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Havaneser – Begeisterungsfähiger Begleiter mit sonnigem Gemüt

Havaneser 03 Der ursprünglich aus Kuba stammende Havaneser ist ein beliebter Therapie- und Familienhund und absolut anfängertauglich. Die Rasse ist wegen ihres seidigen Fells und ihrer freundlichen Natur beliebt. In unserer Rasseübersicht erfährst Du, was den Havaneser ausmacht und welche Aspekte beim Welpenkauf zu beachten sind.
Besonderheiten
  • Verspielt
  • Anhänglich
  • Pflegeintensives Fell
  • Hoher Bewegungsdrang
  • Kinder- und katzenfreundlich

Rasseportrait: Havaneser

HerkunftKuba
KlassifikationBegleithund
GrößeWiderristhöhe 23 bis 29 cm
GewichtNicht festgelegt, zwischen 3 und 9 Kilogramm
KörperbauKlein, robust, etwas länger als hoch
AugenGroß, mandelförmig und dunkel
OhrenBefederte Hängeohren
Fell & FarbeAlle Farben zulässig; einfarbig, particolor und tricolor
BesonderheitenIndividuelle Färbung, hellt im Alter auf
CharakterAufgeschlossen, freundlich, verspielt, anhänglich
PflegeFell täglich kämmen, nicht trimmen oder schneiden
GesundheitKaum Erbkrankheiten bekannt
ZuchtNur mit Gesundheitsprüfung

Äußere Merkmale des Havanesers: Minihund mit weichem Fell

Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal reinrassiger Havaneser ist ihr seidiges, langes Fell, das kaum Unterwolle aufweist. Die lebhaften Hunde sind für ihre Körpergröße relativ kräftig gebaut. Sie gehören zu den kleinsten Hunderassen der Welt – kleine Vertreter der Rasse werden nicht größer als 21 bis 23 cm (gemessen am Widerrist). Die ideale Widerristhöhe wird für Rüden und für Hündinnen mit 23 bis 29 cm angegeben. Ein bestimmtes Gewicht ist nicht vorgeschrieben: Kräftigere Exemplare bringen bis zu 9 Kilogramm auf die Waage, zierliche Havaneser wiegen nur etwa 3 Kilogramm.

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Der Havaneser vom Kopf bis zur Rute: Bichon mit langem Seidenfell

  • Das feine Deckhaar wächst am ganzen Körper sehr lang (bis zu 18 cm Länge) und wird nicht gekürzt oder geschnitten. Nur die Haare zwischen den Augen werden zu einem Zöpfchen gebunden oder gekürzt, wenn sie die Sicht beeinträchtigen.
  • Der Kopf wirkt quadratisch, die Backen sind aufgrund der Behaarung kaum zu erkennen. Die Stirn ist breit und flach, der Stopp kaum ausgeprägt. Die Augen sind nicht immer zu sehen, dafür ist der Nasenschwamm auch bei hellen Farbschlägen schwarz oder braun und deutlich ausgeprägt.
  • Die Augen sind groß, mandelförmig und dunkel pigmentiert.
  • Die Hängeohren sind lang befedert und liegen seitlich am Kopf an. Farblich heben sie sich meist leicht von den Gesichtshaaren ab.
  • Der Körper wirkt leicht in die Länge gezogen, mit geradem Rücken und leicht abfallender Kruppe. Die untere Profillinie ist deutlich aufgezogen.
  • Die gut befederte Rute wird eingerollt oder gekrümmt über dem Rücken getragen.
  • Die Vorder- und Hinterläufe sind kräftig für ihre Größe. Der Gang des Havanesers wirkt lebhaft und beschwingt.

Farbvariationen beim Havaneser

Für die Hunderasse gibt es keine einschränkenden Farb-Standards. Sie werden in vielen verschiedenen Farbschlägen gezüchtet, wobei einige Farben häufiger vorkommen als andere. Generell sind einfarbige Hunde ebenso zulässig wie Hunde mit Flecken oder farbigen Platten sowie Tricolor-Färbungen mit farbigem Brand. Die Fellfarbe von Welpen ändert sich im Laufe des Lebens zum Teil sehr stark, so kann ein dunkelbrauner Welpe später bis zu cremeweiß aufhellen.

