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Der Border Collie – Familienhund mit großem Hüteherz

Border Collie 03 Für den Border Collie ist nichts wichtiger als die ihm zugeteilte Aufgabe im Haus, auf dem Hof oder auf dem Feld. Die Hunde wurden bis ins 20. Jahrhundert ausschließlich hinsichtlich ihrer Fähigkeiten als Hütehunde für die Zucht ausgewählt und bringen deshalb einen großen natürlihen Arbeitswillen mit. Möchtest Du einen Collie-Welpen zum gehorsamen Helfer und Begleiter im Haus erziehen, beachte folgende Tipps und Informationen:
Besonderheiten
  • Wind- und wetterfest
  • Bewegungsfreudig
  • Weltweit geschätzter Hütehund
  • Überaus lernfähig
  • Als Diensthund geeignet

Rasseportrait: Border Collie

HerkunftSchottland und England (Grenzgebiet)
KlassifikationHütehund
GrößeIdeale Widerristhöhe für Rüden 53 cm, Hündinnen sollten kleiner sein
GewichtEtwa 15 bis 20 kg
KörperbauLänger als hoch, sportlich, tiefe Rippen
AugenBraun und blau ist zulässig
OhrenStehend oder nach vorn geneigt, Spitze leicht abgerundet
Fell & FarbeLang- oder Kurzhaar, alle zwei- und dreifarbigen Variationen sind zulässig, Merle-Färbung kommt häufig vor
BesonderheitenMeisterhafte Hütehunde
CharakterSehr intelligent, aktiv, ausdauernd, aufmerksam
PflegeRegelmäßige Fellpflege, Krallen schneiden, Zähne reinigen
GesundheitGenetische Disposition für Augenerkankungen, Taubheit, Krebs
ZuchtWeit verbreitet in Deutschland, häufige Abgabe in Tierheimen

Das Erscheinungsbild des Border Collies: Flauschige Schäferhunde mit individueller Fellzeichnung

Wie alle aus Europa stammenden Schäferhunde wirken die mittelgroßen Border Collies leicht in die Länge gestreckt und sind sehr athletisch. Im deutschen FCI-Rassestandard ist eine ideale Widerristhöhe von 53 cm vorgeschrieben, Hündinnen sollten etwas kleiner sein. Amerikanische und britische Rassestandards geben ideale Widerristhöhen zwischen 48 und 56 cm für Rüden und 46 bis 53 cm für Hündinnen an. Für ihre Körpergröße sind sie mit 15 bis 20 Kilogramm recht schlank. Von anderen langhaarigen Schäferhunden wie dem Collie Rough unterscheiden sie sich hauptsächlich durch ihre Fellstruktur und die Verteilung der Scheckung.

Border Collie 02

Merkmale des Border Collies im Detail

  • Der Kopf ist relativ breit und mündet in einer mittellangen Schnauze, die sich zur Nasenspitze hin deutlich verjüngt. Das Scherengebiss ist kräftig und gerade und das Gesicht ist im Gegensatz zum Rest des Körpers nur mit kurzen Haaren bedeckt, sodass die Mimik gut erkennbar ist.
  • Farblich ist der aufgestülpte Nasenschwamm an die Grundfarbe des Hundes angepasst. Meist ist er schwarz, bei blauen Hunden schieferfarben und bei schokoladenfarbenen Collies braun.
  • Die ovalförmigen Augen stehen weit auseinander und sind braun gefärbt. Hunde mit Merle-Färbung sind bei der Hunderasse erlaubt und tragen ein- oder beidseitig blau gefärbte Augen.
  • Die dreieckigen Ohren können stehend oder nach vorn geklappt sein.
  • Der Brustkorb reicht tief und die Rippen wirken nicht tonnenförmig. Hals und Brust sind gut befedert und wirken dadurch sehr voluminös. Schultern und Hüfte sind schmal, aber sehr gut bemuskelt. Die Hinterläufe sind leicht angewinkelt. Die Körperseiten und der Bauch sind gut befedert, ebenso die Rückseiten der Läufe.
  • Seine lang behaarte Rute trägt der Border Collie je nach Stimmung herabhängend oder über dem Rücken. Hängt sie herab, reichen die weichen Haare fast bis zum Boden.

