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Deutscher Boxer: Imposante Beschützer mit viel Energie

Der deutsche Boxer ist ein mittelgroßes Kraftpaket mit eindrucksvollem Erscheinungsbild. Die verspielten und selbstbewussten Hunde eignen sich als Diensthunde in verschiedenen Bereichen und agieren im Familienkreis als Spielgefährten und Beschützer. Obwohl sie Respekt einflößend aussehen, sind sie Kindern und kleineren Artgenossen gegenüber freundlich und verlieren nie die Geduld. Beim Kauf von Welpen gibt es einiges zu beachten.
Besonderheiten
  • Gutmütiges Temperament
  • Zuverlässiger Wachhund
  • Familiärer Typ
  • Spielfreudig und lustig
  • Nicht besonders sauberkeitsliebend

Rasseportrait: Deutscher Boxer

HerkunftDeutschland
KlassifikationMolosser, doggenartige Hunde
GrößeWiderristhöhe bei Rüden 57 – 63 cm, bei Hündinnen 53 – 59 cm
GewichtNicht genau festgelegt, Rüden mindestens 30 kg, Hündinnen etwa 25 kg
KörperbauBreiter Kopf, muskulös, quadratisches Gebäude, kompakter Körper
AugenBraune Farbe, selten ein oder zwei Birkaugen. Die Lidränder sind dunkel gefärbt
OhrenAnsatz weit oben und seitlich am Kopf
Lebenserwartung7 – 9 Jahre für Show-Hunde, 10 – 13 Jahre für Hunde aus guter Zucht
Fell & FarbeKurz, glatt und hart | Gelb in allen Varianten, Weiß, gescheckt und gestromt. Andere Farben als Gelb werden vom FCI als Fehler angesehen. Weiße Abzeichen sind erlaubt.
BesonderheitenTrotz Vergangenheit in der Großwildjagd keine Kampfhunde
CharakterTreu ergeben, verspielt, albern, wachsam, selbstbewusst
PflegeZähne regelmäßig reinigen, Krallen wenn nötig schneiden
GesundheitKrankheitsanfällige Hunde mit Neigung zur Hüftdysplasie, neurologische Erkrankungen, Magendrehungen, Herzprobleme, Allergien. Auch das Krebsrisiko ist erhöht
ZuchtLebenserwartung und Lebensqualität hängen von der Zuchtlinie ab. Hunde von Hobbyzüchtern werden oft krank!

Kompakt und wendig: Erkennungsmerkmale des deutschen Boxers

Boxer sind Hunde von mittlerer Größe mit maximal 63 cm Widerristhöhe. Im Vergleich zu nahen Verwandten wie der englischen Bulldogge erscheinen sie eher sportlich. Gut ausgeprägte Muskelpartien und das ausgewogene Verhältnis von Körperlänge zur Körperhöhe lassen sie sehr kräftig wirken. Insgesamt wirken sie auf manche Menschen eher finster, andere sehen im deutschen Boxer einen verspielten Hund mit Clownsgesicht. Stelle Dich also darauf ein, dass viele Menschen respektvoll Abstand halten, wenn Du mit Deinem Hund unterwegs bist.

Fellfärbung beim deutschen Boxer – wieso eigentlich nur Gelb?

Laut FCI-Rassestandard für die Hunderasse sind nur gelbe und gelb gestromte Boxer für die Zucht zugelassen, obwohl deutlich mehr Farbvariationen im Genpool verankert sind. Vereinzelt gehen unseriöse Züchter sogar so weit, dass sie weiße Welpen aufgrund ihres „Zuchtfehlers“ töten. Die Kreuzung verschiedener Farbtypen wirkt sich nachweislich positiv auf die Gesundheit von Hunderassen aus. Einige Züchter sprechen sich klar gegen die einschränkenden Vorgaben der FCI aus, um die krankheitsanfällige Rasse gesünder züchten zu können.

Alle Fellfarben auf einen Blick

  • Sämtliche Gelbtöne von dunklem Hirschrot über Gelbrot bis hin zu cremigen Gelbtönen.
  • Weiße Abzeichen am Fang, an der Kehle, der Brust, auf der Nasenfurche, am Bauch oder an den Läufen und Pfoten (kein Muss).
  • Gelb-gestromt und Rotbraun-gestromt.
  • Einfarbig weiß.
  • Dunkelbraun oder schwarz mit weißen Abzeichen.
  • Weiße Grundfarbe mit kontrastreicher Scheckung.
  • Fast alle Boxer tragen eine schwarze Maske, die nicht über das gesamte Gesicht oder den Kopf reichen sollte. Auch die Augen sind meist schwarz umrandet.

