderstehend, dunkel, von markanten Augenbrauen umrahmt
OhrenSpitze Stehohren
Fell & FarbeRauhes Deckhaar, weiches Unterfell, Farben schwarz, gestromt und weizenfarben
BesonderheitenMarkanter Schnurrbart (häufig frisiert)
CharakterIntelligent, zielstrebig, eigenwillig
PflegeFell kämmen und trimmen
GesundheitErhöhtes Risiko für Krebs (besonders Blasenkrebs), Scotty Jaw, Scotty Cramp
ZuchtNicht ohne Gentests

Merkmale des Scottish Terriers: Klein, kantig und einfarbig

Der schottische Terrier ist schon von Weitem an seiner typischen Körperform zu erkennen. Er ist eher kurzbeinig und erreicht eine Widerristhöhe zwischen 25 und 28 cm. Sein Kopf wirkt im Vergleich zum Körper sehr lang; dazu sorgen lange Haare an der Schnauze für eine rechteckige Optik. Markant für die Rasse ist auch die gerade Fingerrute, die sie mit den West Highland White Terriern teilen. Ein gesunder Scottie wiegt zwischen 8,5 und 10,5 Kilogramm.

Der schottische Terrier vom Kopf bis zur Rute

  • Der relativ flache Schädel ist ebenso lang wie Fang und Schnauze. Beide Bereiche des Kopfes sind durch einen kurzen aber deutlich ausgeprägten Stopp an den Augenbrauen getrennt. Das Vorgesicht liegt tief, das Jochbein ist kaum ausgeprägt. Insgesamt wirkt der Kopf relativ schmal im Vergleich zum kräftigen und geraden Hals.
  • Die mandelförmigen Augen mit dunkler Iris liegen beim Scottie relativ weit auseinander. Die Augenbrauen sind buschig behaart, ohne die Sicht einzuschränken. So entsteht ein aufmerksamer, intelligenter und etwas strenger Ausdruck.
  • Die Ohren sind dünn und sehr spitz und werden aufrecht getragen.
  • Der Körper wirkt wegen der kurzen Läufe relativ lang, Rücken und Lenden sind aber eher kurz und der Brustkorb reicht tief.
  • Die mittellange Rute verjüngt sich zur Spitze hin leicht und wird meist gerade und aufrecht getragen (Fingerrute).
  • Sie tragen dichtes Stockhaar mit rauhen Deckhaaren und weichem Unterfell.

Die drei zulässigen Scottie-Farben

  • Schwarz: Einfarbig tiefschwarzes Fell mit viel Glanz.
  • Gestromt: Einfarbig schwarze Grundfarbe mit brauner oder hellbrauner Strom-Zeichnung.
  • Weizenfarben: Hellere oder dunklere Weizen-Töne.
  • Mischfarben aus den drei Grundfarben kommen vor, sind in der Zucht aber nicht erwünscht.

So unterscheidet sich der Scottish Terrier von den anderen schottischen Bauhunden

  • Der West Highland White Terrier kommt nur in weiß vor und hat einen kürzeren Fang. Auch der Stopp ist deutlicher ausgeprägt und der Schädel wirkt runder. Insgesamt ist er etwas hochläufiger und breiter gebaut als der Scottie.
  • Cairn Terrier sind zobelfarben, gestromt oder champagnerfarben mit dunkler Maske im Gesicht. Am Kopf wachsen die Haare fast überall recht lang und wild, anders als der gerade Schnurrbart des gepflegt wirkenden Scottish Terriers.
  • Der Skye Terrier gilt als Vorfahre aller anderen schottischen Bauhunde. Er trägt langes Fell am ganzen Körper, besonders prominent sind die lang behaarten Ohren und Augenbrauen. Beim Scottie reichen die verlängerten Augenbrauen nur bis zum Augenlid.
  • Dandie Dinmont Terrier sind nur geringfügig kleiner als Scottish Terrier, zeichnen sich jedoch durch ihre typische Fellfärbung und die wuschelige „Frisur“ auf dem Kopf aus. Ihr Körperbau wirkt länger und schlanker als beim Scottie.

Die Entstehungsgeschichte des schottischen Terriers: Ein Jagdhund für die Show?

Die moderne Hundezucht, die maßgeblich von Hundeshows geprägt wird, in denen Tiere nach ihren Äußerlichkeiten bewertet und kategorisiert werden, entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Bis zur Einführung von Hundeshows und Rassestandards waren alle kleineren schottischen Terrier vom Skye-Typ (benannt nach ihrer Herkunft, der Isle of Skye) als „little Skye Terrier“ oder „short-haired Terrier“ bekannt. 1879 wurde der erste Scottish Terrier (damals noch als Aberdeen-Terrier bekannt) öffentlich vorgeführt.