Fellfärbung beim Border Collie

  • Nur selten kommen einfarbige Border Collies vor. Die meisten Hunde tragen weiße Abzeichen am Fang, auf dem Nasenrücken, am Hals und um den Nacken, an der Körperunterseite und an den Pfoten. Auch Tricolor-Welpen kommen häufiger vor.
  • Auch hellbraune bis rötliche Loh-Abzeichen kommen vor (Augenbrauen, Fang, Hinterseiten der Läufe, Übergänge zwischen Grundfarbe und Weiß).
  • Grundfarbe Schwarz: Schwarze oder blaue Schecken, selten auch gestromt.
  • Grundfarbe Braun/Rot: Schokoladenbraune, rote oder goldene Scheckung, selten auch Lilac (aufgehelltes Rot).
  • Merle-Färbung: Wird nicht von der Zucht ausgeschlossen, Red-Merle, Black-Merle (Blue-Merle) oder Chocolate-Merle Hunde werden teils gezielt vermehrt. Zwei Merle-Träger dürfen jedoch niemals verpaart werden, da dies die Wahrscheinlichkeit für Taubheit stark erhöht.

Abgrenzung zu anderen Schäferhunden

  • Australian Shepherds und Border Collies haben viele Gemeinsamkeiten. Am besten sind sie anhand ihrer Ohren auseinanderzuhalten: Border Collies haben etwas dickere und steifere Ohren; bei Aussies klappen die dünnen Ohrlappen in der Regel nach vorn.
  • Shetland Sheepdogs (Shelties) haben fluffiges Fell und eine schmalere Schnauze, die sich noch klarer verjüngt als die vom Border Collie.
  • Langhaar-Collies haben dickes und sehr flauschiges Fell im gesamten Hals-, Brust- und Nackenbereich.

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Die Geschichte des Border Collies: Ein Stammvater für tausende Hunde

Der Border Collie in seiner heutigen Form wird erst seit Ende des 19. Jahrhunderts gezielt gezüchtet. Auld Hemp, ein besonders arbeitstüchtiger Rüde von der englisch-schottischen Grenze gilt als Stammvater der Rasse – fast alle heutigen Border Collies sind mit der ursprünglichen Zuchtlinie verbunden und stammen von einem der 200 Welpen ab, die Auld Hemp im Laufe seines Lebens zeugte. Sheep Dogs werden bereits seit dem 15. Jahrhundert eingesetzt. Noch heute legen Zuchthunde sogenannte Sheepdogtrails ab, um ihre Arbeitstauglichkeit unter Beweis zu stellen.

Interessante Fakten zur Herkunft

  • Die Ursprünge der Bezeichnung Collie sind nicht eindeutig aufgeklärt. Möglich ist, dass das Wort aus dem Schottischen oder dem Keltischen (übersetzt „“nützlich““) stammt.
  • Europäische Schäferhunde begleiten ihre Halter schon seit den Anfängen der Domestizierung von Herdentieren. Sie sind spezialisiert darauf, große Schafherden zu hüten.
  • Die Tiere werden erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer Fellfärbung selektiert. Alle Fellfarben sind für die Zucht zulässig; im Vordergrund steht noch immer der große Intellekt und die Lernbereitschaft der Hunde.

Wesen und Charakter: Ist der Border Collie ein Problemhund oder ein Familientyp?

Border Collies gelten als hervorragende Familienhunde, die angeblich immerzu beschäftigt werden müssen. Tatsächlich verhalten sie sich typisch für Hütehunde und sind nur bedingt für die Familienhaltung geeignet. Gesunde Hunde mit einer sinnvollen Aufgabe sind auf Kommando einsatzbereit: Sie können innerhalb kürzester Zeit von Ruhephasen zu actionreichen Spieleinheiten übergehen. Obwohl Border Collies als sehr folgsam, lernwillig und leicht erziehbar gelten, entwickeln sie bei falscher Erziehung häufig unerwünschte Verhaltensweisen wie Bissigkeit, Zerstörungswut im Haus, ständiges Kläffen oder Aggressivität gegenüber anderen Tieren.

Eigenschaften im Überblick

  • Lässt sich von Wind, Regen oder Schnee nicht einschränken.
  • Anfällig gegen Hitze.
  • Ausgeprägter Hüteinstinkt (hütet auch Kinder oder andere Hunde).
  • Sehr intelligent.
  • Einschneidende Erfahrungen (Erfolge oder Misserfolge) merken die Hunde sich über lange Zeit. Erziehungsfehler sind deshalb fatal!
  • Reagiert sensibel auf Frustrationen und Aggression.

Der Drang zum Hüten beim Border Collie

Die Annahme, Border Collies in Familienhaltung bräuchten den ganzen Tag anspruchsvolle Beschäftigungsmöglichkeiten, ist so nicht ganz richtig. Ein überforderter Border Collie kann ebenso große Probleme machen wie ein Hund, der sich ständig langweilt und keine sinnvolle Aufgabe bekommt. Die Hütehunde sind es gewohnt, manchmal tage- oder wochenlang keine Aufgabe zu haben. Der Schäfer holt seinen Hund dann, wenn er ihn braucht. Wichtig ist, dass Dein Border Collie die Möglichkeit bekommt, seinen Schutz- und Hüteinstinkt auszuleben. Mantrailing, die Ausbildung als Schutzhund, Sheepdogtrails und Hundeparcours bewältigen die Hunde mit Bravour. Achte darauf, dass Du Deinem Hund nicht zu viel zumutest, und teile ihm ein Fachgebiet zu, in welchem er sich austoben kann.

