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Puggle: Das Beste aus Beagle und Mops

Puggle 03 Puggles sind in den Vereinigten Staaten gefragte Begleithunde, die auch hierzulande immer öfter angeboten werden. Einen Club oder europäischen Rassestandard gibt es bisher nicht. Züchter preisen den Heterosis-Effekt bei der Zucht an: Die Hunde sind angeblich deutlich gesünder als ihre reinrassigen Vorfahren. Was beim Kauf eines solchen Überraschungspaketes auf Dich zukommt, erfährst Du in einer ausführlichen Übersicht:
Besonderheiten
  • Relativ neue Hunderasse (2000er)
  • Kein einheitliches Äußeres
  • Temperament variiert
  • Tendenziell wenig krankheitsanfällig

Rasseportrait: Puggle

HerkunftUSA
KlassifikationReiner Begleithund
GrößeVariiert zwischen 25 und 40 cm
GewichtCirca 7 – 20 kg (variiert je nach Größe und Geschlecht)
KörperbauKlein, breit, muskulös
AugenRund bis mandelförmig mit brauner Iris, stehen weit auseinander
OhrenV-förmige Schlappohren
LebenserwartungDurchschnittlich 10 – 12 Jahre
Fell & FarbeKurzes Fell, alle Farbvariationen kommen vor. Häufig fawn, sand- oder cremefarben mit dunkler Maske oder Nase
Besonderheiten„Designer dogs“, Hybrid-Zucht aus Mops und Beagle
CharakterKaum vorhersehbar, tendenziell intelligent und aktiv
PflegeZähne regelmäßig reinigen, Krallen wenn nötig schneiden
GesundheitProgressive Retinaatrophie, Rückwärtsniesen, Hüftdysplasie
ZuchtUrsprünglich Beagle-Mutter und Mops-Vater (F1), heute sind auch Paarungen aus Puggle und Puggle (F2), Puggle und Mops (F1B) und Puggle und Beagle (F1A) zugelassen.

Erscheinungsbild des Puggles – Minihunde mit runzliger Stirn

Puggle entstehen aus Kreuzungen zwischen weiblichen Beagles und männlichen Mopshunden. Puggle-und-Puggle-Paarungen werden von amerikanischen Hundeclubs erlaubt, auch Rückkreuzungen zwischen Puggle und Beagle oder Mops sind möglich. Wie bei allen Designer Dogs, die aus ausgewählten reinrassigen Hunderassen gekreuzt werden, bringen die Hunde ganz unterschiedliche Eigenschaften mit. 

Puggle 02

Erkennungsmerkmale des Puggles

  • Der Kopf ist breit, die Ohren setzen weit oben an und fallen schlapp nach vorn herunter. Zwischen den Augen und um den Fang verlaufen kleine Fältchen. Auch die Lefzen hängen leicht bis mäßig stark herab und die Nase ist leicht verkürzt, ähnlich wie bei gesuden Boxern.
  • Der Körper ist kräftig bemuskelt und die Hunde erreichen eine Widerristhöhe zwischen 25 und 40 Zentimetern. Die Läufe sind kurz und gerade, bei manchen Exemplaren leicht nach außen gebeugt wie beim Mops.
  • Die Rute ist mittellang und säbelförmig oder zur Rosette eingerollt. Sie setzt weit oben an und wird meist hoch getragen.
  • Das Fell ist kurz und mittelhart. Alle Farben sind zugelassen. Ursprüngliche Puggle (F1 Zucht aus Beagle und Mops) sind meist fawn oder schokobraun mit hellen Abzeichen am Bauch und an der Brust und dunklen Abzeichen im Gesicht. In F2 Würfen (Puggle und Puggle) kommen auch Weiß, Schwarz, Beige und andere Farben als einfarbige Grundfarben, Lohfärbungen oder Scheckungen vor (2-farbig und 3-farbig).

Unterschiede zwischen Puggle, Mops und Beagle

Puggle vereinen die Merkmale ihrer direkten Vorfahren auf unvorhersehbare Weise: Einzelne Welpen ähneln eher einem Mops mit Beagle-Zügen, andere weisen typische Beagle-Merkmale auf, sind aber gefärbt und bemuskelt wie Möpse. Von ihren Verwandten sind sie dennoch leicht zu unterscheiden: Typisch ist ein langes und leicht runzliges Gesicht mit flacher Stirnfurche, ähnlich wie ein Mops mit längerer Nase. Auch der breite Kopf und die im Vergleich zum Mops sehr großen Schlappohren verleihen dem Puggle sein typisches Aussehen.