Jeder Hof mit eigenem Terrier-Schlag

Vor der Differenzierung zwischen West Highland White Terrier, Dandie Dinmond Terrier und Scottish Terrier wurden kleinere Terrier-Rasse aus Schottland lediglich in Scotch Terrier (rauhhaarig) und English Terrier (weiches Fell) unterteilt. Wichtig für die Zuchtauswahl war die Fähigkeit, Ungeziefer zu jagen und Bauwild aufzuspüren und aufzuhetzen. Aberdeen Terrier, wie Scotties früher unter anderem genannt wurden, stammen direkt von diesen Scotch Terriern ab.

Woher stammen niederläufige Terrier?

Sogenannte Erdhunde wurden schon zu Römerzeiten auf Höfen eingesetzt, um Ratten zu erlegen und Füchse aus ihren Bauten zu jagen. Je nach Region entwickelten sich verschiedene Schläge mit unterschiedlichen Eigenschaften. Aufgrund ihrer langen Geschichte als Bauhunde sind Scotties bis heute selbstbewusste und kühne Hunde, die ihren Jagdtrieb nie verloren haben.

Wissenswerte Fakten rund um den Scottie

  • Alle heute lebenden Scotties gehen auf vier Zuchthunde zurück, die zum Ende des 19. Jahrhunderts ausgewählt wurden.
  • In der Züchterszene herrscht das Gerücht, dass eine einzige Hündin als Stammmutter der Rasse identifiziert werden kann.
  • Erste Aufzeichnungen über ähnliche Terrier in Schottland stammen aus dem 15. Jahrhundert (1436).
  • Die Bezeichnung Terrier kommt vom lateinischen terra, sie sind also geborene „Erdhunde“.

Wesen und Charakter des schottischen Terriers: Furchtlos und aufmerksam

Scottish Terrier verhalten sich ganz wie feine Briten. Ihnen wird nachgesagt, etwas arrogant zu sein, weil sie genau wissen, was sie wollen und Abweichungen nur begrenzt akzeptieren. Die selbstbewussten Kerlchen sind sehr intelligent und beobachten ihre Umgebung genau. Trotzdem neigen sie nicht wie andere Terrier zum Kläffen – im Gegenteil, lassen sie sich nur selten in Rage bringen, auch wenn es nur spielerisch ist. Wenn es ums Jagen geht, können sie sich ausdauernd und folgsam zeigen (wenn sie wollen).

Das macht den Scottie so einzigartig

  • Jagt gerne, ist aber nicht verspielt oder gar albern.
  • Fremde ignoriert er meistens (auch fremde Hunde).
  • Sein selbstgewählter Freundeskreis ist klein und elitär.
  • Ausgesprochen furchtlos, weist andere zurecht wenn nötig.
  • Intakter Jagdtrieb.
  • Von Kindern und Artgenossen lässt er sich nichts gefallen, trotzdem wird er selten aggressiv.

Ein Gentleman für Gentlemen

Als Familienhund für Haushalte mit kleinen Kindern oder als Zweithund im Rudel ist der Scottish Terrier nur bedingt geeignet. Die Rasse ist wenig anhänglich, aber trotzdem treu und deshalb sehr pflegeleicht. Für Single-Halter und ältere Menschen stellen sie deshalb eine echte Bereicherung dar. In einem kleinen Rudel können sie ihr großes Ego ausleben und sich als wichtiger Teil der Gruppe fühlen, ohne sich durch dominantes Verhalten behaupten zu müssen.

Erziehung und Haltung: Lass Dir nicht von Deinem Scottie-Welpen auf der Nase herumtanzen!

Die kleinen Hunde sind sehr zielstrebig. Einem Scottie-Welpen solltest Du schon früh seine Grenzen aufzeigen, damit er sich nicht zum sturen Bestimmer im Haus entwickelt. Gruppenaktivitäten liegen ihm weniger als anderen Hunderassen. Lieber löst er eigenständig Aufgaben, ohne dabei herumkommandiert zu werden. Das macht die Erziehung trotz der kleinen Körpergröße relativ anspruchsvoll, dafür kannst Du Dir eines starken Charakters an Deiner Seite sicher sein. Ein wohlerzogener Scottish Terrier, der mit Respekt behandelt wird, entwickelt sich zum zurückhaltenden und würdevollen Aristokraten, der niemals aus der Fassung gerät.

Ein Scottie braucht die richtige Beschäftigung

Schottische Terrier raufen sich nur ungern und nehmen eher passiv am Rudelleben teil. Alberne Spielchen mit anderen Hunden liegen ihnen deshalb eher weniger. Auch zu Apportierspielen lassen sie sich nur schwer überreden – ist der Jagdtrieb beim Apportieren aber einmal geweckt, können einzelne Scotties auch viel Spaß daran finden. Trotzdem brauchen schottische Terrier sehr viel Beschäftigung und fühlen sich schnell unterfordert. So lassen sich die robusten Hunde von keinem Wetter beeindrucken und meiden auch matschige Untergründe nicht im Geringsten. Outdoor-Aktivitäten gehören für schottische Terrier also zum Tagesprogramm.