Weitere Merkmale des Boxers

Das Kupieren ist in Deutschland verboten und sollte auch bei Züchtern im Ausland nicht toleriert werden. Naturbelassene Schlappohren und Ruten wirken etwas freundlicher, trotzdem verliert der Boxer nicht seine abschreckende Wirkung. Klar erkennbar ist der deutsche Boxer an seiner Kopfform und seiner körperlichen Statur:

MerkmaleBesonderheiten
Kopf und Gesicht
  • Im dunkel maskierten Gesicht des Hundes sollten Falten nur angedeutet sein. Die Ohren setzen hoch und seitlich an und können nach vorn oder auswärts gerichtet werden. Am auffälligsten ist der breite und starke Fang mit kurzer Nase. Diese geht über einen hohen Absatz in die Stirn über; die Augenbrauen sind nicht allzu stark ausgeprägt (anders als bei English Bulldogs). Der Nasenschwamm ist bei allen Boxern schwarz. Konzentrieren sich die Hunde auf ihre Umgebung, legen sie die Stirn in Falten.
Körperbau und Bewegungsapparat
  • Das Gebäude des Boxers ist quadratisch, er ist also etwa so lang wie hoch. Rücken und untere Bauchlinie sind kurz, das Becken ist breit. Die Muskeln an den starken Läufen und an den Schultern zeichnen sich deutlich ab. Insgesamt wirkt er kräftig wie alle Bullenbeißer-Hunde, ist dabei aber deutlich sportlicher und gerader gebaut als beispielsweise die englische Bulldogge.
Rute
  • Beim Boxer setzt die relativ breite Rute hoch an und reicht fast bis zum Sprunggelenk. Hunde mit Stummelrute oder Knickrute werden nicht für die Zucht zugelassen und kommen somit äußerst selten vor.

Die Geschichte des deutschen Boxers – eine lange Reise quer durch Europa

Deutscher Boxer 03

    • In den letzten 100 Jahren konzentrierte man sich bei der Boxerzucht eher auf äußerliche Merkmale und ihre Familientauglichkeit. An die blutrünstige Vergangenheit ihrer Vorfahren erinnert heute nur noch ihr Äußeres. Einige Züchter beklagen, dass die körperlichen Attribute der Hunde darunter leiden und sie ihre rassetypischen Fähigkeiten so verlieren.
    • Die Hunderasse entstand aus Kreuzungen zwischen englischer Bulldogge und Brabanter Bullenbeißern. Seit 1904 gibt es einen einheitlichen Rassestandard für die Treib- und Wachhunde.
    • Brabanter Bullenbeißer gehörten zu den kleineren Jagdhunden in Mitteleuropa und wurden für die Jagd auf Wildschweine und Bären eingesetzt. Englische Bulldoggen waren bis ins 19. Jahrhundert beliebte Hetzhunde, die zur Unterhaltung in sogenannten Hetzgärten und Arenen gegen andere Hunde und wilde Raubtiere kämpfen mussten.
    • Im Mittelalter wurden Bullenbeißer zum Festhalten von verletztem Wild und von Schlachttieren eingesetzt.

    Zu den Vorfahren der europäischen Bullenbeißer gehören römische Kampfhunde, die schon zu Zeiten von Alexander dem Großen zu kriegerischen Zwecken und für Arenenkämpfe gegen Löwen, Stiere und Elefanten eingesetzt wurden. Diese wurden mit keltischen Jagdhunden gekreuzt, deren eindrucksvolle Tötungskraft in vielen römischen Schriften beschrieben wird.

Wesen und Charakter: Familienhund mit Berufstauglichkeit

Im FCI-Rassestandard werden Boxer als bieder und ohne Hinterlist beschrieben. Züchter bestätigen, dass die Hunde sich als vertrauenswürdige Beschützer erweisen, die ihre Absichten ehrlich kommunizieren. Ihre hervorragende Nase und die Unerschrockenheit in ernsten Situationen machen die Hunde zu geeigneten Diensthunden bei der Polizei, beim Militär oder bei der Katastrophenhilfe. 