Die vier Zuchtlinien beim Puggle im Überblick

  • Mutter Beagle und Vater Mops (F1 Puggle): Tendenziell gesünder als reinrassige Hunde, es gibt jedoch auch viele Ausnahmen. Aussehen und Temperament können stark variieren, Grundfarbe meist sand oder braun.
  • Beide Elterntiere Puggle (F2 Puggle): Alle Farbvariationen kommen vor, einheitlicherer Körperbau und charakteristisches Gesicht. Die Krankheitsanfälligkeit liegt hier etwas höher.
  • Mutter Puggle und Vater Mops (F1B Puggle): Puggle mit einem hohen Anteil an typischen Eigenschaften des Mopses (zum Beispiel Ringelschwanz, kurze Schnauze, kurze Ohren).
  • Mutter Puggle und Vater Beagle (F1A Puggle): Puggle mit einem hohen Anteil an typischen Eigenschaften des Beagles (zum Beispiel Schlappohren, langer Rücken, lange Rute).

Geschichte der Puggles – Designer Dogs aus den USA

Puggles stammen aus der kommerziellen Hundezucht in den USA: Der Kynologe Wallace Havens kreuzte in den 1980ern zahlreiche beliebte Rassen und entwickelte so viele der heutigen Designer Dogs, wie Labradoodle (Hybrid aus Labrador und Pudel), Buggs (Hybrid aus Boston Terrier und Mops) oder Goldendoodle (Hybrid aus Golden Retriever und Pudel). Seit der Jahrtausendwende werden auch reinrassige Verpaarungen durchgeführt und der Puggle gewinnt an Beliebtheit bei Hundeexperten und offiziellen Zucht-Clubs.

Puggles in Deutschland

In Deutschland gibt es keinen aktiven Puggle Club und die Hunde werden nach keinem europäischen Standard als eigenständige Rasse geführt. Designer Dogs unterscheiden sich von Promenadenmischungen und anderen Hybriden, da beide Elterntiere reinrassig sein müssen und speziell für die Zucht ausgewählt werden. Trotzdem ist mehr oder weniger dem Zufall überlassen, welche Anteile von Beagle und Mops die (F1) Puggle Welpen tragen werden. Aus verschiedenen Gründen haben sich einige Züchter ausschließlich auf die Zucht von F1 Puggles eingestellt, andere züchten nur „reinrassige“ F2 Puggles.

Puggle Mischlinge

Da der Puggle sowohl dem Mops als auch dem Beagle ähnlich sieht und beide Rassen an relativ vielen gesundheitlichen Problemen leiden, werden die Hunde häufig für weitere Designer Dog Verpaarungen genutzt. Nahezu jede Kreuzung unter Hunderassen ist möglich, sofern das Muttertier zu einer größeren Rasse gehört als der Deckrüde (andernfalls steigt das Risiko für einen notwendigen Kaiserschnitt). Seit der Jahrtausendwende erfreuen sich diese einzigartigen Kreuzungen großer Beliebtheit, unter anderem weil viele Prominente solche Designer Dogs halten.

Puggle 01

Beispiele für beliebte Puggle Kreuzungen

  • Mix aus Puggle und Pudel: Zierlicher und kleiner Körperbau, Löckchen und ein kaum haarendes Fell könnten auftreten.
  • Mix aus Puggle und Pomeranian (Zwergspitz): Ein freundliches Gesicht und feine lange Härchen könnten auftreten.
  • Mix aus Yorkshire Terrier und Puggle: Lange Haare an Ohren und Rute könnten auftreten.
  • Mix aus English Bulldog und Puggle: Ein rundes Knautschgesicht könnte auftreten.
  • Mix aus Malteser und Puggle: Langes, feines Fell und ein freundliches Gesicht kann auftreten.

Wesen der Puggles: Intelligente Sturköpfe mit eigenem Charakter

Puggle sind charakterstarke Hunde mit ganz individuellen Eigenheiten. Bei Hybrid-Züchtungen lässt sich kaum vorhersagen, welche charakterlichen Eigenschaften sich in der Genetik niederschlagen. Die Persönlichkeit eines Hundes ist wie bei Menschen nicht allein genetisch bedingt, sondern kann durch liebevolle und konsequente Erziehung beeinflusst werden. Die Hunde gelten als relativ stur und brauchen vor allem im Welpenalter viel Aufmerksamkeit. Für das Leben im Zwinger sind sie nicht geschaffen: Nur als Familienhund im Haus fühlen sie sich wirklich wohl.