Die lange Liste der möglichen Färbungen

  • Einfarbig: Schwarz, silber, gräulich, Havanna-braun, selten ganz weiß, falbfarben, tabakfarben, chocolate, zobelfarben, cremefarben, weizenfarben, gold/gelb, oder rot.
  • Piebald: Farbig mit weißen Flecken, oft ist der Anteil an weißem Fell höher als der des farbigen Fells (kommt in allen Farben vor).
  • Belton: Farbige Tupfen, meist am Rücken oder an den Läufen.
  • Gestromt: red-brindle, black-brindle, gold-brindle oder chocolate-brindle, auch gefleckt und dreifarbig.
  • Black-and-tan, Chocolate-and-tan.
  • Dilute: Aufgehellte Farben, blue (aufgehelltes Schwarz) und cream (aufgehelltes braun).

Unterschiede zu ähnlichen Rassen

  • Malteser ähneln den Havanesern, ihr Fell ist aber immer weiß oder cremefarben.
  • Der Bichon Frisé ähnelt wiederum dem Malteser, seine Fellstruktur unterscheidet sich jedoch stark vom seidigen Fell der Malteser und Havaneser.
  • Der Shih Tzu unterscheidet sich durch seine für asiatische Hunde typische verkürzte Nase vom Havaneser.
  • Der Bologneser ist ebenfalls weiß und trägt feine Locken.
  • Der Lhasa Apso ist etwas größer und kräftiger gebaut als der Havaneser, außerdem ist sein Fell zweischichtig.

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Kubanischer Hund mit europäischem Ursprung: Die Geschichte des Havanesers

Obwohl der Havaneser nach seiner offiziellen Heimat, der Hauptstadt Kubas, benannt wurde, liegen seine Wurzeln im Mittelmeerraum. Einigen Quellen zufolge wurden Bichons aus Teneriffa (der Teneriffa Bichon gilt heute als ausgestorben) von spanischen und italienischen Handelsschiffen nach Kuba gebracht. Anderen Quellen zufolge haben moderne Bichon-Rassen wie Malteser, Bologneser und Havaneser ihren Ursprung auf Malta.

Ein Geschenk für die Reichen und Schönen

Klar ist, dass kleine europäische Bichons zu Kolonialzeiten häufig auf Schiffen mitgeführt wurden. Sie dienten als Geschenke für Adelige und Handelspartner und wurden in der Oberschicht hinter der Zuckerindustrie in Havanna gern gehalten. Denkbar ist, dass einheimische kleine Hunde, die Blanquito de Havanna mit importierten Begleithunden und kleinen argentinischen Rassen gekreuzt wurden. Möglicherweise gibt es Havaneser aus diesem Grund in zahlreichen Farbschlägen, während Malteser nur in weiß vorkommen.

Wesen und Charakter des Havanesers: Gute Laune auf vier Pfoten

Junge Havaneser sind fröhlich, quirlig und unerschrocken. Sie lieben Kinder und andere Tiere und sehen in jedem einen möglichen Spielgefährten. Von den Gefahren dieser Welt scheinen die unbeschwerten Hunde nichts zu wissen – deshalb müssen sie beim Herumtoben manchmal sanft zurechtgewiesen werden. Wegen ihres aufgeschlossenen Wesens werden Havaneser häufig als Therapiehunde ausgewählt. Sie sind sehr anpassungsfähig und können bei jedem Halter-Typ leben: Ob als Stadthund in einer kleinen Wohnung, als Rudelmitglied in Haushalten mit mehreren Haustieren oder als Begleiter für Kinder und ältere Menschen.

