Cookies

Cookie-Nutzung

Bolonka Zwetna – Farbenfrohes Schoßhündchen für Anfänger und Liebhaber

Der Bolonka Zwetna ist die russische Variante der französischen Bichons und enstand aus Kreuzungen verschiedener kleiner Begleithunde. Vom FCI wird die Rasse nicht anerkannt, im VDH (Verein für das Deutsche Hundewesen) werden sie seit 2011 offiziell gelistet. Bolonki sind reine Schoßhündchen, die immer freundlich und vergnügt auftreten. Als Ersthunde sind die kleinen Fellbündel deshalb gut geeignet.
Besonderheiten
  • Widerristhöhe unter 26 cm
  • Sehr verspielt
  • Niemals aggressiv, aufgeschlossen und menschenbezogen
  • Zahlreiche Fell- und Farbvarianten
  • Für Anfänger geeignet

Rasseportrait: Bolonka Zwetna

HerkunftRussland
KlassifikationReiner Begleithund
Weitere BezeichnungenTsvetnaya Bolonka, Russian Lap Dog
GrößeWiderristhöhe 18 – 24 cm für Hündinnen, 22 – 27 cm für Rüden
GewichtUnter 5 kg
KörperbauKlein und trotzdem agil, Rute wird hoch und eingerollt getragen
AugenRund mit freundlichem Ausdruck
OhrenLang behaarte Schlappohren
Fell & FarbeLang und weich, gelockt oder glatt, alle Farben außer Weiß sind zulässig
BesonderheitenIm Westen eher selten
CharakterFreundlich, unerschrocken, verspielt
PflegeTägliche Fellpflege, gelegentlich trimmen, Haare aus dem Gesicht schneiden oder zusammenbinden
GesundheitPatellaluxation, Augenerkrankungen, Schilddrüsenprobleme
ZuchtMassenvermehrung im Osten weit verbreitet

Erscheinungsbild der Hunderasse: Was unterscheidet Bolonka Zwetnas von anderen Kleinhunden?

Bolonka Zwetnas sind winzige Hunde mit einer erwünschten Widerristhöhe von 18 bis 24 cm für Hündinnen und 22 bis 27 cm für Rüden. Sie wiegen maximal 5 Kilogramm und passen in öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos auf den Schoß. Abgesehen von Nase und Augen sind keine detaillierten Züge beim Bolonka zu erkennen: Das lange Haar verleiht ihnen eine quadratische Optik und sie können verschiedene Frisuren tragen, die sie entwederfluffig oder seidig erscheinen lassen.

Bolonka Zwetna 01

Bolonki vom Kopf bis zur Rute

  • Der Kopf wirkt rund und der Fang verjüngt sich zur Schnauze hin leicht. Die Schnauze ist länger als beim Shih Tzu und kürzer als beim Zwergpudel. Das gesamte Gesicht ist mit langen Haaren bedeckt, die nach außen wachsen. Bei Rüden ist der Schnurrbart deutlich ausgeprägt.
  • Die Nase ist klein, rundlich und steht nicht hervor. Anders als bei vielen anderen Hunden sind verschiedene Farben für den Nasenschwamm zulässig (schwarz, rosa, braun, rot, falb).
  • Die Augen sind rundlich mit brauner Iris, kein Weiß ist zu sehen.
  • Der Hals ist mittellang und der Rücken verläuft gerade und horizontal. Wichtig für Zuchthunde ist die Beschaffenheit der Knochen: Diese sollten verhältnismäßig stark sein.
  • Die Rute kringelt sich leicht, wird nach oben getragen und liegt meist auf dem Rücken. Lange, feine Haare zieren die Rute vom Ansatz bis zur Spitze, sodass meist nur ein Fellbüschel am Steiß zu sehen ist.
  • Vorder- und Hinterläufe sind relativ kurz und leicht angewinkelt. Die Pfoten sind rund und klein.

Fell und Färbung beim Bolonka Zwetna

Frisurentipps für langhaarige Bolonki:

  • Getrimmte Augenbrauen
  • Zöpfchen über den Augen
  • Trimmen am ganzen Körper
  • Haare im Sommer nicht scheren

Besonderheiten beim Fell

Bolonki haaren aufgrund ihrer Verwandtschaft zu Zwergpudeln und Bichons sehr wenig, obwohl sie Stockhaartragen, das aus langem Deckhaar und dichter Unterwolle besteht. Jährliche Fellwechsel wie bei anderen Hunden bleiben aus, daher sind die Minihunde auch für Allergiker und Asthmatiker geeignet. Das Fell ist seidig und weich – bei manchen Bolonki lockt es sich fein, bei anderen hängt es glatt herunter.