Vielseitige Hunde mit facettenreichen Eigenheiten

  • Der Jagdtrieb kann stark ausgeprägt sein wie beim Beagle oder kaum vorhanden wie beim Mops.
  • Manche Hunde sind Faulenzer (typisch Mops), andere sehr aktiv (typisch Beagle).
  • Die meisten Puggle sind recht intelligent und möchten gefordert werden. Vereinzelt gibt es auch kleine Tollpatsche und langsame Lerner.
  • Anderen Hunden und Menschen gegenüber sind Puggle sehr aufgeschlossen. Auch hier kommen jedoch vereinzelt Tiere vor, die die rassetypische Grantigkeit von Beagle und Mops geerbt haben. Charakterzüge wie diese können auch im Erwachsenenalter durchschlagen, vor allem bei Rüden.
  • Unabhängig von der Genetik ist fast jeder Puggle gefräßig. Sie sind ausdauernd im Betteln und legen schnell an Gewicht zu, wenn Du ihrem grenzenlosen Appetit keinen Einhalt gebietest.
  • Sie sind keine Wachhunde und verteidigen Halter und Ressourcen nur in Ausnahmefällen.

Begleithund durch und durch

Puggle lieben die Gesellschaft von Menschen und halten lange Phasen der Einsamkeit schlecht aus. Werden sie häufig allein gelassen, neigen einzelne Tiere zum Heulen und Bellen. Im schlimmsten Fall zerstören sie aus Frust einzelne Möbel oder verwüsten die Wohnung während Deiner Abwesenheit. Für Singles sind Puggle deshalb nur als Zweithunde geeignet, oder als Bürohunde, die an langen Arbeitstagen unter dem Schreibtisch liegen dürfen. 

Erziehung und Haltung: So gehst Du richtig mit dickköpfigen Puggles um

Stimmt das Vertrauensverhältnis zwischen Dir und Deinem Hund, lässt sich der Puggle leicht trainieren. Die Hunde sind neugierig und intelligent: Die Mischung aus Jagdhund und Begleithund macht sie zu unermüdlichen Spielgefährten, die sich auf jeden Spaß einlassen. Lehnen sie etwas ab, tun sie dies aber recht entschieden – möchtest Du einem störrischen Puggle etwas beibringen oder abgewöhnen, hilft nur viel Geduld und positive Verstärkung – kleine Snacks erweisen sich dabei als praktisch.

Tipps zur Beschäftigung für ausdauernde „Puggle Wuggle“ Spielgefährten

  • Suchspiele mit Snacks oder Kauspielzeugen
  • Intelligenzspiele (Schiebetafeln, Schubladen, Becher)
  • Hürdenlauf oder Hundeparkour (Selbstgebaut, improvisiert auf Spielplätzen oder professionell bei Hundeshows)
  • Apportieren (Frisbees, Bälle, Futterbeutel)

Sind Puggles sportliche Hunde?

Ein Puggle ist meist deutlich langbeiniger und sportlicher als ein Mops, ist wegen seiner verkürzten Schnauze aber nicht so ausdauernd wie ein Beagle. Wie viel Bewegung die Tiere brauchen, hängt von ihrem individuellen Temperament und der Beschaffenheit der Atemwege ab. Manche Puggle können aus diesem Grund auch relativanfällig gegen Hitze sein – an heißen Nachmittagen werden auch aktive Sportskanonen manchmal zu Faulenzern. Mehrere kurze aber aktive Ausgängen am Tag machen kleinen bis mittelgroßen Hunde wie den Puggles Spaß, ohne sie zu überfordern. Grunzgeräusche und sogenanntes Rückwärtsniesen erben die Puggles von ihren Mops-Vorfahren. In den meisten Fällen sind diese lauten Atemgeräusche allerdings harmlos.

Puggle 03

Beschäftigungstipps für einsame und gelangweilte Puggles

  • Tierische Gesellschaft (befreundete Katzen, Hunde, Vögel)
  • Intelligenzspielzeuge mit Snacks
  • Kauspielzeuge mit Snacks
  • Licht und Fernseher/Radio anlassen
  • Lieblingsspielzeuge, Kuscheltiere oder gebrauchte Kleidung ins Körbchen legen

Pflege, Ernährung und Gesundheit: Sind Designer Dogs fitter als Rassehunde?

In Puggle Würfen könne völlig unterschiedliche Welpen vorkommen. Größe und Gewicht des erwachsenen Hundes lassen sich anders als bei reinrassigen Züchtungen kaum vorhersagen, genau wie die Gesundheit. Obwohl die Hybrid-Rasse generell eher positive Eigenschaften von Beagle und Mops vereint, kann auch das Gegenteil eintreten und es entstehen Welpen, die mit Erbkrankheiten beider Rassen belastet sind oder Verhaltensstörungen zeigen.