Der Havaneser als Bürohund

Hunde der Rasse sind sehr anhänglich und ertragen das Alleinsein eher schlecht. Wenn Du Dir als Singlehalter einen Havaneser anschaffen möchtest, triff ein paar Vorkehrungen, damit der Hund so wenig wie möglich allein bleiben muss. Viele Arbeitgeber erlauben das Mitbringen von kleinen Bürohunden. An den täglichen Ortswechsel kannst Du Deinen Hund schnell gewöhnen. Muss er tagsüber zu Hause bleiben, ist er mit einem tierischen Spielkameraden besser aufgehoben als allein.

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Diese Eigenschaften machen den Havaneser zum optimalen Therapiehund

  • Tier- und menschenfreundlich.
  • Zeigt nie Aggressionen.
  • Baut eine enge Bindung zum Halter auf.
  • Führt gern Kommandos aus (sieht alles als Spiel).
  • Gefestigter Charakter.
  • Lässt sich auch von Fremden streicheln und hochheben.
  • Anpassungsfähig (gewöhnt sich an Menschenmengen, laute Geräusche, Stresssituationen).

Erziehung und Haltung: Der Havaneser ist kein Kuscheltier

Havaneser sind beim Spielen mit Kindern nahezu unermüdlich. Sie toben zu gern herum und können ihre Freude kaum zurückhalten, wenn ein bekannter Besucher kommt oder ein Hausbewohner zurückkehrt. Trotz ihrer anhänglichen und niedlichen Art sollten sie wie vollwertige Hunde behandelt werden. Sie möchten im Freien schnüffeln, kämpfen, buddeln und pinkeln wie andere Hunderassen auch. Tägliche Spaziergänge gehören also zum Hundealltag. Bei kalten Temperaturen empfiehlt sich das Anlegen einer wärmenden Hundejacke, da das feine Deckhaar bei Minusgraden kaum wärmt.

Beschäftigungsmöglichkeiten für aktionsfreudige Havaneser

  • Die Hunde brauchen viel Beschäftigung, sind aber schon nach kurzen Spielunterbrechungen zufrieden.
  • Auf einem Finger oder einer Brötchentüte herumkauen reicht häufig schon aus.
  • Sind Spielzeuge nicht immer zugänglich, bleiben sie länger interessant.
  • Mit Snackbelohnungen lernen Havaneser schnell neue Tricks.
  • Dog Dancing, Agility Training und andere sportliche Aktivitäten überfordern die kleinen Vierbeiner keineswegs.

Der Havaneser als Zirkushündchen und als Lebensretter

Havaneser sind leicht erziehbar und in fast jedem Wanderzirkus Teil der Show. Sie können nicht nur unterhaltsame Kunststücke erlernen, sondern auch zur Anzeige von verschiedenen Gefahren abgerichtet werden. Ihre feine Nase macht sie zu zuverlässigen Diabetikerwarnhunden. Auch bei Epilepsie und anderen Krankheiten können sie ihren Halter oder andere Personen im Notfall warnen.

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So bleibt Dein Havaneser lange gesund: Pflege und Ernährung für Minihunde

Gesundheitlich haben kleine Hunderassen gegenüber den größeren einige Vorteile: Kleine Hunde leiden seltener an Knochen- und Gelenkproblemen und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt deutlich höher als bei großen Rassen. Auch der Havaneser leidet erfreulicherweise selten unter Erbkrankheiten. Die meisten erblich bedingten Erkrankungen können durch entsprechende Gesundheitszeugnisse bei Zuchttieren vermieden werden. Bei guter Pflege kann so ein Havaneser 15 Jahre oder älter werden.

Rassetypische Krankheiten beim Havaneser

  • Patellaluxation (PL).
  • Katarakt (Grauer Star).
  • Hämophilie A (Blutgerinnungsstörung).

Haarpflege beim Havaneser

Das feine Fell des Havanesers muss weder getrimmt noch geschnitten werden, sondern es soll möglichst natürlich wachsen. Einige Hunde tragen natürliche Wellen oder leichte Locken, andere tragen glattes, langes Deckhaar. Wenn die Augenbrauen die Sicht des Hundes einschränken, können sie zu einem Zöpfchen gebunden oder gekürzt werden. Gleiches gilt für lange Haare am Fang. Wichtig ist das tägliche Kämmen: Damit sich keine Knoten und Verschmutzungen im Fell verfangen, muss es täglich gepflegt und saubergehalten werden.