Diese Farben kommen bei Bolonki vor

  • Einfarbig in allen Farbschlägen außer Weiß (von Champagner und Creme über Apricot und Fuchsrot bis hin zu dunkleren Braun- und Rottönen, Grau und Schwarz).
  • Zweifarbig getüpfelt oder gescheckt (helle Grundfarbe mit schwarzen, roten oder braunen Flecken).
  • Schimmelfarben (Roan): Welpen werden weiß geboren, das Fell wächst später schwarz meliert nach.
  • Zobelfarben: Jedes einzelne Haar ist am Ansatz heller und an der Spitze dunkler. So wird die Grundfarbe mit dunkleren Strähnen durchzogen (Rotzobel, Braunzobel, Goldzobel, Schwarzzobel).
  • Das Fell vieler Bolonki hellt im Erwachsenenalter auf. Kaffeebraune Welpen erscheinen im Alter eher cremefarben, schwarze Welpen bleiben entweder lackschwarz oder sie hellen zu Grautönen auf.
  • Dilute-Farben wie Blau, Isabell und Fawn kommen vor, sind in der Zucht aber unerwünscht, da diese genetische Kombination zu gesundheitlichen Problemen führen kann.
  • Auch das Merle-Gen ist gesundheitlich problematisch und für die Zucht nicht zugelassen. Da es auch versteckt getragen wird, dürfen Zuchthunde mit Merle-Geschwistern nicht für die Vermehrung genutzt werden.
  • Die sogenannte irische Scheckung bezeichnet eine schwarze, braune rote oder zobelfarbene Grundfarbe mit weißen Abzeichen an den Läufen, am Bauch, an der Brust, am Fang und an der Stirnfurche.
  • Loh-Abzeichen an den Augenbrauen, am Fang, an der Unterseite der Rute und an den Pfoten (schwarz und loh oder braun und loh).

Die Geschichte der Tsvetnaya Bolonki – Schoßhündchen der Reichen und Adeligen

Kleine Hunderassen waren im Zarenreich Russland bis zur Renaissance nicht zu finden. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangten russische Adelige durch gute Verbindungen zur französischen Aristokratie an Tsvetnaya Bolonki, wörtlich übersetzt „bunte Schoßhunde“. Sie stammen direkt vom französischen Bichon Frisé ab. Im Laufe der Zeit wurden weitere Begleithunde wie chinesische Shih TzusBologneser und Zwergpudel eingekreuzt. Mitte der 1980er wurden die „Zwetnas“ auch in der DDR immer beliebter und erhielten ihren eingedeutschten Namen. Nach dem Mauerfall 1989 verbreiteten sich die russischen Minihunde auch im Westen Europas und in den USA.

Bolonka Zwetna 02

Neue Zuchttypen in der Sowjetunion

1. Ruskaya Tsvetnaya Bolonka

Die russische Zucht des Bolonki brach nach der Oktoberrevolition 1917 zusammen und der Import oder Export von Zuchttieren wurde nahezu unmöglich. Durch inzüchtige Verpaarungen und Einkreuzungen ähnlicher Rassen blieb ein kleiner Bestand russischer Bolonki in der Oberschicht erhalten. Heute gehören russische Bolonki zu den seltensten Bichon-Hunden der Welt.

2. Bolonka Franzuska

Bolonka Franzuskas entstanden zur selben Zeit wie die russischen Bolonki und wurden in Russland zum Zweck der Verbesserung des Genpools der Rasse herangezüchtet. Von ihren nahen Verwandten unterscheiden sie sich ausschließlich durch ihre einheitlich weiße Fellfarbe.

3. Bolonka-Poo

Der Bolonka-Poo ist ein sogenannter Designer Dog aus den USA. Er entsteht aus Kreuzungen zwischen Zwergpudel und Bolonka Zwetna, wobei es für eine Reinzucht der Unterart zu wenige Exemplare mit einheitlicher Optik gibt.