Typische Charakterzüge beim Boxer

  • Anhänglich und warmherzig
  • Intelligent und neugierig
  • Spielfreudig und fröhlich
  • Geduldig und folgsam

Der Boxer als Familienhund

Deutsche Boxer sind beliebte Spielgefährten für Familien mit Kindern. Bei Kleinkindern zeigen die Tiere viel Geduld. Sie spielen unermüdlich und lassen sich von ihren Schützlingen durch nichts reizen. Auch mit kleineren Hunden und Katzen können sie problemlos vergesellschaftet werden. Fremden gegenüber begegnen die Hunde zunächst reserviert. Häufige Besucher und freundliche Bekannte begrüßen sie dafür herzlich und vergessen nie das Gesicht eines Freundes. Fremde Rüden sind männlichen Boxern häufig nicht geheuer, durch gute Sozialisierung in der Welpenphase kannst Du dem aber entgegenwirken.

Der Boxer als Wachhund

Boxer sind fähige Wach- und Schutzhunde, die Spiel und Ernst gut voneinander unterscheiden können und in jeder Situation angemessen reagieren. Ein gut trainierter Hund schränkt seinen Halter nicht durch sein Schutzverhalten ein oder wird zur Gefahr für seine Mitmenschen. Auffälligkeiten zeigt er zuverlässig durch Bellen an und schüchtert so auch potenzielle Einbrecher oder Angreifer auf der Straße ein.

Unverbesserliche Schlabbermäuler

Aufgrund ihrer teilweise zu stark verkürzten Schnauzen haben Boxer häufig Probleme mit der Temperaturregulierung und eine verhältnismäßig lange Zunge. Diese Kombination führt dazu, dass die Hunde sehr viel speicheln und auch mal etwas Speichel aus dem Maul hängt. Nach dem Trinken sind kleine Wassertropfen auf dem Küchenfußboden ganz normal. Auch ihr Futter schlingen die Hunde typischerweise ohne zu Kauen herunter.

Erziehung und Haltung: Wie wird ein Boxer zum Diensthund?

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Deutsche Boxer sind anpassungsfähige Frohnaturen, die ruhige Erholungsphasen ebenso genießen wie aktive Spielphasen und Zeit in Gesellschaft. Alleinsein halten sie dagegen nicht lange aus. Auch andere Hunde können menschliche Bezugspersonen da nicht ersetzen. Die enge Bindung zwischen Mensch und Tier ist für Diensthunde ebenso wichtig wie für Familienhunde.

Einsatzgebiete für den Boxer als Diensthund

  • Bei Polizei, Zoll und Militär als Fährtenhunde, Spürhunde und Schutzhunde.
  • Im Strafvollzug als Schutz- und Drogenspürhunde.
  • Wegen ihrer freundlichen Art eignen sich die Hunde auch als Service Dogs für körperlich eingeschränkte Menschen und Diabetiker.

Welpen und Junghunde richtig erziehen

Damit erwachsene Hunde alle Alltagssituationen im Dienst und zu Hause meistern und Gefahrensituationen zuverlässig erkennen können, sollten sie während der Sozialsierungsphase so viele alltägliche Reize wie möglich kennenlernen. Viele Züchter geben an, dass die Sozialisierungsphase bei deutschen Boxern sich sehr lang ausdehnt und sie erst mit circa drei Jahren wirklich erwachsen sind. Auch ausgewachsene Hunde bringen die Menschen in ihrer Umgebung gern zum Lachen und nutzen jede Gelegenheit zum Spielen. Bei Fährten- und Sprengstoffhunden erleichtert diese Spielfreudigkeit das Training erheblich.

Benimmregeln sind wichtig

Laissez-Faire-Erziehung bei jungen Boxern kann zu einer gewissen Rüpelhaftigkeit führen, vor allem bei Rüden. Die Hunde können ihre Größe und Kraft ohne konsequente Erziehung nicht richtig einschätzen und werden zuungestüm für den normalen Umgang mit Mensch und Tier. Freudiges Anspringen und unaufhaltsames Schlecken sollten deshalb schon während der Prägungsphase unterbunden werden, auch wenn es bei Welpen noch schwerer fällt als beim erwachsenen Hund.

So wird Dein Hund im Alltag ausgelastet

  • Kontakt mit anderen Menschen und Tieren
  • Freies Toben im Garten oder auf der Hundewiese
  • Suchspiele mit Futter oder Spielzeug
  • Tauziehen und Kauspielzeuge
  • Häufige und lange Spaziergänge

Pflege, Ernährung und Gesundheit: Die vielen Krankheiten der deutschen Boxer

Boxer sind wegen der schlechten Zuchtbedingungen während der letzten 100 Jahre relativ krankheitsanfällig. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 9 Jahren, tatsächlich hängt die Lebenserwartung eines Hundes aber von seiner Abstammung ab. Die wenigen guten Zuchtlinien bei der Hunderasse bringen Welpen mit einer Lebenserwartung von 10 – 13 Jahren hervor; deutsche Boxer von unseriösen Züchtern werden dagegen selten älter als 8 Jahre. Außerdem sind weiße Boxer generell weniger krankheitsanfällig als ihre gelben und gelb-gestromten Artgenossen.