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Erziehung und Haltung: Positive Verstärker sind gefragt

Eine strenge oder gar gewalttätige Erziehung ist beim Border Collie die völlig falsche Herangehensweise. Die harmoniebedürftigen Hunde merken sich negative Erfahrungen über Jahre und vergeben Erziehungsfehler nur sehr langsam. Auf der anderen Seite verstehen sie Zusammenhänge schnell und lernen neue Kommandos schon nach wenigen Wiederholungen. Werden sie durch einen erfahrenen Halter erzogen, können sie problemlos als Nutzhunde in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden.

Berufsfelder

  • Sie sind Rettungshunde in Skigebieten, beim Katastrophenschutz oder bei der Feuerwehr.
  • In Deutschland arbeiten Border Collies als Flughafenhunde und vertreiben Wildtiere von Landebahnen.
  • Auch als Blinden- und Diabetikerhunde sind sie geeignet.
  • In ihrem ursprünglichen Arbeitsfeld (dem Hüten von Schafen) sind sie nahezu unschlagbar.

Sollte man dem Border Collie das Hüten abgewöhnen?

Hüten ist für Hunde vergleichbar mit dem Jagen in der Gruppe: Der Border Collie schleicht sich um die Herde und treibt die Tiere auf ein Zeichen des Schäfers hin direkt auf ihn zu. Dazu wird gebellt, gehetzt und gezwickt, wenn nötig. Einem Border Collie ohne professionelle Erziehung in der Hundeschule oder durch einen erfahrenen Trainer kann das auch im Alltag passieren: Herumlaufende Kinder, spielende Hunde oder sogar Radfahrer oder fremde Menschengruppen können den Hüte-Instinkt im Border Collie wecken. Mit Deinem jungen Border Collie solltest Du deshalb regelmäßig eine Hundeschule besuchen. Viele Hundeschulen bieten spezielle Kurse an, in denen Halter von Schäferhunden mit ihren Lieblingen verschiedene Alltagssituationen einüben. Finde mit der Unterstützung eines Profis Ausgleichsmöglichkeiten für das Hüteverhalten, anstatt Deinem Hund einfach das Hüten zu verbieten – so entwickelt er sich zu einem freundlichen und umgänglichen Begleiter.

Krankheitsvorbeugung beim Border Collie: Pflege für Fell, Zähne und Krallen

Die voraussichtliche Lebenserwartung reicht von 10 bis 17 Jahren – wie alt Dein Hund wird, hängt nur zum Teil von seinen Genen ab und wird primär durch die Haltungsbedingungen und die Ernährung bestimmt. Ein glücklicher Border Collie, dessen Futter an sein Alter und sein Gewicht angepasst wird, kann sehr alt werden. Schwere Erbkrankheiten sind bei der Rasse eher selten. Wie beim Menschen ist Krebs die häufigste Todesursache.

Erbkrankheiten beim Border Collie: Selten, aber oft kritisch

  • MRD1-Defekt: Eine angeborene Überempfindlichkeit gegen Medikamente. Vor medizinischen Eingriffen und der Vergabe von Medikamenten solltest Du Deinen Hund zur Sicherheit testen lassen.
  • Zyklische Neutropenie (Gray Collie Syndrom): Regelmäßig auftretender Mangel an weißen Blutkörperchen kann zum Zusammenbruch des Immunsystems führen.
  • Collie-Augen-Anomalie: Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur Erblindung
  • Taubheit oder Blindheit: Bedingt durch das Merle-Gen
  • Imerslund-Gräsbeck-Syndrom: Der Körper kann kein Vitamin B12 aufnehmen, dadurch entstehen teils schwere Mangelerscheinungen.
  • Gelenkdysplasien: Wie alle Schäferhunde leiden auch Border Collies am häufigsten unter Hüftgelenkdysplasien, seltener auch Ellenbogen- oder Kniegelenkprobleme.
  • Neuronale Ceroid-Lipofuszinose: Ablagerungen im Hirn führen zu Demenzerscheinungen.
  • Grüner Star (Glaukom), Grauer Star (Katarakt): Trübung der Pupille
  • Osteochondritis: Schmerzhafte Gelenkentzündung, bedingt durch Osteochondrose
  • Hypothyreose: Schilddrüsenunterfunktion
  • Diabetes Mellitus: Krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Primäre Linsenluxation (PLL), Progressive Retinaatrophie (PRA): Im Endstadium werden die Hunde blind.
  • Trapped Neutrophil-Syndrom (TNS): Einschränkung des Immunsystems