Pflegetipps für ein beschwerdefreies Hundeleben

  • Zahnpflege: Biete Deinem Hund Kauspielzeug für die Zahnreinigung an. Wenn möglich, gewöhne ihn an richtiges Zähneputzen mit einer Kinderzahnbürste und Hundezahnpasta. Bei starker Zahnsteinbildung kann ein lokaler Eingriff beim Tierarzt nötig werden.
  • Krallen kürzen: Je mehr Dein Hund auf Asphalt und harten Fußböden herumläuft, desto seltener müssen die Krallen geschnitten werden. Lass die Fellnase nicht selbst an langen Krallen herumknabbern – reißt die Kralle ein oder wird sie ganz herausgerissen, bedeutet das große Schmerzen und ein hohes Infektionsrisiko.
  • Ohren und Gesicht säubern: Halte die Ohren von innen sauber und trocken. Auch gelblichen Tränenstein unter den Augen kannst Du mit einem feuchten Tuch abwischen, um Bakterienbildung vorzubeugen.

Havaneser vom Züchter kaufen: Setze Prioritäten bei der Züchterwahl

Da Havaneser in sehr vielen verschiedenen Farben gezüchtet werden, hängt die Auswahl eines Züchters nicht immer nur von der Entfernung ab. Die Rasse leidet glücklicherweise kaum unter erblich bedingten Krankheiten – das liegt vor allem an der verantwortungsvollen Zuchtauswahl der zuständigen Vereine. Mit entsprechenden Gentests und Gesundheitszeugnissen lassen sich alle bekannten Erbkrankheiten in einer Zuchtlinie ausschließen. Obwohl der Aufwand für Futter und Welpenaufzucht bei Havanesern kleiner ist als bei größeren Rassen, liegt der Kaufpreis deshalb relativ hoch.

Mit diesen Preisen ist beim Welpenkauf zu rechnen

  • Ein reinrassiger Havaneser mit schöner Fellzeichnung oder seltener Fellfarbe kann mehr als 2000 Euro kosten.
  • Gesunde Tiere mit kleineren „Schönheitsfehlern“ kosten zwischen 800 und 1200 Euro.
  • Mischlinge kosten zwischen 300 und 600 Euro.
  • Die Schutzgebühr für Hunde aus dem Tierheim beträgt 200 bis 400 Euro.

Darauf solltest Du bei der Auswahl eines Züchters achten

  • Der Verein für das Deutsche Hundewesen (VDH) prüft bei gemeldeten Züchtern regelmäßig die Zuchtbedingungen. Wähle nur Züchter mit VDH-Zertifikat aus, um eine artgerechte Vermehrung zu unterstützen.
  • Für die Elterntiere liegen aussagekräftige Gesundheitszeugnisse vor.
  • Alle Welpen wurden vor der Abgabe tierärztlich untersucht und geimpft.
  • Die Welpen wachsen im Haus des Züchters auf (keine Zwingerhaltung).
  • Die Welpenmutter wird nicht zu häufig gedeckt (maximal alle 2 Jahre).

Hier findest Du Havaneser-Züchter mit Zertifikat

Fazit: Der Havaneser ist der perfekte Familienhund

  • Havaneser passen zu jeder Altersklasse und fühlen sich bei Singlehaltern ebenso wohl wie in Familien mit Kindern und/oder weiteren Haustieren.
  • Ihr fröhliches Gemüt macht sie zu geeigneten Therapiehunden (auch in Altenheimen, psychiatrischen Einrichtungen und Schulen).
  • Unter dem seidigen Deckhaar wächst kaum Unterwolle, sodass die Hunde im Winter schnell frieren. Sie müssen nicht getrimmt werden und haaren vergleichsweise wenig (allergikerfreundlich).

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