Wesen und Charakter: Fröhlicher Spielgefährte für jeden Haltertyp

Im Rassestandard der Hunderasse wird das ausgesprochen freundliche Wesen der Bolonki betont. Aggressive oder allzu ängstliche Tiere werden nicht für die Zucht zugelassen. Die Hunde gehen herzlich und freundlich auf Fremde zu und geraten in helle Aufregung, wenn sie tierische und menschliche Freunde treffen. In diesem Punkt brauchen die Hunde etwas Erziehung, damit sie nicht jedem Passanten auf der Straße schwanzwedelnd in die Arme springen.

Charakterzüge des Bolonki im Überblick

  • Intelligent und aufmerksam
  • Sensibel (passt sich der Stimmung seines Halters an)
  • Gutmütig und lieb
  • Neugierig und niemals schüchtern
  • Spielfreudig und aktiv

Für wen ist der Bolonka Zwetna geeignet?

Aufgrund ihres unproblematischen Wesens und der geringen Körpergröße sind Bolonka Zwetnas für jeden Halter geeignet, der genug Zeit für seinen Hund aufbringen kann. Bolonki sind sehr menschenbezogen und ertragen das Alleinsein sehr schlecht. Da sie alle Menschen mögen und gern Zeit mit neuen Freunden verbringen, ist die Abgabe beim Dogsitter oder in der Hundepension meist völlig unproblematisch, solltest Du Deinen Hund einmal nicht mitnehmen können. Der Bolonka eignet sich gut als Wohnungshund und braucht im Haus kaum Platz für sich. Beim Spielen überdreht er manchmal etwas und braucht hin und wieder Beruhigungspausen.

Mit diesen Situationen solltest Du bei der Anschaffung eines Bolonki rechnen

  • Auf längeren Wanderungen oder Stadtrundgängen machen die Minihunde manchmal schlapp. Nimm unterwegs Snacks und Wasser für Deinen Hund mit und nimm ihn wenn nötig auf den Arm oder setze ihn in eine Tragetasche.
  • Ständiges Herumtragen wirkt sich wiederum schlecht auf die Gelenke, die Kondition und das Selbstbewusstsein des Hundes aus.
  • Bolonki eignen sich nicht als Wachhunde. Einbrecher und Angreifer werden allenfalls neugierig beschnüffelt.

Erziehung und Haltung des Bolonka Zwetna: Brav und leicht zu händeln

Bei den Minihunden solltest Du beachten, dass sie trotz ihres niedlichen Aussehens wie vollwertige Hunde behandelt werden wollen. Spiele und ausgedehnte Spaziergänge gehören zu ihrem Alltag dazu, auch wenn sie nicht so viel Bewegung brauchen wie sportliche Hirtenhunde oder Pinscher. Wenn Du Deinen Welpen von Anfang an mit viel Geduld erziehst, wird er als erwachsener Hund leicht zu händeln sein und (fast) jeden vorbeigehenden Passanten mit seinem Charme und seinem niedlichen Äußeren erfreuen. Damit Dein Hund im Restaurant, im Zug oder auf der Straße niemanden mit seiner aufdringlichen Freundlichkeit stört, bring ihm von Anfang an etwas Zurückhaltung bei.

Bolonka Zwetna 04

Tipps für den Umgang mit einem Bolonka Zwetna

  • Für die meisten Treppen sind die Minihunde zu klein. Besonders das Herunterlaufen macht vielen Bolonkas Probleme. Weil die Hunde sehr leicht sind, können sie auch von Kindern problemlos herauf- oder heruntergetragen werden.
  • Trage Deinen Hund nicht unnötig herum und versuche ihn mit Kommandos statt mit körperlicher Überlegenheit zu führen.
  • Apportierspiele, Raufen mit anderen Hunden und Kontrollgänge durch das Revier sollten auch beim kleinen Bolonka Zwetna Teil des Alltags sein.
  • Dank ihres dichten Unterfells brauchen die Hunde im Winter keine Jacke. Sie lieben Schnee und tollen gern durch vereiste Schneeberge.

Pflege und Ernährung: So erreichen die Minihunde ein stattliches Alter

Kleine Hunderassen werden im Durchschnitt doppelt so alt wie große Hunde. Auch Bolonka Zwetnas erreichen ein hohes Alter von durchschnittlich 15 Jahren. Damit die Lebensqualität Deines Hundes nicht durch eine falsche Ernährung oder die falsche Pflege eingeschränkt wird, gibt es ein paar Punkte zu beachten.