Achte auf gesundheitliche Risiken

  • Patellaluxation: Typisch für kleine Hunde und nur durch eine OP zu beheben, häufig Auslöser für Artrhitisim Alter.
  • Hüftdysplasie: Selten genetisch bedingt, tritt auch durch Unfälle, schlechte Ernährung oder zu wenig Bewegung auf.
  • Fettleibigkeit: Dicke Puggle haben eine kürzere Lebenserwartung, leiden häufiger an Hüftdysplasien und Gelenkproblemen und leiden häufiger an Herz- und Atemproblemen.
  • Augenprobleme: Selten kommen progressive Retinaatrophie, „Cherry Eyes“ und Trübungen vor.

Rückwärtsniesen bei Hunden mit kurzer Schnauze

Beim sogenannten Rückwärtsniesen schnieft der Hund Luft durch die Nase und gibt dabei laute Grunzgeräusche von sich. Was manchmal aussieht wie ein Erstickungsanfall, ist meistens ungefährlich und gibt sich nach wenigen Sekunden wieder. Mit leichtem Klopfen auf Brust oder Rücken des Hundes kannst Du den Schluckreflex anregenund den Anfall so eventuell verkürzen. Das Rückwärtsniesen endet so schnell wie es angefangen hat und lässt einen verwirrten Hund zurück, der selbst nicht weiß, wie ihm gerade geschehen ist. Nach ein paar beruhigenden Worten ist in den meisten Fällen alles wieder bestens – hört der Anfall auch nach Minuten nicht auf, fahre sofort in eine Tierklinik und gehe der Ursache für die Atemnot auf den Grund!

Pflegeleichte Pummelchen

Im Allgemeinen sind die Tiere sehr pflegeleicht. Puggle aus F1 und F2 Züchtungen haben kurzes, glattes Fell, das mehrmals pro Jahr wechselt. Manche Tiere neigen besonders im Alter zum Sabbern. Puggle Mischlinge wie der Pudel-Puggle-Mix haaren trotz längerem Fell kaum und sind noch pflegeleichter als reinrassige Puggle.

Puggle vom Züchter kaufen: Vorsicht bei Privat- und Hobbyzüchtern!

Auf Anzeigenportalen im Netz bieten private Beagle- und Mopshalter häufig Puggle-Welpen ab 200 Euro an – die Schnäppchen-Welpen sind angeblich „vom entlaufenen Nachbarshund gezeugt“ oder durch andere glückliche Zufälle entstanden. Viele unseriöse Züchter geben sich als besorgte Halter aus und machen so ein Vermögen mit kranken Hunden. Besonders die Muttertiere müssen in solchen Zuchten häufig leiden. Kaufe deshalb nie einen Welpen aus dem Internet, ohne vorher die Welpenaufzucht und das Muttertier gesehen und mit dem Züchtergesprochen zu haben.

No-Go’s beim Züchter: In diesen Fällen solltest Du vom Kauf absehen

  • Wenn die Welpen nicht gemeinsam aufgezogen werden.
  • Wenn die Welpen im Outdoor-Zwinger gehalten werden.
  • Wenn die Welpen desorientiert oder verstört wirken.
  • Wenn die Mutter nicht in der Nähe ist oder krank aussieht.
  • Wenn der Züchter seine Welpen zu jung abgeben möchte (üblich ist die 8. bis 12. Lebenswoche).
  • Wenn der Deckrüde aus schlechter Zucht stammt (zum Beispiel ein Mops mit extrem kurzer Nase und Atemproblemen).

So erkennst Du verantwortungsvolle Puggle-Züchter

Da im deutschsprachigen Raum kein Puggle Club aktiv ist und die amerikanische Rasse erst seit der Jahrtausendwende gezielt gezüchtet und vertrieben wird, ist der Puggle hierzulande ein eher extravaganter Begleithund. Welpen mit Stammbaum kosten je nach Züchtung (F1 oder F2) zwischen 800 und 1250 Euro.

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Fazit: Man weiß nie, was man kriegt!

  • Puggle-Welpen vereinen die besten oder die schlechtesten Eigenschaften ihrer Elternrassen.
  • F1 Puggle sind einfarbig braun, F2 Puggle sind ein- bis dreifarbig gescheckt und alle Farben kommen vor.
  • Die Sturköpfe sind intelligent und lösen gern Aufgaben.
  • Lerne Deinen Hund kennen und respektiere seine körperlichen und geistigen Grenzen.

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Response (1)

  1. Peter
    19. September 2019 at 11:26 · Antworten

    Danke für diese sehr schöne Zusammenfassung 🙂

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