Beschäftigungsmöglichkeiten für schottische Terrier

  • Intelligenzspiele (auch im Haus)
  • Suchspiele und Mantrailing
  • Baujagd (auch simuliert in speziellen Wettkämpfen)
  • Täglich lange Spaziergänge
  • Frisbee, Kauspielzeug
  • Obedience und Agility Training (mit tollen Belohnungen)

Pflege, Ernährung und Gesundheit: Die kleinen und großen Anfälligkeiten der Scottish Terrier

Ein Scottie braucht im Alltag nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit und kann sich gut selbst beschäftigen (wenn er genügend Ausgleich bei Spaziergängen im Freien findet). Das Fell der Hunde sollte regelmäßig getrimmt und in Form gebracht werden. Kämmen allein reicht nicht aus, um das weiche Unterfell zuverlässig von losen Haaren zu befreien. In sozialen Netzwerken findest Du ausführliche Anleitungen für Scottie-Haarschnitte. Wenn Du Dich selbst nicht mit der Schere an Deinen Hund herantraust, solltest Du ihn mehrmals jährlich zum Hundefriseur bringen.

Die vielen Anfälligkeiten der kleinen Terrier

Ein gesunder Scottish Terrier wird durchschnittlich 12 bis 14 Jahre alt und fängt sich nur selten Infekte oder andere akute Krankheiten ein. Anders sieht es bei Scotties aus vorbelasteten Zuchtlinien aus, von denen es wegen des besonders kleinen Zuchtstammes leider sehr viele gibt.

Rassetypische Krankheiten im Überblick

  • Erhöhte Leberwerte im Alter: Kommt bei fast allen schottischen Terriern vor, schränkt die Lebenserwartung nicht unbedingt ein).
  • Blasenkrebs: Sehr häufig, auslösendes Genom bisher nicht erkannt).
  • Kraniomandibuläre Osteopathie („Scotty Jaw“): Schmerzhafte Knochenerkrankung im Kopf- und Kieferbereich, bildet sich im Erwachsenenalter häufig spontan zurück).
  • Willebrand-Jürgens-Syndrom: Sogenannte „Bluter“, Störung der Blutgerinnung).
  • Scotty Cramp: Hormonstörung (Serotoninmangel), die fast ausschließlich bei schottischen Terriern vorkommt. Nach übermäßiger Freude oder aktiven Spielstunden zeigen einige junge Scotties leichte Krämpfe und Überstreckungen in den Läufen.
  • Urothelkarzinom: Krebs im Bereich der Harnwege.
  • Melanome (Hautkrebs), Magenkrebs und Lymphdrüsenkrebs kommen ebenfalls häufiger vor als bei anderen Rassen.

Scottish Terrier vom Züchter kaufen: Ohne Gentests geht es nicht

Wegen der vielen rassetypischen Krankheiten beim schottischen Terrier müssen Züchter bei der Auswahl ihrer Zuchttiere besonders viel Acht geben. Gentests für bestimmte Erbkrankheiten wie die kraniomandibuläre Osteopathie sind unbedingt notwendig. Stelle deshalb sicher, dass Dein Züchter genau über die rassetypischen Krankheiten Bescheid weiß und sich um tierärztliche Nachweise für seine Zuchthunde bemüht.

Alle Kriterien für die Züchter-Auswahl in Kürze

  • Gentests für typische Erbkrankheiten sollten vorliegen.
  • Der Züchter sollte Fälle von Blasenkrebs im Stammbaum verzeichnen und betroffene Hunde nicht weiter vermehren.
  • Beim Vorgespräch kannst Du die Welpen ansehen und mit ihnen interagieren.
  • Alle Welpen sollten gesund und gut sozialisiert sein.

Sorgfältigkeit hat ihren Preis

Im Vergleich zu anderen Terriern sind die schottischen Terrier relativ teuer. Das liegt zum einen daran, dass nur wenige Liebhaber die charakterstarken Hunde halten und züchten. Zum anderen bringen Gentests und tierärztliche Untersuchungen für Zuchthunde einige Kosten mit sich, die Züchter teilweise mit dem Verkauf von Welpen decken. Beim Kauf eines Welpens ohne sogenannte Zuchtfehler, also mit gescheckter Fellzeichnung oder anderen Abweichungen vom FCI-Rassestandard, musst Du mit Preisen ab 1200 Euro aufwärts rechnen. Je nach Aufwand bei der Zuchtauswahl kann der Preis auf bis zu 4000 Euro ansteigen.

Hier kannst Du nach Scottie Züchtern und Welpen suchen

Das solltest Du Dir über Scottish Terrier merken

  • Kaufe Welpen nur vom geschulten Züchter. Das mindert das Risiko, dass rassetypische Krankheiten bei Deinem Hund auftreten.
  • Der Scottish Terrier braucht viel Beschäftigung und ist sehr robust – ein ganzer Terrier mit geringer Schulterhöhe also.
  • Das Fell des Scotties ist recht anspruchsvoll und braucht regelmäßige Pflege. Gewöhne Deinen Hund früh an das Kämmen und Trimmen.

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