Typische Krankheiten beim Bolonka Zwetna

  • Augenkrankeiten: Progressive Retinaatrophie (PRA), Grüner Star, Grauer Star, Netzhautdysplasie, Persistierende Pupillarmembran (PPM).
  • Gelenkdysplasien (Hüftgelenkdysplasie, Patellaluxation).
  • Shunts in der Leber.
  • Schilddrüsenprobleme (Hypothyreose, Hyperthyreose).

Fellpflege beim Bolonka Zwetna: Je öfter, desto besser

Das feine Fell des Bolonkas braucht regelmäßige Pflege, damit sich keine Knoten bilden. Ohne häufiges Kämmen und Bürsten wirken die Hunde schnell ungepflegt und das Fell verliert seine Fluffigkeit und seinen Glanz. Auf das Scheren im Sommer solltest Du verzichten, da sonst das natürliche Kühlungssystem der Hunde zerstört wird – pralle Sonneneinstrahlung halten sie so noch schlechter aus als vorher. Gewöhne Deinen Hund schon früh an die tägliche Pflege mit dem Kamm. So macht die Fellpflege weniger Arbeit und nimmt nur wenige Minuten am Tag ein.

Vorsicht vor Überfütterung!

Kleine Hunde führen gern Tricks für leckere Snacks auf, brauchen jedoch deutlich weniger Kalorien als große Hunde. Minihunde mit Übergewicht leiden häufiger als ihre sportlich gebauten Artgenossen an Gelenkproblemen und Störungen des Bewegungsapparates. Passe das Futter für Deinen heranwachsenden Hund an sein Alter an: Bolonka Zwetnas sind nach etwa neun Monaten vollständig ausgewachsen und können von kalorienreichem Welpenfutter auf normales Futter umsteigen. Mit Light-Snacks und mundgerecht portionierten Keksen kannst Du die Kalorienaufnahme trotz häufiger Snackvergabe lenken.

Bolonka Zwetna Welpen vom Züchter kaufen: Finger weg von der Massenzucht

In Osteuropa und im Osten Deutschlands sind Bolonka Zwetnas relativ weit verbreitet, so waren sie in den 1980ern die beliebteste Hunderasse im Osten. Aus diesem Grund ist leider auch die Massenzucht relativ weit verbreitet. Kleine Hunderassen sind leicht zu händeln und brauchen wenig Futter. Da reinrassige Bolonki erst ab 1200 Euro aufwärts erhältlich sind, wird diese Rasse sehr häufig in profitorientierten Qualzuchten vermehrt. Vor dem Kauf eines Welpens solltest Du den Wurf und die Mutter deshalb mehrmals besuchen und Dich mit den Haltungsbedingungen beim Züchter vertraut machen.

No-Gos beim Welpenkauf

  • Seriöse Züchter machen keinen Treffpunkt für die Welpenübergabe aus, sondern öffnen ihre Pforten für jeden ernsthaften Interessenten.
  • Die Welpen dürfen vor der Übergabe besucht werden und sind wohlauf. Auch die Mutter lebt mit im Haus und ist gesund.
  • In Deutschland dürfen nicht mehr als zehn Zuchttiere und ihre Welpen bei einem Züchter leben. Diese Zahl ist bereits sehr hoch angesetzt, sodass Dein Welpe bei der Übergabe wahrscheinlich nicht viel Erziehung genossen hat.
  • Hunde ohne Ahnentafel und ohne Gentests für bestimmte gesundheitliche Risiken solltest Du nicht beim Züchter kaufen.

Bolonka Zwetna Welpen im Osten und im Westen

Fazit: Bolonka Zwetnas machen ihrem Namen alle Ehre

  • Die bunten Welpen wechseln ihre Fellfarbe im Laufe des Lebens häufig und hellen sichtbar auf.
  • Nähe zur Familie ist für Bolonki das aller Wichtigste. Lasse Deinen Hund so wenig wie möglich allein.
  • Sie sind als Familienhunde ebenso geeignet wie als Sonnenscheinchen im Büro oder als Zweithunde in Haushalten mit vielen Haustieren.
  • Gründliche Fellpflege sollte mit einem Bolonka Zwetna auf dem Tagesplan stehen.
  • Für Arbeitsaufgaben sind die Schoßhunde nicht geeignet, trotzdem sollten sie nicht wie Puppen behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

nach oben