Hygienische Körperpflege für Deinen Hund

Die Pflege Deines Border Collies solltest Du an seinen Lebensstil anpassen. Hunde, die häufig auf Asphalt laufen, benötigen nur selten Krallenpflege. Läuft Dein Hund hauptsächlich auf weichem Wald- und Wiesenboden, werden seine Krallen schnell zu lang. Im Gegensatz zu Katzen wetzen sich Hunde ihre Krallen nicht – damit das Krallenschneiden im Erwachsenenalter nicht zum Stressfaktor für Hund und Halter wird, solltest Du ihn schon als Welpe an die Körperpflege gewöhnen. Nach langen Spaziergängen im Regen müssen außerdem seine Ohren kontrolliert werden: Findest Du Verschmutzungen oder riechen die Ohren ölig, wische mit einem trockenen Tuch durch die Ohrmuschel.

So bekommt Dein Border Collie schönes Fell (Kurz- und Langhaar)

  • Bürste das Fell regelmäßig mit einer weichen und groben Haarbürste, um Verschmutzungen und überflüssige Haare zu entfernen.
  • Mit einem feinzahnigen Kamm findest Du kleine Knötchen.
  • Verfilzte Stellen kannst Du vorsichtig herausschneiden.
  • Trimmen und Schneiden ist nur selten nötig. Im Sommer wie im Winter schützt die Unterwolle den Hund vor extremen Temperaturen.

Border Collies vom Züchter kaufen oder im Tierheim adoptieren: Je jünger der Hund, desto leichter ist die Umstellung

Border Collies werden in vielen Internetforen für Hundeliebhaber als perfekte Hunde angepriesen, die wegen ihrer hohen Intelligenz und ihrer folgsamen Art in jedem Haushalt zur Bereicherung werden. Leider unterschätzen viele Halter die Hunde und geben sie schließlich wegen Überforderung ab.

Wie viel kostet ein Border Collie?

Bei einem seriösen Züchter kannst Du Border Collie-Welpen ab circa 1000 Euro kaufen. Für Abgabetiere verlangen Tierschutzvereine eine Schutzgebühr zwischen 200 und 400 Euro – so können die Kosten für Impfungen und Tierarztbesuche gedeckt werden. Für Futter, Zubehör und Tierarztkosten im Alltag solltest Du circa 100 bis 150 Euro Budget pro Monat einplanen. Weil die Hunde in Europa sehr beliebt sind, versuchen sich viele Hobbyzüchter und kriminelle Vermehrer an der Zucht – achte deshalb unbedingt darauf, dass der Züchter Deiner Wahl eine gute Zuchtordnung einhält.

Darauf solltest Du bei der Adoption achten

  • Züchter sollten zertifizierte Ahnentafeln vorlegen.
  • Erbkrankheiten und Merle-Färbungen sollten im Stammbaum verzeichnet sein.
  • Frage genau nach, ob im Stammbaum des Welpen Schwerhörigkeit oder Augenprobleme auftreten.
  • Adoptierst Du einen Border Collie aus einer Pflegestelle, ziehe einen Hundetrainer zu Rate und nimm Dir viel Zeit zum Kennenlernen.

Hier findest Du zertifizierte Züchter von Border Collies und Adoptionshunde

  • Im Verzeichnis des VDH (Verein für das Deutsche Hundewesen) sind mehr als 50 Züchter verzeichnet.
  • Der Club für Britische Hütehunde veröffentlicht regelmäßig aktuelle Wurfmeldungen für Border Collies.
  • Einen Border Collie Club für Begleithunde gibt es bisher nur in der Schweiz.
  • Suchst Du einen Arbeitshund oder möchtest Du Deinen Border Collie zu einem Nutzhund erziehen, wende Dich an den ABCD e.V. (Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V.)
  • Der Verein ist außerdem verantwortlich für Border Collie in Not und vermittelt Abgabetiere.
  • In der Tiervermittlung sind häufig Border Collie-Mischlinge zu finden.

Fazit zum Border Collie: Aufgeweckte Familienfreunde, die nicht zu unterschätzen sind

  • Border Collies können in kürzester Zeit aufdrehen und sind auf Kommando zur Stelle.
  • Sie führen Kommandos bis zur Erschöpfung aus und sollten nicht überfordert werden.
  • Die Abgewöhnung schlechter Angewohnheiten braucht viel Zeit und Geduld.
  • Sie zählen zu den intelligentesten Hunderassen und halten Dich bis ins hohe Alter auf Trab.

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