Typische Krankheiten beim Boxer

  • Hüft-und Gelenkprobleme (Hüftdysplasie, Osteochondrosis dissecans)
  • Verknöcherung der Wirbelsäule (Spondylose)
  • Neurologische Erkrankungen und Rückenmarkserkrankungen (Cauda Equina Syndrom)
  • Herzfehler und Herzrhythmusstörungen (Aortenstenose, Pulmonalstenose, Dilatative Kardiomyopathie)
  • Neigung zu Magendrehungen
  • Chronische Darmentzündung (Inflammatory Bowel Disease)
  • Krebserkrankungen (innenliegende Tumore, Epuliden)
  • Allergien und Verdauungsprobleme

Pflegeleichte Hunde mit empfindlichem Magen

Viele Boxer haben empfindliche Mägen und neigen zu häufigem Erbrechen und Durchfall. Die Menge und die Beschaffenheit des Futters sollten genau an die Bedürfnisse der Hunde angepasst werden. Sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter und selbstgekochte Lebensmittel kommen als Hauptfuttermittel in Frage. Ein abwechslungsreicher Speiseplan aus hochwertiger Kost schmeckt Deinem Hund und ist gesund. Die Anforderungen der Hunde an ihr Futter verändern sich je nach Alter und Aktivitätsgrad.

So findest Du Züchter von Boxer-Welpen

Hierzulande sind die einheimischen Boxer beliebte Familienhunde und werden in mehr als 50 offizellen Zwingern gezüchtet. Die ältesten Zwinger sind in Süddeutschland zu finden. Bei der Auswahl eines Züchters solltest Du auf einige wichtige Punkte achten und im Vorgespräch viele Fragen zur Abstammung der Hunde und zur Zuchtordnung stellen. Weiße Welpen sind wegen des Ausschlusses von der Zucht günstiger als gelbe Welpen – mit einem Preis von mindestens 1000 Euro solltest Du jedoch bei jedem reinrassigen Hund rechnen.

Darauf sollte jeder Züchter achten

  • Weiße Welpen kommen in Würfen von Hunden mit entsprechender genetischer Veranlagung mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:4 vor. Erkundige Dich genau nach dem Umgang mit Welpen und nach dem Stammbaum der Hunde, wenn keine weißen Welpen im Wurf vorkommen.
  • Inzucht ist bei deutschen Boxern ein verbreitetes Problem. Lasse Dir entsprechende Nachweise vorlegen und verzichte auf den Kauf beim Hobbyzüchter ohne Fachwissen über die gesunde Tierzucht.
  • Nur gesunde Tiere ohne bekannte genetische Vorbelastungen sind für die Zucht geeignet. In der Ahnentafel eines Wurfes sollten viele Individuen mit langer Lebensdauer gelistet sein.
  • Auf keinen Fall dürfen die Welpen an den Ohren oder an der Rute kupiert sein. Gewissenhafte Züchter leben mit den Welpen unter einem Dach und gewöhnen sie von Anfang an an das Wohnungs- und Familienleben.

Listen seriöser Züchter von deutschen Boxern

In Kleinanzeigen-Portalen sind nur selten seriöse Züchter zu finden – Hobbyzüchter schaden ihren Lieblingshunden mit spontanen Züchtungen teilweise unwissentlich und erfüllen nur selten die strengen Standards für die Boxerzucht. Listen mit geprüften Züchtern, die gesunde Tiere vorweisen und sich um das Wohl ihrer Tiere kümmern, findest Du hier:

Fazit zum deutschen Boxer: Liebenswürdiger Schutzhund ohne Tücken

  • Schließe nach dem Kauf eines Welpens eine Kranken- und Haftpflichtversicherung für Deinen Hund ab.
  • Versäume keinen Impfungstermin und nimm Krankheitsanzeichen bei Deinem Hund ernst.
  • Biete Deinem Hund im Sommer Abkühlung an und sorge für Zugang zu frischem Wasser beim Toben.
  • Die Hunde sind stark und schnell. Zierliche Personen mit wenig Erfahrung und Kinder sollten die Leine nicht ohne Hilfe führen.

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